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Krebsmedizin: Mit neuem Mix gegen den Tumor

Von Krebsmediziner am Krankenhaus Nordwest haben eine neue Therapie für Patienten entwickelt, die an Magen- oder Speiseröhrenkrebs erkrankt sind. Erste Studienergebnisse sind vielversprechend.
Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran
Frankfurt. 

Magen- und Speiseröhrenkrebs zählen zu den tödlichsten Krebsarten überhaupt. Nur einer von fünf Patienten mit Speiseröhrenkrebs überlebt die nächsten fünf Jahre, beim Magenkrebs ist es gerade einmal jeder dritte. Das geht aus den Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts hervor. Krebsmediziner am Nordwestkrankenhaus haben eine neue Therapie entwickelt, die die Überlebenschance Betroffener steigern soll. Die ersten Studienergebnisse sehen vielversprechend aus. „Sie machen uns große Hoffnung, dass wir in naher Zukunft mehr Patienten mit Magen- und Speiseröhrenkrebs heilen könnten“, freut sich Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Ärztlicher Direktor des Instituts für Klinisch-Onkologische Forschung am Krankenhaus Nordwest.

Neuer Medikamenten-Mix

FLOT-Therapie nennt sich das Verfahren, das am Nordwestkrankenhaus entwickelt wurde. Zum Einsatz kommt es bei Patienten, die einen operablen Speiseröhren- oder Magentumor haben, der noch keine Fernmetastasen gebildet hat. Vor der Operation erhalten die Betroffenen eine Chemotherapie, die darauf abzielt, den Tumor zu schrumpfen. Denn: Je kleiner der Tumor vor der Operation ist, umso besser stehen die Chancen, den Patienten zu heilen. Die Chemotherapie vor der Operation ist internationaler Standard. Bei der FLOT-Methode setzen die Mediziner allerdings auf einen anderen als den bislang etablierten Medikamenten-Mix (ECF-Therapie). In einer deutschlandweiten Studie an mehr als 40 medizinischen Zentren konnten die Forscher nun zeigen, dass sie damit tatsächlich bessere Ergebnisse erzielen: 16 Prozent der Patienten waren nach der Therapie tumorfrei, bei bestimmten Krebstypen waren es sogar 23 Prozent. Zum Vergleich: Bei Patienten, die eine ECF-Behandlung erhielten, waren es nur 6 Prozent. Der Anteil der Betroffenen, bei denen der Tumor vollständig oder beinahe vollständig verschwand, lag bei FLOT-Patienten bei 37 Prozent, bei ECF-Patienten bei 23 Prozent.

Anerkennung

Dass den Frankfurter Forschern damit ein Durchbruch gelungen sein könnte, macht die internationale Anerkennung deutlich: Beim Europäischen Krebskongress in Wien wurden die Studienergebnisse jüngst als „late breaking abstract“ gewürdigt, also als neue Erkenntnisse, denen die Experten eine hohe Wahrscheinlichkeit einräumen, dass sie die klinische Praxis verändern könnten.

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest ist Teil des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Frankfurt (UCT). Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse bei Tumorerkrankungen zu verbessern, indem neue Therapieansätze in klinischen Studien konsequent fortentwickelt werden.

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