Materialschlacht um Wählergunst

Die heiße Phase des Wahlkampfs beginnt: Sechs Wochen vor der Bundes- und Landtagswahl ist das Plakatieren offiziell erlaubt. Mit einem Etat von mehreren Hunderttausend Euro gehen die Frankfurter Kreisverbände in den Wahlkampf. Auch bundespolitische Prominenz wird bei zahlreichen Veranstaltungen aufgeboten.
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Frankfurt. 

Selbstverständlich ist zumindest die Bundestagswahl eine Schicksalswahl - wie die anderen 17 Male auch. Das würde kein Politiker bestreiten. Entsprechend hoch ist auch dieses Mal der Materialeinsatz. Der höchste Etat steht traditionell der CDU zur Verfügung. 150 000 Euro hat Kreisgeschäftsführer Christian Wernet zu verteilen.

Die in Frankfurt so mächtigen Grünen (zweitstärkste Kraft bei der Kommunalwahl 2011) werden für die beiden Wahlen rund 100 000 Euro ausgeben. Das erklärte Lena Witte, die Wahlkampfmanagerin der Grünen. Mit dem Geld werden 200 000 Wahlkampfzeitungen gedruckt und verteilt, 5000 Plakate geklebt und 50 Wesselmänner aufgestellt. Wesselmänner sind 3,70 mal 2,90 Meter große Stellwände der „Wahlkampf Werbung Wesselmann Wattenscheid GmbH“. Die Riesenposter haben auch im Internetzeitalter nichts an ihrer Wirkung verloren. Die Wesselmanntafel ist gewissermaßen die „Dicke Berta“ im Arsenal der Wahlkampfmunition.

 

Kleine Geschenke

 

Weil kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, setzen die Grünen auf phantasievolle Give-Aways: Es gibt Luftballons mit der hessischen Aufschrift: „Meine Mudda wird Chef“, um auf die Notwendigkeit einer Frauenquote in den Firmenvorständen hinzuweisen, Windräder („Zeit, dass sich was bewegt“), Sattelschutz („Ich als Fahrrad würde Grün wählen“) oder Brause („Wir sprudeln vor Ideen“).

Auch prominente Grüne machen in Frankfurt Wahlkampf. Am Mittwoch, 21. August, ab 18 Uhr ist Wahlkampfauftakt des Landesverbandes im Casino der Frankfurter Stadtwerke an der Kurt-Schumacher-Straße 10 mit Jürgen Trittin, Tarek Al-Wazir, Angela Dorn, Marcus Bocklet, Martina Feldmayer und Omid Nouripour. Es folgen am 27. August Cem Özdemir, am 1. September Claudia Roth, am 12. September der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und am 17. September Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckart.

Frankfurt

In einem wohlgeordneten Land ist auch die Plakatierung für den Wahlkampf genau geregelt. Doch der zuständige Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) setzt dieses

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Mit 15 000 Plakaten, 900 Dreiecksständern und 50 Wesselmännern wirbt die Frankfurter SPD für ihre sechs Landtags- und zwei Bundestagskandidaten. Nach Angaben des Frankfurter SPD-Geschäftsführers Andreas Heusinger von Waldegge stellt der Unterbezirk 50 000 Euro zur Verfügung. Der Frankfurter SPD-Unterbezirk wird aber vom Landes- und Bundesverband im Wahlkampf unterstützt. So werden beispielsweise die teuren Wesselmänner von der Parteizentrale in Berlin bezahlt. Die SPD-Kandidaten knüpfen an die Tradition der Hausbesuche des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) an. Die sind zwar aufwendig, kosten aber wenig Geld. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der gestern die SG Bornheim besuchte, ist am 21. September erneut in Frankfurt zur Abschlusskundgebung auf dem Römerberg. Am 26. August wirbt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, für seine Partei, am 6. September sein Kollege Olaf Scholz aus Hamburg, am 18. September kommt Frank-Walter Steinmeier.

Die Frankfurter Liberalen gehen mit einem Etat von 90 000 Euro in den Wahlkampf, wie ihr Kreisvorsitzender, der Bundestagsabgeordnete Christoph Schnurr, mitteilte. Die FDP bietet gleich 93 der teuren Wesselmännern auf - „so viele wie nie“ - wie Schnurr betonte. 7500 weitere Plakate sollen der FDP auch in Frankfurt deutlich über die Fünf-Prozent-Hürde helfen. Zur Abschlussveranstaltung am 20. September ab 17 Uhr an der Hauptwache kommen der liberale Spitzenkandidat Rainer Brüderle und Vizekanzler Philipp Rösler. Bereits am Samstag, 17. August, feiert die FDP ab 17 Uhr ihr Sommerfest an der Sachsenhäuser Warte mit dem stellvertretenden hessischen Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn und Kultusministerin Nicola Beer.

 

Kanzlerin kommt

 

Mit dem 150 000-Euro-Etat bestreitet die CDU ihre Veranstaltungen, stellt 145 Wesselmänner auf und 5000 Plakate. Höhepunkt ist der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag, 30. August um 19 Uhr auf dem Römerberg.

Nur rund 20 000 Euro will die Linke in Frankfurt für den Landtags- und Bundestagswahlkampf aufwenden, wie ihr Wahlkampfmanger Axel Gerntke sagte. Hinzu kommen aber Mittel der Landes- und der Bundespartei, die aber in „Naturalien“, sprich in Plakaten, erbracht werden. Um die 10 000 Plakate will die Linke kleben. Höhepunkt des Wahlkampfs der Linken ist der 19. September. Dann sprechen Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht auf dem Rathenauplatz.

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07.08.2013
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