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Marktgeschrei fürs Brückenviertel

Sachsenhausen hat einen neuen Markt: Mit einem originellen kulinarischen Angebot aus aller Welt und der Region soll der „Markt im Hof“ die Frankfurter in das Brückenviertel locken und den Stadtteil beleben. Der Auftakt am Samstag war vielversprechend.
Sachsenhausen. 

So dicht, wie sich am Samstag die Besucher des neuen „Markts im Hof“ um die Stände drängten, war die Zusammenkunft leicht für ein etabliertes Stadtteil-Ereignis zu halten: Fleisch und Gemüse aus der Region, ausgefallene kulinarische Spezialitäten und stimmungsvolle Live-Musik zogen von 9 bis 16 Uhr geschätzte 1200 Besucher in die Wallstraße 11. Der Markt könnte es schaffen, als neuer Treffpunkt zu einem zentralen Bestandteil des Stadtteillebens zu werden. Und vielleicht, so hoffen die Betreiber, bringt er auch das stockende Geschäft der umliegenden Ladenbetreiber ein wenig in Fahrt.

„Neu für den Gaumen“

Jochen Beez und sein Team von „Madame Herrlich“ halten nichts von konventionellen Cocktail-Gläsern: Hinter ihrer Theke stapeln sich Aluminium-Dosen und Einmachgläser, in denen einmal Oliven oder Pesto verkauft wurde.

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Alternativ und speziell zu sein, das wird im Konzept der Stadtteil-Innovation groß geschrieben. Deshalb wird im Hof kein Bier von Binding oder Henninger ausgeschenkt, sondern von „StilBrau Frankfurt“, einer kleinen Brauerei-Manufaktur, die seit einiger Zeit im Oederweg im Nordend geöffnet hat. Säfte und Cocktails servieren die Sachsenhäuser Marktbeschicker schon mal in Alu-Dosen oder Einmachgläsern. Das wirkt genauso exklusiv wie es die Produkte aus dem „Jam-Lab“, dem Marmeladenlabor von „Genusswolke“ Marina Caktas: Von Erdbeer-Ketchups und experimentellen süßen wie salzigen Brotaufstrichen konnten die Marktbesucher naschen.

„Aus guter Zucht“

Am Grill steht Christopher Kalb, Sohn der Metzgerei „Der Vogelsberger“. Er versorgt die Markt-Besucher mit einer gewohnteren Speise als beispielsweise Marktbeschicker wie die „Genusswolke“ oder der „Empanada“-Stand.

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Bei Fleisch und Gemüse liegt der Fokus auf Regionalität: „Nur was wir selbst gezüchtet oder angebaut haben, wird hier verkauft“, versichern Metzger und Gemüsehändler einstimmig. Von weiter weg kommen dagegen die Rezepte der begehrten französischen Crèpes und der „Empanadas“, argentischer Teigtaschen, gefüllt mit Rindfleisch und Mais. Internationale-regionale Atmosphäre wurde am Samstag aber vor allem vom Live-Auftritt der deutsch-französischen Sängerin Eva Simonis verbreitet: Mit ihren Chansons sorgte die Bewohnerin des Brückenviertels für französisches Flair.

Hinter Idee und Organisation des neuen Treffs stecken vier Gewerbetreibende aus dem Brückenviertel: Konstantin Kalveram und Michael Rühl vom „Apfelwein-Kontor“, Susanne Stahl, Inhaberin des Mode-Geschäfts „Designe, Kleine!“ und Lorenzo Bizzi, der in der Wallstraße Eis verkauft. „Das Angebot bei uns soll sich vom Einerlei der anderen Frankfurter Märkte abheben“, sagt Bizzi. Für ihre Idee hätten sich die vier von Markt-Vorbildern in New York, London oder der „Markthalle Neun“ in Berlin inspirieren lassen. Mit seiner Initiative wollte das Organisations-Quartett zwar vor allem „einen geilen Markt in Frankfurt schaffen“, wie sich Bizzi ausdrückt.

Doch mittelfristig steckt eine zweite Absicht dahinter: „Dieses Viertel braucht mehr Frequenz“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), der am Samstag sichtlich begeistert von dem neuen Angebot im Brückenviertel war. Alteingesessene Betriebe und viele kreative Start-Ups machten den Reiz des Sachsenhäuser Viertels aus – nur „die Leute herholen“, das müsse noch gelingen.

Wie sich der Markt letztlich entwickelt, wird sich zeigen: Am Samstag, dem 24. Mai, öffnet er das nächste Mal. Ab Juni soll der Hof der Wallstraße 11 wöchentlich seine Tore öffnen. Die Furcht vor einem „Friedberger Platz des Brückenviertels“ will Konstantin Kalveram gleich nehmen: „Am frühen Abend ist bei uns Schluss.“
 

„Angebote und Preise stimmen“

„Der Gemüsehändler verkauft nur, was er selbst angebaut hat. So etwas will ich unterstützen“, sagt Gudrun Hartmann, die mit ihrem Mann über den Markt im Hof schlendert und alle Angebote sichtet.

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„Ein toller Treffpunkt direkt vor der Haustür“

Die Sachsenhäuserinnen Katharina Henrich, Sylvia Lyschik und Johanna Henrich genießen zum Sekt die vielfältigen Käsesorten aus Rheingau und Wetterau, die im überdachten Teil des Markts verkauft wurden.

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