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Musikliebhaberin mit Mission

Vom Gezwitscher ist die Frankfurterin Ulrike Schmid zur Klassik gelangt. Inzwischen ist sie ein derart begeisterter Orchesterfan, dass sie im Konzertsaal sogar schon ihre Couch aufgestellt hat.
Ulrike Schmid hält in der Alten Oper einen Platz für ihren nächsten Gast frei. Sie selbst ist im schönen Konzerthaus eine Art Stammgast.	Foto: Christes Ulrike Schmid hält in der Alten Oper einen Platz für ihren nächsten Gast frei. Sie selbst ist im schönen Konzerthaus eine Art Stammgast. Foto: Christes
Westend. 

Von ihren Eltern hat sie das nicht. Ulrike Schmid, Wahl-Frankfurterin und freie PR-Beraterin, hat klassische Musik erst im Erwachsenenalter für sich entdeckt. Umso heftiger hat sie sich in den Klang vor allem von Symphonie-Orchestern verliebt. So groß ist ihre Begeisterung, dass sie sie am liebsten mit aller Welt teilen würde. Deshalb nimmt Ulrike Schmid sogar Fremde mit in den Konzertsaal.

„Konzertcouch“ heißt die Aktion, mit der sie Menschen, die so gut wie keine Eindrücke von Klassik haben, an die Musik von Bach, Brahms oder Berlioz heranzuführen versucht. Dazu nutzt Schmid ihre zweite große Leidenschaft: das Internet. Denn sie nimmt zwar Fremde, aber nicht jeden mit ins Konzert. Die Bedingung: Ihre Begleitung muss wie sie selbst einen Internet-Blog führen. Thematisch darf es darin um fast alles außer klassischer Musik gehen.

„Hinterher müssen meine Begleiter aber über ihr Konzerterlebnis schreiben“, fordert Schmid. So kam es, dass es auf der sonst ganz und gar autofokussierten Internetseite von Björn Habegger oder dem Fußball-Blog von Frank Baade unverhofft von klassischer Musik und dem Für und Wider eines Konzertbesuchs die Rede ist. „So erreichen wir gemeinsam Menschen, die sonst nicht mit Musik in Berührung kommen“, erklärt Schmid ihr Anliegen.

Mehrere Stunden in der Woche investiert Ulrike Schmid in ihre nicht ganz private Leidenschaft. Sie hat sich inzwischen als „Orchestrasfan“ im Internet einen Namen gemacht (www.orchstrasfan.de).

Wobei der Fan Ulrike Schmid keine allgemeine Musikliebhaberin ist. Ihr Favorit ist das HR-Symphonie-Orchester. Dessen Aktivitäten verfolgt sie besonders intensiv, verbreitet über ihr Blog, den sie als „Orchestrasfan“ betreibt, und via Twitter Neues aus dem Ensemble, interviewt auch mal Mitglieder und beantwortet die ewig aktuelle Kleiderfrage. „Um es anderen Frauen leichter zu machen, stelle ich Fotos von mir im Konzert-Outfit auf die Seite.“

Als „Orchestrasfan“ hat es Schmid sogar ins Radio geschafft. In der Sendung „Treffpunkt HR-Symphonie-Orchester“ stellt sie jedes Mal mehr oder minder unbedarfte Fragen zum Klangkörper.

Mehr als 350 Menschen folgen der Musikbegeisterten via Twitter, mit fast drei Dutzend real oder virtuell Bekannten tauscht sie sich täglich über Musik, Musiker oder Spielpläne aus. Wobei es die Fangemeinde nicht stört, dass Schmids Kommentare nicht immer ganz neutral sind: Mit Augenzwinkern lassen sie es durchgehen, wenn die Frankfurterin das hiesige Symphonie-Orchester als das beste der Welt bezeichnet.

Seit Monatsbeginn übt sich die 45-Jährige allerdings in Zurückhaltung, weil sie nun auch beruflich PR fürs HR-Orchester macht. Ihre Konzertcouch hat sie dennoch wieder besetzt. Diesmal war die Frankfurt-Bloggerin Antje Blume-Grabow dabei, in der Alten Oper lauschten die beiden Damen dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester.

Es ist Schmids Aufgabe, die geeigneten Gäste und dann die Konzerte auszusuchen, sie kümmert sich bei den Veranstaltern um die Karten, wirbt auf ihrem Blog auch für die Veröffentlichungen ihres Gastes. So viel Spaß an Musik macht hellhörig. Hier und da melden sich sogar Orchester und Konzerthäuser aus deutschen und europäischen Metropolen und bieten Karten für sie und ihren Couchgast.

(ing)
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