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Mehr Betreuer fürs Jugendhaus

Das Jugendhaus auf dem Berger Marktplatz ist bald fertig. Alle sagen: Ein gutes Angebot braucht mehr Personal. Unklar ist, wo es herkommen soll.
Aljoscha Ziller vor dem noch nicht fertiggestellten Neubau des Jugendhauses Bergen, für das er eine zusätzliche halbe Stelle fordert. Heute diskutiert der Ortsbeirat darüber, wie der große Neubau am besten mit Leben gefüllt werden kann.	Foto: Holger Menzel Aljoscha Ziller vor dem noch nicht fertiggestellten Neubau des Jugendhauses Bergen, für das er eine zusätzliche halbe Stelle fordert. Heute diskutiert der Ortsbeirat darüber, wie der große Neubau am besten mit Leben gefüllt werden kann. Foto: Holger Menzel
Bergen-Enkheim. 

Schöner und größer wird das neue Jugendhaus auf dem Berger Marktplatz: Es wächst auf rund 600 Quadratmetern, die Innenräume werden mit 270 Quadratmetern doppelt so groß wie die bislang genutzte Holzbaracke. Einigkeit besteht in Magistrat und Stadtteilpolitik, dass die Räume intensiv genutzt werden sollen. Doch wie das geschehen soll, ist noch immer strittig.

SPD-Ortsbeirat Aljoscha Ziller fordert nun, die Mitarbeiterzahl des bisherigen Trägers E.I.L.T. um eine halbe auf zwei Stellen aufzustocken. Ein Vorstoß, der sowohl im Jugend- und Sozialdezernat als auch in der CDU auf Kritik, stößt: Dafür sei kein Geld vorhanden, die Stadt müsse sparen. Stattdessen soll ein weiterer Träger die bisherige Arbeit ergänzen – doch auch diese Idee stößt auf Kritik.

Mehr weibliche Betreuer

"Der Regelbetrieb für eine qualifizierte Arbeit ist bei den momentan bestehenden 1,5 Stellen kaum möglich und funktioniert nur aufgrund des hohen persönlichen Einsatzes der Mitarbeiter", unterstützt der jugendpolitische Sprecher der Römer-SPD, Christian Heimpel, die Forderung Zillers. Wichtig sei, die Mädchenarbeit auszubauen, sagt Ziller. "Die Mitarbeiterin des Jugendhauses, Natalie Sciortino, hat nur eine halbe Stelle. Das reicht nicht für gute Mädchenarbeit."

Für eine zusätzliche halbe Stelle sieht Manuela Skotnik, die Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), keine Chance. "Wir haben keine Aussicht, dass irgendwo Geld hinzukommt." Um das Angebot auszudehnen, ohne mehr Geld auszugeben, solle ein zweiter Träger neben E.I.L.T. das neue Haus nutzen. Dabei wird sie von der CDU im Ortsbeirat 16 unterstützt. "Es gibt eine bestimmte Anzahl von Stellen. Und Bergen ist kein Brennpunkt, in dem man die Stellenzahl erhöhen muss." Auch sei die Zahl der Besucher des Jugendhauses nicht besonders groß.

Ende November war noch geheim, welchen weiteren Träger das Dezernat für Bergen im Auge hat. Jetzt ist klar: Es ist die Jugendberatung Enkheim der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (KJFH) in der Borsigallee 43.

Doch Gespräche über ein Engagement im Jugendhaus Bergen habe es bislang nicht gegeben, mehr könne sie zu dem Thema nicht sagen, so Birgitt Deutschmann, Leiterin der offenen Kinder- und Jugendarbeit des KJFH.

Arbeit nicht zerstören

Deutlicher wird der Mitarbeiter der Jugendberatung Enkheim, Matthias Hook: Von Bergen aus könne er seine Arbeit für Enkheim nicht machen. "Ich biete vor allem Beratung an, helfe bei Behördengängen. Auch für Eltern. Dazu braucht man einen gut erreichbaren Standort. Den habe ich hier." Bergen sei für Jugendliche aus Enkheim zu weit weg. "Man darf die Arbeit in Enkheim nicht zerstören." Zwar seien die Räume klein, doch er würde lieber weiter nach passenden neuen in Enkheim suchen, als nach Bergen umzuziehen. "Zumal wir hier gut erreichbar sind." Statt die Jugendarbeit auszuhölen, solle der Magistrat lieber das Jugendhaus in Bergen personell ausreichend ausstatten. Ein Problem, das Skotnik nicht sieht. "So weit ist Bergen nicht, außerdem ist das Jugendhaus in Fechenheim-Nord nicht weit entfernt." Auch die CDU wolle ein gutes Angebot für das neue Jugendhaus Bergen, sagt Müller-Friese. "Aber mit Augenmaß, die Stadt hat nicht unbegrenzt Geld." Daher unterstütze sie die Idee, einen zweiten Träger zu gewinnen, "wer das auch immer sein wird". Seit zwei Jahren sei die Suche nach größeren Räumen in Enkheim erfolglos, die Jugendberatung stehe dort "auf verlorenem Posten". Beide Einrichtungen zu kombinieren, sei ideal.hau

Der Ortsbeirat 16 tagt heute Abend ab 19.30 Uhr in der Nikolauskapelle,

Am Königshof / Marktstraße 56.

(Andreas Haupt)
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