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Verdrängungseffekt wird befürchtet: Museum für moderne elektronische Musik will die Räume des Kindermuseums beziehen

Von Die Anfänge der elektronischen Musik reichen zurück bis in die 1920er Jahre. Einem großen Publikum wurde sie aber erst durch die Techno-Welle bekannt. An die Geschichte der elektronischen Musik will eine Initiative in ihrem Museum erinnern.
Das Kindermuseum zieht Ende des Jahres aus. Interessenten für die Räume in der Zwischenebene der Hauptwache gibt es schon. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Bernd Kammerer Pressedienst) Das Kindermuseum zieht Ende des Jahres aus. Interessenten für die Räume in der Zwischenebene der Hauptwache gibt es schon.
Innenstadt. 

Einen riesengroßen Vorteil sieht Alex Azary, wenn das Museum of Modern Electronic Music (Momem) in die Räume des Kindermuseums in der Zwischenebene der Hauptwache ziehen würde. „Durch unser Museum und Kulturzentrum wird das Zwischengeschoss als Plaza an einem derzeit wenig attraktiven Ort belebt“, betonte der Momem-Vorsitzende. Eben dort, wo sich gewisse Gruppen treffen, trinken und urinieren, fügte er bei der Vorstellung des Konzeptes im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) hinzu.

Diese Bemerkung kam nicht so gut an. „Und wo sollen diese Leute dann hin? In einer Stadt wie Frankfurt sollen alle ihren Platz haben“, kritisierte ein Bürger. Azary verwies auf die Stadt, mit der eine Lösung gefunden werden müsse. „Das Momem bedeutet eine Bereicherung für die Hauptwache, sie sich bislang nach Feierabend recht schnell leert“, bestärkte Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) die Museumsfreunde. Es sei zwar verständlich, dass die Bedürfnisse aller Bürger berücksichtigt werden sollen, aber daran dürfe so ein Projekt nicht scheitern, stellte er klar.

Gespräche stehen an

Kommende Woche stehen für die Museums-Initiatoren Gespräche mit Planungsdezernent Mike Josef und Kulturdezernentin Ina Hartwig (beide SPD) an. „Wir werden unsererseits eine Machbarkeitsstudie für die Schließung der B-Ebene erstellen, bei der es auch um technische Punkte wie die Entrauchung und Entfluchtung geht“, erklärt der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert. Man bleibe für die Idee des Museums offen, die Zuständigkeit werde aber an das Kulturdezernat abgegeben.

Nach Angaben von Azary könnte der Umbau mit energetischer Sanierung im November dieses Jahres beginnen und in neun bis elf Monaten abgeschlossen sein – wobei sich das Projekt durch Sponsoren und Fundraising selbst trage, erklärte er. Von den Gesamtkosten zur Umgestaltung des jetzigen Kindermuseums und der Zwischenebene, die Azary mit acht bis zehn Millionen Euro veranschlagt, würde die Stadt daher zunächst nur jene 4,5 Millionen Euro übernehmen, die sich auf die Umgestaltung des öffentlichen Raums beziehen.

„Dadurch spart die Stadt viel Geld, denn nach Schätzungen von Fachleuten müsste sie wohl inzwischen bis zu 25 Millionen Euro investieren, um den Abgang zur B-Ebene an der Hauptwache zu schließen“, betonte Azary. Ein Deckel über die Hauptwache wurde schon häufiger diskutiert. Womit jedoch noch lange nicht gewährleistet sei, dass dabei ein attraktiver Platz entstünde, der von den Passanten auch mit Leben gefüllt werde. Azary verwies auf den Willy-Brandt-Platz und den Rossmarkt, die nach Feierabend oft groß und leer wirken, wenn dort keine Sonderveranstaltung stattfindet.

Abendprogramm geplant

Doch das Momen würde sowohl tagsüber als auch abends zum musikalisch und kulturell attraktiven Anziehungspunkt, das dank Begrünung belebt würde. „Wir denken unser Museum neu und legen am Abend erst richtig los, denn wir sind zugleich eine Event Location, die Musik- und Filmabende anbietet“, führte Azary aus. Er verweist auf den großen Kreis von Musikern, Komponisten und DJs der Electronic Music wie Jean-Michel Jarre, Sven Väth, DJ Ata oder Roman Flügel, die hinter dem Museum und seinen Exponaten stünden.

Der Ausstellungsteil wird neben einem kurzen historischen Abriss bis zu den Anfängen der elektronischen Musik in den 1920er Jahren vor allem die Entwicklung der Musikszene ab den 1970er Jahren mit verschiedenen Stilen wie House oder Techno mit Fotos, Videos und Art Work zeigen. Hinzu komme eine Akademie, die mit Hochschulen in Wiesbaden oder Ostwestfalen-Lippe kooperieren soll.

„Schon vor zwei Jahren haben wir unser Projekt vorgestellt und konnten damals den Kulturdezernenten Felix Semmelroth und den Bürgermeister Olaf Cunitz als Schirmherren gewinnen“, erinnerte Azary. Doch der Baubeginn verzögert sich, da das Kindermuseum, das künftig „Junges Museum“ heißt, die Räume an der Hauptwache erst Ende des Jahres verlässt. Deshalb kann das Momen frühestens Ende 2018, Anfang 2019 eröffnen.

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