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"Lesezauber" in Frankfurt: Moderator Tim Frühling eröffnet Bibliothek in Dornbusch

Von Es ist wieder soweit: Zum mittlerweile 29. Mal zieht die Aktion „Lesezauber“ in den Stadtteilbüchereien Kinder zwischen vier und acht Jahren in ihren Bann. Es gibt spannende Bücher und kreative Aktionen rund um das Thema „Fremde Freunde“.
Tim Frühling macht seine Sache gut – die Kinder sind begeistert von den Vorlesekünsten des Radiomoderators. Foto: Heike Lyding Tim Frühling macht seine Sache gut – die Kinder sind begeistert von den Vorlesekünsten des Radiomoderators.
Dornbusch. 

Es ist mucksmäuschenstill in der Stadtteilbücherei, als sich Tim Frühling auf seinen Stuhl setzt. Gespannt blickt der Radiomoderator die sieben- und achtjährigen Kinder aus der Heinrich-Seliger-Schule an, die auf den Stühlen vor ihm Platz genommen haben. 25 Augenpaare schauen aufgeregt zurück. Dann beginnt Frühling zu lesen. Aus dem Buch „Ich Tarzan – Du Nickless!“ erzählt er die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft zwischen einem französischen und einem deutschen Jungen.

„Fremde Freunde“ lautet das diesjährige Motto der Aktion „Lesezauber“, die noch bis zum 29. Oktober von der Stadtbücherei und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse organisiert wird. In 16 Bibliotheken und der Fahrbibliothek dreht sich diesmal alles um das Neue, das Fremde und ungewöhnliche Freundschaften. Dass genau dieses Thema ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Im Gegenteil. „Wir versuchen jedes Jahr ein aktuelles Thema zu bestimmen. Zudem spielt Anderssein und Freundschaft bei Kindern immer eine Rolle“, erklärt Roswitha Kopp, die Sprecherin der Stadtbücherei.

Stillsitzen und zuhören

Mittlerweile seit vier Jahren dabei und somit quasi fester Bestandteil des „Lesezaubers“ ist Tim Frühling. Da ist es Ehrensache, dass der Radiomoderator und Autor auch jetzt wieder bei der Auftaktveranstaltung dabei ist. Damals, bei seiner Premiere, erinnert sich der 41-Jährige, war er noch skeptisch, ob die Kinder auch lange genug stillsitzen und ihm zuhören. Doch diese Zweifel sind längst verflogen. „Kinder werden in diesem Punkt unterschätzt. Sie können sehr gut zuhören. Manchmal sind sie sogar enttäuscht, wenn ich das Buch nach einer Stunde weglege“, sagt er.

Ehrliche Kinder

Um die Kinder mit seinen Worten und Geschichten zu fesseln, hat Frühling ein bewährtes Rezept: „Ein bisschen mehr Theatralik muss sein. Ich arbeite mit noch mehr Gesten also sonst und verstelle öfter meine Stimme. Man muss bei allem ein wenig übertreiben, das mögen die Kinder.“ Ob den Knirpsen das, was Tim Frühling bei seiner Lesung veranstaltet, auch wirklich gefällt, das zeigen sie klar und deutlich. Ohne Hemmungen. „Kinder sind unglaublich ehrlich. Das unterscheidet sie von den Erwachsenen. Gefällt ihnen etwas nicht, dann hören sie nicht mehr zu oder verlassen vielleicht sogar den Raum“, so der Autor.

Kreative und inspirierende Aktionen rund ums Buch

Über 50 Veranstaltungen bieten die 16 Bibliotheken und die Fahrbibliothek während der Aktion „Lesezauber“. Diese läuft noch bis zum 29.

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Heute aber bleiben alle Kinder brav auf ihren Stühlen sitzen. Vielmehr noch: Sie lachen und sind begeistert von dem, was Frühling ihnen präsentiert. So lernen sie schnell die Fantasiesprache, die sich die beiden achtjährigen Jungen in der Geschichte, die er vorliest, ausgedacht haben. Da wird die Blume zu „Sprott“ und das Zelt zu „Schrapatt“. Mit der Hilfe ihrer neuen Sprache finden die Jungs sogar ihre verschwundenen Schwestern wieder und merken: Fremdsprachen sind sehr nützlich.

Dem stimmt nicht nur Tim Frühling zu, sondern auch die Zweitklässler, die ihm immer noch gespannt zuhören. Zumal bei den Mädchen und Jungen fast jedes Kind eine zweite Sprache spricht, etwa Russisch, Persisch oder Serbisch. Deutsch, so finden einige, ist eine sehr schwere, aber auch eine schöne Sprache. Das sieht Tim Frühling ganz genauso: „Die deutsche Sprache ist sehr schön, weil man viele Sachen gut ausdrücken kann.“ Dazu meldet sich ein dunkelhaariger Junge zu Wort: „Ja, zum Beispiel Lesezauber.“

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