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Mitarbeit der Eltern ist ein Muss

Damit Kinder in der Schule gut abschneiden, ist der Dialog zwischen Schule und Eltern wichtig. Dieser bleibt jedoch besonders an Einrichtungen mit hohem Migrantenanteil aus. Das Projekt ,,Elternbeteiligung“ soll das ändern.
Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne)
Eschersheim. 

In der Johann-Hinrich-Wichern-Schule treffen Kinder unterschiedlichster Nationalitäten aufeinander. Dies bringt auch Herausforderungen mit sich. Besonders wenn es um die Kommunikation zwischen Schule und Eltern geht, gibt es Probleme. Dazu zähle laut Schulleiterin Martina Franke etwa mangelndes Interesse an Elternabenden. Um die Eltern mehr in das Schulleben einzubinden, nimmt die Förderschule am Projekt ,,Elternbeteiligung“ teil, das von der Stadt und vom Staatlichen Schulamt ins Leben gerufen wurde. Gestern haben Vertreter der Initiatoren das Projekt in der Eschersheimer Schule vorgestellt.

Sören Rabe
Kommentar: Nicht die Schulen allein lassen

Das Projekt „Elternbeteiligung“ ist ein erster Ansatz, um Familien mit Migrationshintergrund an die Schule heranzuführen. Allerdings auch nicht mehr.

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Direktorin Martina Franke zeigte sich darüber erfreut, dass ihre Schule Teil des Projekts ist. ,,Wir sind die einzige Förderschule, die an diesem Prozess beteiligt ist, und sind darauf sehr stolz“, sagte sie. Laut Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) stehe im Mittelpunkt des Konzepts, die ,,Eltern als Bildungspartner zu gewinnen. Denn „in einigen Kulturen ist es nicht selbstverständlich, dass Schule und Eltern zusammenarbeiten“, erklärte Eskandari-Grünberg. Wichtig sei es daher, kreative Wege zu entwickeln, um die Eltern zu erreichen und mit einzubeziehen. ,,Eltern wollen immer das Beste für ihre Kinder. Jetzt müssen wir uns fragen, wie wir sie dazu bringen können, in der Schule das Beste für ihre Kinder zu tun.“ Dabei müsse darauf geachtet werden, die Eltern ernst zu nehmen, und Hürden wie Beispielsweise mangelnde Sprachkenntnisse zu überwinden. ,,Wir glauben, dass sich die Eltern beteiligen wollen, sich aber aufgrund solcher Schwierigkeiten noch nicht trauen“, sagte Eskandari-Grünberg.

 

16 Schulen dabei

 

Der Stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamts Rainer Kilian pflichtete bei. An Einrichtungen wie der Johann-Hinrich-Wichern Schule sei die Mitarbeit der Eltern ein Muss, um ein gutes Bildungsniveau für die Kinder zu erreichen. Barrieren zur Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten seien Stolpersteine in der Entwicklung der Schüler. ,,Die Schulen nehmen das Thema ernst. Es ist uns nicht schwer gefallen, Projektpartner zu gewinnen“, erklärte Kilian. Auch von Gremien wie etwa den Schulformsprechern gebe es positive Rückmeldungen. Im Moment nehmen 16 Schulen in 14 Stadtteilen am Projekt teil. Das Ziel sei es laut Kilian, das Konzept in der ganzen Stadt zu etablieren.

 

Muster überdenken

 

Beim Konzept ,,Elternbeteiligung“ wird den teilnehmenden Schulen bei der Lösungsfindung freie Hand gelassen und Geld für die Umsetzung zur Verfügung gestellt. ,,Jede Schule erhält pro Jahr ein Budget von 2000 Euro“, erklärte Armin von Ungern-Sternberg, Leiter des Amts für multikulturelle Angelegenheiten. Laut Ungern-Sternberg werden während des Konzepts eine Menge Ideen und Lösungen erarbeitet, die über die gewohnten Verhaltensmuster der Einrichtungen hinausgehen sollen. ,,Die Verantwortlichen an den einzelnen Schulen setzen sich zusammen und überlegen, wie zum Beispiel Elterngespräche geführt werden und was man daran verbessern kann“, sagte er. ,,Die Schulen sollen vor allem eine Willkommenskultur entwickeln, damit sich die Eltern wohlfühlen“, fügte Eskandari-Grünberg bei. Die Johann-Hinrich-Wichern-Schule hat bereits Wege entwickelt, Eltern zu mehr Zusammenarbeit zu bewegen. Hilfreich war dabei, dass an der Förderschule Lehrer mit Migrationshintergrund unterrichten. Einer von ihnen ist Agmal Azami. Groß geworden ist er in Frankfurt, hat allerdings seine Wurzeln in Afghanistan. Gemeinsam mit seiner Kollegin Dorothee Franz arbeitet er an Konzepten für Elternbeteiligung. Wenn es bei Elterngesprächen etwa Probleme mit der Sprache gibt, nimmt Azami die Rolle des Übersetzers ein. Darüber hinaus haben Azami und Franz eine Befragung der Eltern, über ihre Wünsche und Anregungen für das Schulleben durchgeführt. Dabei wurde besonders der Wunsch nach einem Elterncafé laut. Die beiden Lehrkräfte wollen diesen Vorschlag jetzt umsetzen und hoffen, dass ihre Mühen belohnt werden.

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