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Plastikmüll reduzieren: Mehrweg-System: Besser bechern auf der Berger

Kampf dem „Coffee-to-go-Becher“: Um Plastikmüll zu reduzieren, soll in den Cafés rund um die Berger Straße das Mehrwegbecher-System „Cup2gether“ entstehen. Das Projekt startete gestern. Innerhalb von 90 Tagen wollen die Initiatoren möglichst viele Café-Betreiber und Kaffeetrinker davon überzeugen.
Derartiger Bechermüll sollen künftig der Vergangenheit angehören. Foto: Holger Menzel (Holger Menzel) Derartiger Bechermüll sollen künftig der Vergangenheit angehören.

Bundesweit werden jährlich mehr als 2,8 Milliarden Pappbecher weggeworfen, davon alleine 25 Millionen in Frankfurt. Um dem entgegenzuwirken, haben sich das gemeinnützige Unternehmen „Lust auf besser leben“ und die Kommunikationsagentur „Von Wegen“ zusammengetan und die Initiative „Cup2gether – besser bechern rund um die Berger Straße“ gegründet. Rund um die Berger Straße soll in den Cafés ein Mehrwegbecher-System für „Coffee to go“, also Kaffee zum Mitnehmen, etabliert werden.

„Becherbotschafter gesucht“

Gestern startete das Projekt, das selbst auferlegte Ziel für die kommenden 90 Tage lautet: „Mindestens 20 Cafés und Betriebe und möglichst viele Bewohner vom Mitmachen zu überzeugen“, so Marlene Haas, geschäftsführende Gesellschafterin von „Lust auf besser leben“. Mindestens 100 sogenannter „Becherbotschafter“ sowie 100 weitere Bechertester sollen in den kommenden Wochen die neu entwickelten Mehrwegbecher ausprobieren und vor allem ordentlich Werbung dafür machen. „Zeigt ganz offensiv, dass ihr euren Kaffee oder Tee aus dem Becher trinkt, geht ins Gespräch mit Passanten, die ihren ,Coffee to go’ im Einweg-Plastikbecher trinken“, so Marlene Haas.

50 solcher Becherbotschafter sowie 17 Tester haben die Initiatoren bereits vor dem Projektstart gefunden. Eine von ihnen ist Karin Block. „Seit der Geburt meines Kindes ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig für mich“, erklärt sie. „In manchen Cafés wird der Kaffee ja in einen selbst mitgebrachten Becher gefüllt. Aber leider denkt man häufig nicht daran, den Becher bei sich zu tragen.“ Deshalb kam der 35-Jährigen die „Cup2gether“-Initiative gelegen. „Schon oft hatte ich richtig Lust auf einen Kaffee und habe mir aus Mangel an Alternativen und trotz schlechtem Gefühl einen Plastikbecher geholt.“ Dass die Initiative Erfolg haben wird, ist für die Studentin klar. „In einer Cafeteria an der Fachhochschule gibt es schon ein Pfand-system, bei dem man seinen Kaffee in einer Porzellantasse mitnehmen kann. Das funktioniert wirklich prima. Und wenn es im kleinen Rahmen funktioniert, sollte es auch im größeren Rahmen gehen.“

Zwei Projektphasen

Nach der ersten Phase des Projekts, in der es gilt, möglichst viele Café-Betreiber und Kaffeetrinker in Bornheim und dem Nordend von dem Mehrwegbecher-System zu überzeugen, folgt mit der Umsetzung des Systems schließlich der zweite Teil. Das Grundgerüst des „Cup2gether“-Mehrwegsystems steht bereits: „Es wird hölzerne Pfandtaler geben, die bei Abgabe des Bechers ausgegeben werden“, so Initiatorin Marlene Haas. Die Becher selbst werden aus natürlichen Rohstoffen von einer Firma aus Hanau hergestellt.

Neben Cafés sollen auch weitere Einrichtungen und Betriebe rund um die Berger Straße Abgabestellen für die Pfandbecher einrichten. Die an dem ersten Teil der Initiative beteiligten Cafés, Becherbotschafter und Tester können bei der konkreten Umsetzung des Pfandsystems mitreden und treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. „Das finde ich sehr gut“, sagt Lena Iyigün vom Café Glauburg, die bei „cup2gether“ mitmacht. „Für uns als Café-Betreiber geht es vor allem um den Preis und die Logistik.“ Schon seit Längerem sei das Thema Nachhaltigkeit im Café Glauburg brisant. „Seit etwa einem Jahr suchen wir nach einer nachhaltigen Möglichkeit für ,Coffee-to-go-Becher’ und sind dabei allein gescheitert“, sagt Iyigün. „Denn der Becher sollte bezahlbar sein, den Geschmack des Kaffees nicht verfälschen und hygienisch einwandfrei sein.“

Etwa 50 Interessierte, darunter Café-Betreiber und potenzielle Becherbotschafter, waren gestern zum Projektstart ins „Kaufhaus Hessen“ an der Berger Straße gekommen. Auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich begeistert von der Initiative: „Die Bürger, aber auch die Vereine und Geschäftsleute hier rund um die Berger Straße sind sehr offen für neue Ideen, wenn es um die Stärkung des Standortes, um Umweltschutz und Nachhaltigkeit geht.“ Die Berger Straße sei ein ganz besonderes Ökosystem mit starken Akteuren. Frank: „Ob es die Verschönerung des Quartiers, die Belebung der Einkaufsstraße oder das Thema Plastiktüten war, die wir schon weitestgehend verbannt haben – hier ist schon viel passiert, was für die gesamte Stadt von Bedeutung ist.“

Informationen zur Aktion

Unter der Internetadresse www.cup2gether.de erfahren Sie noch viel mehr Wissenswertes.

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