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Prozess in Frankfurt: Mutter und ihre Kinder stehen vor Gericht: Falsche Fahrkarten verkauft

Mutter, Tochter und Sohn stehen seit gestern gemeinsam vor Gericht, weil sie 2014 und 2015 mit falschen Fahrkarten handelten. Damit sollte die Rente der Mutter aufgebessert werden.
Symbolbild: dpa Symbolbild: dpa
Frankfurt. 

Handel mit gefälschten Fahrkarten des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) im Familienverbund – das wirft die Anklage seit gestern einer 79 Jahre alten Frau und ihren 56 und 50 Jahre alten Kindern vor. Anfang dieses Jahres hatte die Polizei Wind davon bekommen, dass die kärgliche Rente der Seniorin offenbar durch kriminelle Handlungen aufgebessert wurde. Die Frau wurde immer wieder in der Innenstadt gesehen – etwa bei C & A an der Konstablerwache – wie sie geheimnisvolle Briefumschläge mit diversen Leuten austauschte.

Im Februar kam es schließlich zum Zugriff. In den Umschlägen, die die 79-Jährige dabeihatte, waren gefälschte RMV-Monatskarten und in denen, die sie von ihren „Kunden“ erhielt, der vereinbarte Kaufpreis – meistens rund die Hälfte des offiziellen Betrages. Die Ermittlungen ergaben, das die Verkäuferin im Auftrag ihres Sohnes und der Tochter aktiv war. Teilweise wurden die Fahrkarten auch in der Wohnung der Mutter verkauft.

Die weiteren Ermittlungen führten nach Serbien, wo die Hinterleute saßen, die mit in Deutschland gestohlenen Blankofahrkarten versorgt wurden und aus ihnen die Fälschungen herstellten. Dabei waren die Fälscher jedoch nicht immer mit den aktuellen Preissteigerungen vertraut. Ein größerer Posten Fahrkarten war um den Jahreswechsel 2014/15 plötzlich unverkäuflich geworden, nachdem die Fahrpreise angezogen hatten.

„Mit so etwas müssen Sie beim RMV immer rechnen, meine Damen und Herren“, sagte Vorsitzender Richter Volker Kaiser-Klan, nachdem er zuvor die Geständnisse der drei Angeklagten entgegengenommen hatte. Sie hatten alles im Grunde eingeräumt, wollten den Schaden jedoch begrenzt haben, weil sich die Staatsanwaltschaft zu ihren Ungunsten verrechnet habe. Insgesamt mehr als 31 000 Euro wurden laut Anklage eingenommen, die Angeklagten wollten aber lediglich auf 12 000 Euro kommen. Der Anklagevertreter sagte, dass viele der 24 Anklagevorwürfe auf geschätzten Berechnungen basierten, die genaue Schadenshöhe also gar nicht beziffert werden könne.

Mit dem Geld, von dem einiges auch noch an die Hinterleute abgegeben werden musste, wurde vor allem die alte Frau beim Lebensunterhalt unterstützt. Dafür, dass ihre beiden Kinder ihr schon längere Zeit zuvor immer wieder unter die Arme gegriffen hatten, zeigte sie sich nun dankbar. „Ich konnte nicht Nein sagen, als sie mich baten, mitzumachen“, ließ sie über ihren Verteidiger erklären. Der Prozess soll noch in dieser Woche abgeschlossen werden.

(ge)
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