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54 Millionen Euro teurer Neubau fertiggestellt: Museumsquartier in der City ist endlich fertig

Von Nach zehn Jahren Planung ist am Mittwoch der Neubau des Historischen Museums offiziell übergeben worden. In Betrieb ist bisher allerdings nur das Foyer. Noch bis Anfang Oktober wird es dauern, das große Ausstellungsgebäude einzurichten. Genutzt werden kann aber schon der neu entstandene Platz.
Der neue Platz vor dem Ausstellungshaus des Historischen Museums präsentierte sich am Mittwoch erstmals ohne Bauzaun. Foto: Rainer Rüffer Der neue Platz vor dem Ausstellungshaus des Historischen Museums präsentierte sich am Mittwoch erstmals ohne Bauzaun.
Frankfurt. 

Ein schwieriges Projekt ist zu Ende gebracht: Der Neubau des Historischen Museums, einst gegen großen Widerstand in der CDU durchgesetzt, ist weitgehend fertig. Die Bauzäune sind entfernt, das neue Museumsquartier in der City wird sichtbar. Viel länger als ursprünglich geplant hat die Fertigstellung gedauert – ursprünglich sollte das Haus schon 2012 eröffnet werden. Die Verzögerung lag an der überraschend entdeckten mittelalterlichen Hafenanlage, aber auch an einigen Schwierigkeiten mit Baufirmen. Immerhin: Die zuletzt genehmigte Gesamtsumme von rund 54 Millionen Euro sei eingehalten worden, betont Baudezernent Jan Schneider (CDU), als er das Gebäude offiziell dem Kulturdezernat übergibt.

Die freigelegte Hafenmauer aus der Stauferzeit liegt an der Grenze zwischen Neubau (links) und Altbauten. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Die freigelegte Hafenmauer aus der Stauferzeit liegt an der Grenze zwischen Neubau (links) und Altbauten.

Die zahlreichen aktiven und ehemaligen Politiker, die zum Festakt gekommen sind, halten das Geld für gut angelegt. Dabei war das Projekt anfangs umstritten. War es noch Konsens, den Betonbau aus den 70er Jahren abzureißen, stieß der Entwurf für den Neubau auf Kritik in der CDU: Zu massiv sei der 60 Meter lange Ausstellungsbau, zu wenig am historischen Vorbild orientiert der gesamte Entwurf.

Zwischen Alt und Neu

Davon ist keine Rede mehr. „Wir haben ein neues Stück alte Stadt geschaffen“, sagt Schneider. Er lobt die hohe handwerkliche Qualität mit Sandsteinfassade, Holzfenstern und Schieferdächern. „Es ist eine Brücke zwischen Alt und Neu.“ Museumsdirektor Jan Gerchow erinnert der Ausstellungsbau an einen „großen Speicher“, die Architektin Jórunn Ragnarsdóttir betont: „Das Historische Museum ist genau für diesen Ort entworfen worden, es könnte nicht woanders stehen.“ Es handle sich um eine „Architektur, die Vergangenes vermittelt, ohne selbst wie Vergangenes auszusehen“.

Info: Eine „freundliche Übernahme“

Am kommenden Wochenende öffnet das neue Museum seine Pforten für alle interessierten Besucher – sie sind eingeladen zum „Takeover“, zur freundlichen Übernahme.

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Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stellt den neu entstandenen Platz zwischen dem Ausstellungsbau neben der Alten Nikolaikirche und dem Eingangsgebäude heraus. „Der früher geschlossene Innenhof öffnet sich zur Stadt.“ Eine Freitreppe lädt dazu ein, sich niederzulassen. „Hier können die Menschen in der Sonne eine Auszeit nehmen“, sagt Feldmann.

Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, enthüllt das große „M“, das jetzt als Museumslogo dient. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums, enthüllt das große „M“, das jetzt als Museumslogo dient.

Für die Architektin handelt es sich um den „ersten Ausstellungsraum“ des Museums. In den großen Nischen des Ausstellungsbaus sind alte Skulpturen zu betrachten, die aus Frankfurter Bürgergärten stammen. Vom Platz aus können Passanten durch große Gucklöcher einen Blick ins Untergeschoss werfen. Die Fläche soll aber auch vom Museum selbst genutzt werden, kündigt Gerchow an. Geplant ist etwa ein historischer Weihnachtsmarkt.

Blick in die Zukunft

Für Besucher zugänglich sind neben dem Platz bisher nur das neue Foyer, von dem aus die sanierten Altbauten erreichbar sind, und das von den Frankfurter Gastronomen Martina und Kay Exenberger betriebene Museumscafé im Untergeschoss. Die Ausstellung selbst wird erst noch eingerichtet. Vitrinen stehen schon, in den kommenden Monaten folgen die Exponate. Anfang Oktober wird dann die neue Dauerausstellung eröffnet. Die erste Sonderausstellung wird sich mit dem Museum selbst befassen.

Kommentar: Früher war nicht alles besser

Es war eine glückliche Fügung, dass die Kommunalpolitik sich vor zehn Jahren dafür entschied, einen Neubau für das Historische Museum zu errichten.

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Das Haus wandle sich zum „Universalmuseum für die Stadt“, kündigt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) an. Es werde nicht nur die Vergangenheit, sondern auch Gegenwart und Zukunft im Blick haben. Das gilt auch für die Besucher: Im dritten Stock des Ausstellungsbaus schauen sie künftig aus einem gläsernen Erker nicht nur auf die historischen Bauten am Römerberg, sondern auch auf die sich ständig weiterentwickelnde Skyline.

Bilderstrecke Neubau des historischen Museums übergeben
Nach 10 Jahren Planung ist der Neubau des historischen Museums offiziell übergeben worden. Hier einige Bilder vom Festakt.
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