Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Viele Ideen für die Nutzung: Marodes Gesellschaftshaus im Zoo: Aquarium neben Jugendtheater

Von Ein Beratungsunternehmen schlägt vor, das marode Gesellschaftshaus im Zoo künftig auch kommerziell zu nutzen. Kommunalpolitiker halten davon nichts und wollen das Gebäude als kulturellen Ort erhalten.
Attraktives Ensemble: Mit einer Neukonzeption des Zoo-Gesellschaftshauses will der Magistrat auch den Alfred-Brehm-Platz aufwerten. Foto: Rainer Rüffer Attraktives Ensemble: Mit einer Neukonzeption des Zoo-Gesellschaftshauses will der Magistrat auch den Alfred-Brehm-Platz aufwerten.
Frankfurt. 

Alle möglichen Nutzungen, die Geld bringen, haben die Berater des Hamburger Instituts FWI für das Zoo-Gesellschaftshaus untersucht: Ein Hotel, eine Kochschule, ein Spielcasino, ein Fitnesszentrum oder Räume für ein obskures Rollenspiel könnten dort eingerichtet werden. „Alles Quatsch“, findet Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU im Römer. „Das Zoo-Gesellschaftshaus muss ein Ort für Familien sein.“ Auch nach Ansicht von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) soll das Gesellschaftshaus eine öffentliche Kultureinrichtung bleiben. „Zoo und Gesellschaftshaus müssen Orte bleiben, die gerade auch den Kindern gehören“, heißt in einer aktuellen Vorlage des Magistrats an die Stadtverordneten.

Dazu passt nach Meinung Dürbecks die Idee, ein Kinder- und Jugendtheater einzurichten, auf das sich die schwarz-rot-grüne Koalition im Römer grundsätzlich schon verständigt hat. Laut Gutachten würde damit die „Familienkompetenz des Zoos“ gestärkt, es gebe zahlreiche Synergien und thematische Schnittstellen.

Aber: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, betont Renate Wolter-Brandecker, kulturpolitische Sprecherin der SPD, die gleichwohl Sympathien für den Standort erkennen lässt. Bis zum Jahresende müssten sich die Koalitionsfraktionen über die künftige Nutzung des Zoo-Gesellschaftshauses verständigen, im Frühjahr könnte es eine Magistratsvorlage geben. Für die weitere Planung stehen bereits 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Info: Die glanzvollen Zeiten sind längst vorbei

Das Zoo-Gesellschaftshaus wurde 1873 bis 1875 errichtet und Ende 1876 eingeweiht. Der Entwurf der Karlsruher Architekten Fritz Kaysser und Joseph Durm folgt dem Stil des späten Klassizismus,

clearing

Klar ist: Das Zoo-Gesellschaftshaus muss umfassend saniert werden. Schon vor mehreren Jahren schätzte das Hochbauamt den Aufwand auf 28 Millionen Euro. In dieser Summe sind die Umbaukosten für neue Nutzungen wie ein Theater noch gar nicht enthalten. Nicht zuletzt wegen dieser Kosten haben die Gutachter auch die Variante untersucht, das Gebäude bis auf die unter Denkmalschutz stehende Fassade abzureißen und neu zu bauen. Wolter-Brandecker hält davon ebenso wenig wie Dürbeck. Er würde lieber in den Zoo als in einen Neubau investieren, sagte der CDU-Politiker.

Neben dem Kinder- und Jugendtheater, dem heute schon vorhandenen Fritz-Rémond-Theater und der Zoo-Verwaltung müsse es auf jeden Fall ein gastronomisches Angebot geben, das nicht hochpreisig ist, fordert Wolter-Brandecker. „Auch die Zoo-Terrasse muss wieder für einen Biergarten genutzt werden.“ In diese Richtung gehen auch die Überlegungen des Kulturdezernats. Auch sollten Räume für Veranstaltungen vermietet werden. Darüber hinaus seien Ausstellungsflächen denkbar, etwa um eine zusätzliche Attraktion für den Zoo zu schaffen. Konkret genannt wird ein Aquarium.

Dürbeck kann sich das gut vorstellen. Er hält es ohnehin für nötig, dass sich der Zoo besser vermarktet, mit neuen Angeboten die Besucherzahlen steigert. „Vielleicht lassen sich dann auch mehr Sponsoren wie in den Museen gewinnen“, hofft er auf eine finanzielle Entlastung.

Offen ist, was mit dem mehr als 700 Quadratmeter großen Saal passiert, den viele Frankfurter noch von Tanzveranstaltungen in Erinnerung haben, der aber in letzter Zeit nur noch etwa ein Mal im Monat genutzt wurde. Die Beschallungstechnik funktioniert längst nicht mehr. Dürbeck verweist auf die große Konkurrenz, viele Hotels hätten heute Säle für Veranstaltungen. Und Wolter-Brandecker fürchtet, dass die Saalmieten nach einer Sanierung ähnlich wie im Palmengarten-Gesellschaftshaus für viele potenzielle Nutzer zu hoch wären. Die Gutachter schlagen vor, den Saal in ein multifunktionales Foyer umzubauen. Am Ende muss die Politik entscheiden. Der Kulturausschuss will sich selbst ein Bild machen und tagt deshalb Anfang November im Gesellschaftshaus.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse