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Luminale 2016: Mehr Licht für Frankfurt und Offenbach

173 Schauplätze in Frankfurt erstrahlen seit gestern in neuem Licht. Bis zum Ende der Messe Light + Building hat die Luminale Frankfurt und Offenbach nach Einbruch der Dunkelheit fest im Griff. 207 farbenfrohe Installationen sind in den Städten am Main zu bewundern. Erwartet werden hunderttausende Besucher.
Beine recken sich nach oben oder baumeln nach unten – ein Lichtspiel mit Körperformen am Nizza. Bilder > Foto: Holger Menzel Beine recken sich nach oben oder baumeln nach unten – ein Lichtspiel mit Körperformen am Nizza.
Frankfurt. 

Pünktlich um 19 Uhr ging’s gestern los: Die achte Luminale tauchte die Stadt in ein neues Licht. Bis Freitag können Schaulustige das abendliche Spektakel bewundern. Ein Vorteil bei der jüngsten Auflage: Die Messe Light + Building, der Anlass für die Luminale, liegt früh im Jahr. Es wird am Abend also früher dunkel als bei den ersten sieben Durchgängen.

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Gestern drängten sich die Zuschauer schon um 18 Uhr vor der Naxos-Halle im Ostend. 20 der 179 Lichtspiele in Frankfurt sind hier aufgebaut. Auch wenn um 18.30 Uhr Einlass ins Foyer war – der Vorhang in die alte Fabrikhalle öffnete sich erst um 19 Uhr. Phantasievolle Installationen waren aufgebaut, zum Beispiel der „Geodesic Sound“: Ein halber Fußball, etwa vier Meter groß, reagierte auf Menschen, die vor den Sensoren vorbeigingen oder die Hände darauf legten. Manchmal wechselte die Farbe dann von Weiß zu Blau. Besucher gestern versuchten allerdings vergeblich, das System zu durchschauen, das die Installation von Studenten der Hochschule Trier zum Strahlen bringt. Ein paar Meter weiter war alles klar: Zwei Schaukeln waren aufgebaut. Wenn man wild schaukelte, erschienen auf den Leinwänden dahinter wilde Lichtspiele. Schaukelte man leicht, blieben die Lichtspiele schwach.

Viel Licht für zwei Euro

Zwei Euro kostete der Eintritt in die Naxoshalle, gleich zehn Euro wollte der schicke Mousonturm einige Meter weiter haben. Dafür gab es im Stundenabstand eine zwanzigminütige Show mit Licht und Musik. Viele Kunstobjekte konnte man sich ganz umsonst anschauen. Zum Beispiel die Lichtkunst am Turm der Europäischen Zentralbank und die am Hauptbahnhof, der mit LED-Farben innen und außen bunt erschien. Drinnen konnten Besucher ihren eigenen Schattenriss erzeugen, draußen konnten sie in einem neu errichteten Parkhaus für mehr Licht strampeln.

Die Besucher Petra Schmidt und Max Wolf machten das, traten in die Pedalen. An der Fassade des Parkhauses leuchteten bunte Lichter auf, von innen strahlten Scheinwerfer nach außen. „Schneller, Papa, schneller“, rief Theo Wolf, der den Monitor im Auge hatte und sah, wie viel Strom noch fehlte, damit die nächste Lampe anging. Sein Bruder Vito, der neben Petra Schmidt stand, hatte nicht zu klagen. Sie trat schnell in die Pedalen.

Bilderstrecke So leuchtet die Stadt: Bilder von der Luminale
Bei der 8. Luminale präsentieren sich Frankfurt und Offenbach im Lichterglanz. Wir zeigen Impression und beginnen mit der Nizza am Main.Impression der Luminale am Nizza Garten.Impression der Luminale am Nizza

Wunderschön waren die Installationen rund ums Nizza. Am Mainufer leuchteten blaue Würfel, standen Lichtsäulen wie Schilf in einem flachen See und wechselten ruhig ihre Farben. Sehr schön auch im Hintergrund das blau und grün leuchtende Bankhaus Metzler.

Unwirtliche Orte bespielen

Bei der Luminale rückten jedoch auch eher unwirtliche Alltagsorte ins Blickfeld. Zum Beispiel die S-Bahn-Station Taunusanlage. Die Deutsche Bahn hatte vergessene Nebenräume Künstlern für Installationen zur Verfügung gestellt, Architekturstudenten der TH Darmstadt versuchten, mit blinkenden Lichtstäben die Zeit sichtbar zu machen. Für die Architektur-Professorin Annett-Maud Joppien ist Licht ein „immaterieller Baustoff“, wie sie bei der Vernissage sagte. „Wir fragen uns, welche Bedeutung Licht für den öffentlichen Raum hat.“ Gedanken hatten sich die Studenten auch über die S-Bahn-Station Niederrad gemacht. Konkrete Vorschläge für eine Aufwertung mit Licht gab bereits, sie ließen sich aber nicht mehr rechtzeitig zur Luminale umsetzen. Ungeklärt ist unter anderem noch die Finanzierung. „Wir bleiben dran“, versprach Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Zweckbauten hatte sich die Mainova für ihren Luminale-Beitrag ausgesucht. So hatte der Kölner Lichtdesigner Robin Uber das in den 30er Jahren errichtete Umspannwerk in der Eschersheimer Landstraße/Ecke Lübecker Straße in ein dreidimensionales, vierfarbiges Lichtbild nach dem Vorbild des Malers Piet Mondrian verwandelt. Uber hatte sich in einem Wettbewerb durchgesetzt und hinter den Fenstern gut 7000 LED-Leuchtmittel mit einer Leistung von gerade einmal 790 Watt installiert. Die Illumination bleibt bestehen, an jedem Wochentag zeigt sich ein anderes Farbbild. Künftig geht es 30 Minuten nach Sonnenuntergang los. Auch das Umspannwerk in der Gutleutstraße hat die Mainova in neues Licht rücken lassen.

( tjs,mu)
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