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Umgestaltung des S-Bahnhofes Nied: Mehr Farbe in den Stadtteil

Von Der S-Bahnhof Nied macht mit den vielen Graffiti keinen guten Eindruck. Mit einem Kunstprojekt, für das Kinder und Erwachsene aus Nied mit einem gemeinsamen Wandbild den Aufgang zum Gleis in Richtung Frankfurt gestalten, soll dies nun geändert werden.
Mereym (6), Linh (6), Manu (5) und Sabine Rusko von der Kita Rosengarten (von links) sowie die aus Sossenheim stammende Künstlerin Nicole Wächtler bemalten gestern als erste Gruppe eine Wand an der S-Bahn-Haltestelle Nied. Bis 17. Juni malen unterschiedliche Gruppen mit. Foto: L.Hamerski Mereym (6), Linh (6), Manu (5) und Sabine Rusko von der Kita Rosengarten (von links) sowie die aus Sossenheim stammende Künstlerin Nicole Wächtler bemalten gestern als erste Gruppe eine Wand an der S-Bahn-Haltestelle Nied. Bis 17. Juni malen unterschiedliche Gruppen mit.
Nied. 

Dass Kinder mit ganz anderen Augen auf ihre Umgebung blicken, das bestätigen an diesem Vormittag auch Mereym, Linh (beide 6 Jahre) sowie Manu (5). Die Knirpse aus dem Kindergarten der Kindertagesstätte „Rosengarten“ der evangelischen Kirchengemeinde Nied haben sich gemeinsam mit Erzieherin Sabine Rusko auf den Weg zum S-Bahnhof in der Oeserstraße gemacht. Dort wartet bereits Nicole Wächtler (44) auf die kleine Gruppe. Wächtler ist freischaffende Künstlerin, wuchs in Sossenheim auf und kennt den Frankfurter Westen sehr gut. Sie gestaltete auch vor Jahren die bunte Remise am Höchster Marktplatz. Mit ihrer Familie lebt sie heute in Bad Vilbel. Bis voraussichtlich zum 17. Juni möchte sie mit Menschen aus Nied an der Verschönerung des Aufganges arbeiten, der am S-Bahnhof zum Gleis in Richtung Frankfurt führt.

Am Mittwochabend erklärte Nicole Wächtler allen an der Aktion Beteiligten die Skizzen und Pläne für die Verschönerungsaktion. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Am Mittwochabend erklärte Nicole Wächtler allen an der Aktion Beteiligten die Skizzen und Pläne für die Verschönerungsaktion.

Jeder kann mitmachen

Auf den Flächen beider Seiten soll ein großes Wandbild entstehen, das von Stadtteilbewohnern gemeinschaftlich gestaltet wird. „Jeder der mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen“, sagt Wächtler. Man kann ganz spontan dabei sein.

Die Kita-Kinder greifen zu Pinseln und Farbe. Sie beginnen damit, eine Blume, deren Konturen die Künstlerin mit Pastellkreide vorgezeichnet hat, auszumalen. Damit das spätere Wandbild nichts an seiner Farbintensität verliert, hat Wächtler, die auf Kunstprojekte im öffentlichen Raum spezialisiert ist, Dispersionsfarben besorgt.

Eine zentrale Idee dieser Kunstaktion ist es, die Identität mit dem Stadtteil und den Gemeinschaftssinn zu stärken. Außerdem möchte man mit dem Projekt Menschen zusammenzubringen. Seit vergangenem Jahr laufen die Vorbereitungen hierfür. „Es wurden Vereine, Bürger, Institutionen aus Nied angeschrieben und zu einem ersten Treffen eingeladen“, schildert Wächtler den Beginn des Projekts. Schon da sei das Interesse der Nieder an der geplanten Aktion sehr groß gewesen. „Weitere Treffen folgten, zu denen das Konzept für die Gestaltung der Wände erarbeitet und besprochen wurde.“

„Das Engagement der Nieder Bürger ist einfach unglaublich“, lobt sie weiter. Auch visuell kann die Künstlerin die Vorbereitungen darstellen. Sie greift nach einem Stapel Papier. Auf den Blättern sind die Entwürfe zu sehen, die nun auf die Wandflächen übertragen werden sollen. „Der Stadtteil ist das Hauptthema des geplanten Werks. Nied mit seinen Bewohnern, die aus vielen unterschiedlichen Kulturen kommen, mit der Nidda, deren Tier- und Pflanzenwelt, der Bahn, den historischen Gebäuden, den Institutionen und Vereinen. All dies und noch viel mehr soll das fertige Bild zeigen“, sagt Wächtler.

Auf den Entwürfen sind die Details genau zu sehen. Die Künstlerin überträgt die Skizzen aus dem Kleinen auf die große Wandfläche und zeichnet die Umrisse vor, die in den kommenden Tagen mit Farbe gefüllt werden. Damit das Projekt überhaupt durchgeführt werden kann, mussten jedoch als erstes die Wände vorbereitet werden. Die Jugendfeuerwehr Nied säuberte in der vergangenen Woche die Flächen. Die Mitglieder beteiligen sich auch an der Gestaltung und malen, ganz passend, ein Feuerwehrauto.

Schon davor gab es ein Wandbild. Es stammte noch aus dem Jahr 2007 und wurde von Schülern des früheren Hauptschulzweiges der Niddaschule gemalt. Dargestellt waren Flaggen dieser Welt. Gesprühte Schriftzüge und Graffiti, wie sie am S-Bahnhof Nied an mehreren Stellen zu finden sind, verschandelten zum Schluss dieses Werk; eine neue Idee musste her. Nach der Säuberung grundierte die Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ die Flächen in Weiß, legte hiermit die Basis für die neue Malerei.

Abschlussfest geplant

Die Blume, an der die Kinder aus der Kita „Rosengarten“ arbeiten, zeigt langsam ihre farbige Pracht. Nur, dass auf den Entwürfen kein einziges Mal ein Herz dargestellt ist, das finden die Knirpse nicht gut. Doch das kann geändert werden, findet auch Wächtler. Spontan werden farbige Herzen in die Blüten gemalt.

Das Projekt selbst wurde vom Regionalrat Nied initiiert und steht unter der Federführung des Präventionsrats Frankfurt, der zusammen mit der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ für die Kosten aufkommt. „Wenn eine Wand künstlerisch gestaltet ist, ist der Respekt größer. Eine weiße Wand jedoch provoziert zu Graffiti“, sagt Jürgen Krusch von der Geschäftsstelle des Präventionsrats.

 

Gemalt wird täglich von 14 bis 17 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr. Am 17. Juni wird das fertige Werk um 17 Uhr mit einer kleinen Feier der Öffentlichkeit übergeben.

 

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