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Wochenmarkt: Mittelmeerfeeling mitten im Gallus

Scheint die Sonne, kühlt der Schatten alter Bäume. Regnet es, halten die Blätter Tropfen ab. Der Wochenmarkt in der Frankenallee zwischen Schwalbacher und Krifteler Straße besticht seit 1993 durch Gemütlichkeit und Mittelmeerfeeling. Käse und Wein, Fleisch und Wurst, Obst, Brot und Klamotten am Anfang und Ende des Marktes reihen sich mitten auf der Straße aneinander, die jeden Freitag für den Wochenmarkt gesperrt ist.
Freitags ist der Wochenmarkt der Treffpunkt im Gallus. In der Frankenallee   auf Höhe der Quäkerwiese gibt es (fast) alles für Leib und Seele. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Freitags ist der Wochenmarkt der Treffpunkt im Gallus. In der Frankenallee auf Höhe der Quäkerwiese gibt es (fast) alles für Leib und Seele.
Wochenmarkt. 

Seit Beginn der Sommerferien baut Fetih Ekici (45) jeden Freitag seinen Wagen auf dem Wochenmarkt Gallus gegenüber vom Grillwerk auf. Die Duftmischung aus deftigen Würstchen und Spießbraten und warmem Pitabrot mit gegrilltem Gemüse lässt Besucher schwanken zwischen dem ältesten und neuesten Stand. Bei „Guddi“ Gudrun Wüst (64) stehen drei Damen am Grill und brutzeln, was das Zeug hält, bei Ekici nur der Chef selbst. „Das ist der schönste Markt in Frankfurt“, sagt Ekici hinter zwölf Sorten Oliven, getrockneten Tomaten, gegrillter Aubergine, Aioli-Garnelen und Bergen zarter Crèmes.

„Ungefähr 90 Prozent meiner Ware mache ich selbst. Das andere, wie die Weinblätter, kaufe ich ein“, sagt der fröhliche Mann, dessen Mutter Griechin und der Vater Kurde ist. Er hat lange in Holland gelebt, bevor er 1994 nach Frankfurt kam. Zwei Tage lang schnippelt er, legt ein, mischt Pascha-, Sultan- und Chefcrème in großen Bottichen. Manchmal hilft ihm seine Frau. „Die Namen habe ich mir auch selbst ausgedacht. Zu ,Pascha’ hat mich mein Sohn inspiriert, als er 13 Monate alt war. Kräftig im Geschmack und ein bisschen wie ein König“, sagt Ekici, während er mit einem Spatel ein Pitabrot mit hellrosa Crème bestreicht, frischen Salat zufügt und mit einigen Garnelen ohne Knoblauch garniert. Er rollt das Brot ein, legt es zum Aufwärmen in einen Sandwichmaker und rollt anschließend noch eine Serviette drum herum.

„Lecker“, urteilt die Kundin nach dem ersten Biss und bestellt noch drei weitere Sandwiches für ihre Kollegen mit unterschiedlichem Belag. Eine sanfte Mischung mit Sultancrème mit Datteln und gegrilltem Gemüse und zwei scharfe Pitas mit Chefcrème voller Chili, winzigen „Pepper Drops“-Paprika voller Kräuter und Auberginencrème. Sie probiert auch mehrere Sorten von dicken grünen eingelegten Oliven. Gleichzeitig braucht eine Hausfrau drei große Becher mit schwarzen Oliven. „Ich mache Nudelsalat, da brauche ich ganz viel.“ Die Marktbesucher drängen sich am Stand, wollen naschen, testen und Mittagessen holen. Die Oliven in rotem Pesto sind besonders begehrt. Riesige hellgrüne Oliven ummantelt von dicker rötlicher Soße. „Im ersten Moment schmeckt das süß wie Thousand Island-Dressing, danach wird’s richtig pikant“, erzählen die Kunden und möchten das Rezept. Ekici lacht und sagt: „Das wird nicht verraten, aber nächsten Freitag gibt es sie wieder.“

Die Warteschlangen zwischen dem „Grillwerk“ und der mediterranen Feinkost vermischen sich an Stehtischen. Neben Jägerschnitzel gibt es Tzatziki, neben Schnitzel mit Pommes gibt es eingelegte Sardellen. Hausfrauen, Rentner und Geschäftsleute tauschen sich aus, träumen von Urlaub. Ein Mann betont: „Auf dem Gallus-Wochenmarkt ist immer Urlaub. Nette Leute, tolle Ware – und jede Menge Klatsch und Tratsch.“

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