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Grundsteinlegung für Halle 12: Messe Frankfurt baut für die Zukunft

Von Die Messe-Gesellschaft Frankfurt hat die Grundsteinlegung für die neue Halle 12 gefeiert. Der Bau kostet rund 250 Millionen Euro, er soll zur Automechanika 2018 eröffnen und bildet den „Schlussstein“ in der Bebauung freier Flächen des West-Geländes.
Diese Simulation zeigt, wie die Halle 12 nach ihrer Fertigstellung  aussehen wird. 	Bild: Kadawittfeldarchitektur Bilder > Diese Simulation zeigt, wie die Halle 12 nach ihrer Fertigstellung aussehen wird. Bild: Kadawittfeldarchitektur
Frankfurt. 

Tradition spielt im Baugewerbe eine große Rolle – und so liegen in der großen Kupferkiste im Grundstein-Sockel auf dem Messegelände West nun einige Geldmünzen, vier Frankfurter Tageszeitungen (darunter die FNP) und Baupläne. Bevor sich die große Betonplatte absenkte und alles auf ewig verschloss, hatten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Wolfgang Marzin (Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung), Uwe Behm (Messe-Geschäftsführer) und Vertreter der Baufirmen-Arbeitsgemeinschaft (Ed. Züblin AG, Engie und Hans Bökl) frischen grauen Mörtel mit Maurerkellen aufs gemauerte Rechteck verteilt. Erst zögerlich, dann fast ausgelassen klopften sie dann mit Maurerhämmern auf die Platte. Das soll Glück bringen.

Die neue Halle 12 wird rund 120 Meter breit, etwa 250 Meter lang und 30 Meter hoch und bietet mit fast 34 000 Quadratmetern Platz für maximal 11 800 Menschen. Sie bildet den „Schlussstein“ der Bebauung der letzten freien Flächen des Messegeländes West. Und so nannte Messechef Wolfgang Marzin das Projekt denn auch einen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft der Messe, die ihren Anfang anno 1907 mit dem Bau der Festhalle genommen hatte. Die letzte Eröffnung einer neuen Messehalle liegt sieben Jahre zurück: 2009, zur IAA, eröffneten die Halle 11 und das „Portalhaus“.

Bilderstrecke 250-Millionen-Monster-Projekt: Grundsteinlegung Messehalle 12
250 Millionen Euro kostet das Projekt, jetzt wurde der Grundstein für die Messehalle 12 gelegt. Einm Blick auf die Baustelle und die Feierstunde.Die Pfeiler für die Anbindung „Via Mobile“ an der zukünftigen Messehalle.Von links  Kämmerer Uwe Becker (CDU), dahinter Johann Bögl (Gesellschafter Firmengruppe Max Bögl), Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Manfred Schmitz (Geschäftsführer/ CEO ENGIE Deutschland GmbH) und Wolfgang Marzin (Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Frankfurt).

Oberbürgermeister Peter Feldmann, qua Amt Vorsitzender des Messe-Aufsichtsrates, schlug den Bogen noch weiter. „Die Stadt Frankfurt gäbe es ohne die Messe nicht“, erinnerte er an ihre historische Bedeutung. Kaufleute hätten die Stadt groß, vermögend und international gemacht, Handel und Messe prägten sie seit über 800 Jahren, die Banken seien in der Folge entstanden. Die neue Altstadt auf dem Römerberg sei der alte Messestandort, die neue Messe das „Herzstück der Ökonomie“ der Stadt. Die Bürgerschaft schätze die Messe, rund 13 000 Jobs in der Stadt hingen direkt oder indirekt mit dem Unternehmen zusammen, das zu 60 Prozent der Stadt und zu 40 Prozent dem Land gehört sowie jährlich rund 650 Millionen Euro Umsatz macht. Feldmann betonte, die Frankfurter Messe-Gesellschaft arbeite im weltweiten Vergleich „sogar profitabel“. Sie sei ein „Global Player“.

Zweieinhalb Jahre Planung

Als „Wachwechsel auf der Schiffsbrücke“ bezeichnete Geschäftsführer Uwe Behm die Grundsteinlegung und betonte die „emotionale Einmaligkeit“ des Moments. Fast zweieinhalb Jahre lang hätten über 100 Experten, darunter Architekten der Firma „Kadawittfeld“ (Aachen), Ingenieure, Statiker und andere mehr an dem Großprojekt getüftelt. Nun übernähmen die Bauleute bis 2018 das Ruder. Die Halle 12 komplettiere das Messegelände West und sei auch ein Bestandteil des angrenzenden Europaviertels, das ja vom Jahr 1999 an auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs entstanden sei.

So groß wie 83 Fußballfelder

Der Messe Frankfurt geht es gut – damit es so bleibt, investiert die Betreiberin, die Messe-Gesellschaft, in die Zukunft und die neue Halle 12.

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Behm betonte, man sei stolz darauf, sich inmitten der Stadt zu befinden und nicht wie viele andere Kommunen auf die „grüne Wiese“ gezogen zu sein. Denn so seien die insgesamt fast 600 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche perfekt an die Mainmetropole angebunden.

Ein Wort in Richtung Berlin und den Skandal um den Flughafenbau konnte sich Behm ebenso wenig wie zuvor OB Feldmann verkneifen. In der BRD seien seit Hamburg und Berlin Großprojekte ins Gerede gekommen, „Hohn und Spott wurden ausgeschüttet – doch das ist schlichtweg Unfug. Wir werden es beweisen und termin- und kostengerecht bauen. Dass darüber dann niemand berichten wird, ist mir aber lieber.“ Dafür gab es spontanen Beifall.

Derweil in der zum Festakt schick hergerichteten Speditions- und Warenlagerhalle 5 + 6 die Reden und ein Buffet samt Bratwurstbude die Herzen und Mägen der Gäste und Messe-Mitarbeiter erwärmten, erklärte Diplom-Ingenieur Ivo Livakovic, Projektbauoberleiter der Ed. Züblin AG, wie es demnächst am Bau zur Sache geht: „Es ist ein anspruchsvolles Projekt.“ Wegen der schieren Größe, vorstellbar als 83 aneinandergelegte Fußballfelder? Oder weil es schlüsselfertig übergeben werden muss? „Nein, wegen der vielfältigen Technik – und der Spannweite mancher Fertigteile. Die sind teils bis zu 80 Meter lang.“ Vier Kräne stehen bereits an der Baustelle, zwölf sollen es beim Rohbau sein. Derzeit sind 150 Arbeiter im Einsatz, in Spitzenzeiten dürften es rund 800 werden.

Parkhaus bietet 800 Plätze

Neben der zweistöckigen Messehalle wird das Baufirmen-Trio auch ein Parkhaus bauen: Es soll 800 Plätze bieten. Besucher erreichen die Halle 12 über die geplante U-Bahn-Station am künftigen Eingang Süd an der Europaallee. Autofahrer gelangen über das Tor Nord und die Theodor-Heuss-Allee auf direktem Weg zur Autobahn.

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