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Prozess vor dem Landgericht: Mitten auf dem Römerberg: Mann schießt mit Pfefferspray-Pistole inGesicht

Ein 39 Jahre alter Mann muss sich seit gestern vor dem Landgericht verantworten. Er hatte einem Geschäftspartner mit einer Pfefferspray-Pistole ins Gesicht geschossen.
Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv
Frankfurt. 

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei chinesischen Geschäftsleuten beschäftigt seit gestern das Landgericht. Angeklagt ist ein 39 Jahre alter Kaufmann, der im April 2014 mit einer Pfefferspray-Pistole auf seinen Kontrahenten geschossen haben soll. Tatort: Der belebte Römerberg.

Auf der Terrasse eines der Ausflugslokale in der Ostzeile hatte man sich an dem heiteren Frühlingstag eigentlich verabredet, um eine leidige geschäftliche Angelegenheit zu bereinigen. Der Ältere hatte von dem Jüngeren noch rund 2000 Euro aus einem gemeinsamen Geschäft mit Touristen zu bekommen. Das Gespräch im „Standesämtchen“ aber hatte nicht den erhofften Verlauf. Stattdessen gerieten die beiden Geschäftsleute in Streit. Der 39-Jährige öffnete eine Flasche mit Benzin und schleuderte die Flüssigkeit in Richtung des Kontrahenten, während er mit einem Feuerzeug hantierte. Der Jüngere rannte davon, wurde aber verfolgt.

Während unmittelbar in der Nähe Alphornbläser musizierten und zahlreiche Touristen über den Platz schlenderten, zog der 39-Jährige eine Pfefferspray-Pistole aus der Tasche und schoss dem Kontrahenten aus kurzer Entfernung ins Gesicht. Der Mann wurde an der Wange verletzt und erlitt einen Schock. Andere Lokalgäste eilten von der Terrasse ins Innere der Gastwirtschaft und alarmierten die Polizei.

Unklare Beweislage

Seit gestern hat sich der 39 Jahre alte Mann vor dem Landgericht zu verantworten. Weil die Beweislage im Ermittlungsverfahren offenbar recht unklar war, konzentrierte sich die Staatsanwaltschaft vor allem auf den Schuss oder die Schüsse, die sich aus der normalerweise zur Abwehr gefährlicher Tiere vorgesehenen Spray-Waffe gelöst und das Opfer verletzt hatten. Die Anklage lautet deshalb auf gefährliche Körperverletzung, nicht aber auf versuchte räuberische Erpressung oder gar ein versuchtes Tötungsdelikt, wie es am ersten Verhandlungstag in den Erörterungen des Gerichts und der Staatsanwaltschaft hieß.

Die Verteidiger des Geschäftsmannes versuchten vor allem, an der Glaubwürdigkeit des Opfers Zweifel zu schüren und stießen bei dessen Befragung ausführlich in diese oder jene Details vor, wobei auch die Benzinflasche und die Schulden bei dem Angeklagten immer wieder thematisiert wurden. Sollte etwa das Geld mit Gewalt eingetrieben werden?

Ende noch dieses Jahr

Ein Mann aus Oberbayern jedenfalls, der mit seiner Frau und einer Bekannten eigentlich ein kühles Bier mit Blick auf Justitia und Römer genießen wollte, durfte als „Dankeschön“ gestern gleich noch einmal auf Staatskosten nach Frankfurt in den Zeugenstand der 30. Großen Strafkammer kommen. Nachdem er ausführlich seine Eindrücke mitgeteilt hatte, wurde er entlassen. Der Prozess aber soll noch in diesem Monat abgeschlossen werden.

(ge)
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