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Marseille, wir fliegen im TGV

Was der Airbus A 380 für die Luftfahrt, ist der TGV Duplex für die Schiene: Schnell und doppelstöckig. Wer mitfährt: Badehose nicht vergessen! In 7.44 Stunden fährt der TGV ans Mittelmeer. Premiere der Strecke Frankfurt-Marseille ist am 23. März.
Frankfurt. 

Es ist fast wie fliegen: Mit bis zu 320 km/h gleiten die ICE der Bahn und die TGV der französischen Bahngesellschaft SNCF dahin. Die beiden Schienenkonzerne kooperieren. Deswegen können ihre Züge auf gemeinsam betriebenen Strecken auch im jeweils anderen Land fahren. So verkehren auf der Strecke Frankfurt-Paris täglich vier ICE und ein TGV. Bis jetzt allerdings ist der "Train à grande vitesse" nur einstöckig in Deutschland unterwegs.

Franzosen im Etagenzug

Das ändert sich. Mit der neuen Verbindung Frankfurt-Marseille rasen die Franzosen auch im Etagenzug durch Deutschland. Acht doppelstöckige Waggons zwischen den beiden Triebwagen bieten Platz für 509 Passagiere. Ein ICE 3 hat nur 444 Sitzplätze. Der TGV Duplex fährt knapp acht Stunden in die südfranzösische Hafenstadt.

Ein Bahnsprecher erklärt: "Der Umlauf ist beim TGV optimal. Der Zug startet morgens in Paris, ist um 13 Uhr in Frankfurt, wird gereinigt und startet um 14 Uhr in Richtung Marseille. In die umgekehrte Richtung läuft der Umlauf ebenso." Der bislang einmal täglich auf der Strecke Frankfurt-Paris verkehrende einstöckige TGV wird durch den TGV Duplex ersetzt.

Bis dieser in Deutschland tatsächlich fahren durfte, mussten eine Reihe Probefahrten absolviert werden. Da geht es um Details: Klappt alles mit der Umstellung der Bahnstromversorgung? Kommen die französischen Stromabnehmer mit den deutschen Leitungen klar? Harmoniert die Signaltechnik der beiden Länder? Die Zeit drängte – vor wenigen Monaten wurde in Frankreich die TGV-Neubaustrecke Rhein-Rhône fertig. Damit steht alles auf Grün für die neue Verbindung.

Lokführer wechseln im Elsass

Die Route führt von Frankfurt rechtsrheinisch nach Süden: Mannheim, Karlsruhe und Baden-Baden sind Haltestellen in Deutschland. Hinter der Grenze hält der Zug in Straßburg, wo auch die Lokführer wechseln: Der deutsche Fahrer steigt aus, sein französischer Kollege betritt das Cockpit. Durchs Elsass führt die Strecke nach Mulhouse, durchs Franche-Comté nach Lyon in der Region Rhône-Alpes. Lyon ist Frankfurts Partnerstadt; von dort führt die Strecke in die südfranzösischen Metropolen Avignon und Marseille. Mit dem Tarif Euro-Spezial sind in jedem Zug eine Reihe von Tickets zum Preis von 39 Euro (zweite Klasse) reserviert. Der reguläre Preis ab Frankfurt beträgt 142 Euro für die einfache Fahrt (zweite Klasse). Allerdings sind bei der Jungfernfahrt am 23. März auch noch einige Euro-Spezial-Tickets erster Klasse zu haben, und zwar zum Preis von 119 Euro. Zum Vergleich: Ein Flugticket der Air France kostet 167,90 Euro.tjs

(Thomas J. Schmidt)
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