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Nach Ehe-Streit: Mit der Familie gegen Betonpfeiler: 44-Jähriger erneut vor Gericht

Weil er nach einem Streit mit seiner Frau und zwei Kindern im Auto gegen einen Betonpfeiler gefahren war, musste sich ein 44-Jähriger ein zweites Mal vor Gericht verantworten. Doch der Angeklagte nahm vor dem Landgericht seine Berufung gegen das unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung gesprochene Urteil des Amtsgerichts zurück.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Zehn Monate Bewährungsstrafe und eine Führerscheinsperre von einem Jahr: Seit gestern sind diese gegen einen 44 Jahre alte Familienvater aus Unterfranken verhängten Sanktionen rechtskräftig. Der Verurteilte nahm seine Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts vom Januar zurück, so dass die Berufungsstrafkammer des Landgerichts die Akten schließen konnten. Ein Schlussstrich unter eine ungewöhnliche Geschichte.

Scheidung beantragt

Der Ehe zwischen dem Angeklagten und der acht Jahre jüngeren Frau war schon seit einiger Zeit praktisch am Ende und wurde höchstens noch durch die beiden neun und elf Jahre alten Kinder zusammengehalten. Im März vergangenen Jahres weilte die Ehefrau schließlich alleine im Urlaub, als ein Brief ihres Rechtsanwaltes im Briefkasten des Ehemannes lag. Der Inhalt: Die üblichen Unterlagen über die bevorstehende Scheidung der Eheleute. Der Mann wollte es aber nicht wahrhaben und griff wütend zum Telefonhörer. Er befahl der Frau, den Urlaub abzubrechen und heimzukommen.

Am Flughafen nahmen er und die Kinder die verstörte Frau schließlich in Empfang. Im Auto aber dauerte es noch nicht einmal vom Parkplatz zum Autobahnzubringer, bis ein lautstarker Krach zwischen den Eheleuten ausbrach. Plötzlich machte der Mann Lenkbewegungen und fragte die Frau, ob er den Wagen denn an einen Betonpfeiler setzen solle. Bevor die entsetzte Frau etwas machen konnte, hatte der Mann auch schon die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, das schließlich tatsächlich an den Pfeiler prallte. Sicherheitsgurte und Airbags taten gute Dienste und verhinderten Verletzungen der Eheleute und der beiden im Heck sitzenden Kinder.

Vor dem Amtsgericht wurde dem Familienvater dies als gefährliche Körperverletzung und Eingriff in den Straßenverkehr ausgelegt. Dabei hatte der Mann noch großes Glück, dass der Prall gegen den Betonpfeiler „nur“ als bedingter Verletzungsvorsatz gewertet wurde – anderenfalls wäre das Gericht nämlich gar nicht mehr zuständig gewesen und die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hätte sich mit einem versuchten Tötungsdelikt befassen müssen.

Bewährungsstrafe

So aber blieb es bei zehn Monaten Bewährungsstrafe und der Führerscheinsperre von einem Jahr, die den auf dem Lande wohnenden und beruflich auf das Auto angewiesenen Mann besonders treffen wird.

(ge)
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