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Mit Märchen die Sprachkompetenz fördern

Von Sprache ist eine Schlüsselkompetenz, um in der Schule und der Gesellschaft zu bestehen. Mit dem Projekt „Erzählzeit“ des Theaterhauses Frankfurt werden bereits die Jüngsten in ihrer Sprach- und Sprechkompetenz gefördert. Gestern fiel der Startschuss für mehr als 300 Kita-Kinder in Fechenheim.
Patrik Erni erzählt den kleinen Gästen des Kinderzentrums Alt-Fechenheim mit vollem Körpereinsatz das Grimm-Märchen „Der süße Brei“ – und die Knirpse lauschen begeistert. Foto: Leonhard Hamerski Patrik Erni erzählt den kleinen Gästen des Kinderzentrums Alt-Fechenheim mit vollem Körpereinsatz das Grimm-Märchen „Der süße Brei“ – und die Knirpse lauschen begeistert.
Fechenheim. 

Patrik Erni hält ein Buch in der Hand, das ganz alt aussieht. Neugierig beobachten Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten des städtischen Kinderzentrums Alt-Fechenheim den Mann, der vor ihnen sitzt und ein Märchen mitgebracht hat. Das liest er nicht einfach vor, auch wenn das Buch den Eindruck erweckt. Er möchte es den Kleinen frei erzählen.

„Erzählzeit“ heißt das Projekt des Theaterhauses Frankfurt, mit dem bereits die Jüngsten in ihrer Sprach- und Sprechkompetenz gefördert werden. Die Idee geht zurück auf Gordon Vajen, dem künstlerischen Leiter des Theaterhauses. Bei dem Projekt greift er auf eine alte Tradition zurück, die heute fast in Vergessenheit geraten ist – die des Märchenerzählens.

Eine andere Welt

Hierfür ausgebildete Erzähler wie Patrik Erni, der seit 2012 als das Projekt startete mit dabei ist, gehen zu den Kindern und tauchen mit ihnen ein in die Welt der Märchen und damit auch in die Welt der deutschen Sprache. Bisher lief „Erzählzeit“ an drei Frankfurter Grundschulen: An der Freiligrathschule in Fechenheim, der Hostatoschule in Höchst und an der Uhlandschule im Ostend.

Jetzt fiel der Startschuss für „Erzählzeit im Kindergarten“, von dem mehr als 300 Mädchen und Jungen aus Fechenheim im Alter von drei bis sechs Jahren profitieren werden. Das Amt für Integration und Bildung unterstützt das Projekt jährlich mit 90 000 Euro. Zudem soll es wissenschaftlich von der Goethe-Universität begleitet und ausgewertet werden.

„Alle Kindertagesstätten im Stadtteil machen mit, das sind acht Einrichtungen“, erzählt Gordon Vajen. Für die Ausweitung des Projektes seien dieses Jahr eigens sechs zusätzliche Erzähler ausgebildet worden. Insgesamt gebe es 14 Erzähler, die an den Grundschulen und von nun an auch an den Fechenheimer Kindertagesstätten Märchen erzählen werden.

Die Jüngsten besuchen die Erzähler von nun an einmal pro Woche. Die Mädchen und Jungen von 22 Kita-Gruppen kommen in den Genuss der Märchenerzähler. Mit den Grundschulen, an denen das Projekt für die ersten bis dritten Klassen laufe, gebe es insgesamt mehr als 60 Gruppen, schildert Vajen. „Alle Kita-Kinder sollen hiervon profitieren“, betont er weiter.

Anlass für das Projekt sei jedoch, dass 50 Prozent der Mädchen und Jungen aus den Kitas Vorlaufkurse zur Vorbereitung auf die Einschulung besuchen müssten. Das ist ein Förderangebot der Grundschulen, das sich an Kinder wendet, die bei der Anmeldung zur Einschulung noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Poesie verzaubert

„Die poetische Sprache von Märchen begeistert die Kinder. Sie setzen sich damit auseinander“, weiß Sara Vajen vom Theaterhaus. Mit dem Projekt habe man an den Grundschulen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Märchenerzähler werden die Knirpse in den Kitas künftig einmal wöchentlich besuchen. „Den Kindern in den Grundschulen erzähle ich nicht nur die Märchen, sondern sie lernen auch, die Geschichten nachzuerzählen“, schildert Erni. Bei den Kleineren müsse man schauen, ob das Nacherzählen schon funktioniere.

Wie das Märchen heißt, das Patrik Erni den Mädchen und Jungen aus dem Kinderzentrum Alt-Fechenheim mitgebracht hat, verrät er nicht. Vielmehr öffnet er den Deckel des Buches – und siehe da, es ist eine Box, in der ein schwarzer „Stein“ und ein kleiner Beutel mit einem Schlüssel liegt, mit dem die Kinder die „Tür zum Märchenland“ öffnen können. Und da wartet unter anderem das Märchen vom „Süßen Brei“ der Gebrüder Grimm auf die jungen Zuhörer.

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