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NSA-Affäre inspiriert zu Agentenfilm

Bei einem Videoworkshop im Museum für Kommunikation durften Zehntklässler der Integrierten Gesamtschule Nordend ein ganzes Schuljahr lang experimentieren. Jetzt wurden ihre Werke vorgestellt.
Gute Ideen hatte die Schüler der IGS Nordend. Ihre Filme werden zur Visionale 2014, für den Hessischen Jugendfilmpreis, eingereicht.	Foto: Rüffer Gute Ideen hatte die Schüler der IGS Nordend. Ihre Filme werden zur Visionale 2014, für den Hessischen Jugendfilmpreis, eingereicht. Foto: Rüffer
Sachsenhausen. 

Torben (16) lässt es gerne krachen. Auf seiner Party heizt er die explosive Stimmung mit Terrorfilmen an. Die passenden Leute sind dank der einschlägigen Netzwerke schnell gefunden – bis ein NSA-Mann eine Mail abfängt und Alarm schlägt: Wollen Cosmo und seine Freunde wirklich ein Haus in die Luft sprengen? Wenn ja, wäre die Öffentlichkeit gewarnt, denn im Internet bleibt bekanntlich nichts geheim.

„Ich habe mich für den Film in die Rolle des Partyfreaks und des Agenten versetzt, eine spannende Erfahrung“, erklärt der 15-jährige Schüler der 10 a. Inspirieren ließ er sich auch von der NSA-Affäre, die durch den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden publik wurde und seither für Riesenwirbel in den Medien und der Politik sorgt. Beeinflusst wurden die Schüler aber vor allem von der Wechselausstellung „Außer Kontrolle – Leben in einer überwachten Welt“, die im vergangenen Herbst im Museum für Kommunikation eröffnet wurde. Aber auch die Dauerausstellung brachte zahlreiche Impulse, um antike Briefsortiermaschinen zu filmen oder sich in kleinen Spielszenen in Zeiten zu versetzen, als man noch die Wählscheibe von Telefonen bediente.

Gefährliche Technik

Ein anderes Thema war das Problem ständiger Erreichbarkeit, das Cosmo (16) in seinem Film „Gefährliches Smartphone“ darstellte und dabei vor lauter Telefonieren gegen einen Postwagen lief. Die Trickfilme drehten sich um fliegende Handys und Polizisten auf der Jagd nach Dinosauriern, bei den Dokumentarfilmen und Interviews waren Frankfurter Klischees gegenüber ausländischen Mitbürgern und den Offenbachern gefragt. „Ich finde es wichtig, Jugendliche früh dafür zu sensibilisieren, wie Vorurteile unser Leben bestimmen“, erklärt Alia Pagin, Medienpädagogin im Medienzentrum Ostend.

Ein ganzes Schuljahr besuchten die Schüler der IGS Nordend den Workshop im Museum für Kommunikation. Das Medienzentrum Ostend stellte als Partner die Kameras zur Verfügung und schulte die Jugendlichen im Umgang mit der Technik und der Gesprächsführung bei Interviews. „Unsere Intention ist eine langfristige pädagogisch-kulturelle Kooperation zwischen dem Museum und der IGS Nordend, da sich durch regelmäßige Workshops über ein Schuljahr die Medienarbeit besser vertiefen lässt“, erklärt die Museumspädagogin Jutta Mertens.

Museum als Lernort

Ziel der Kooperation sei es, die Medien- und Sozialkompetenz der Schüler zu stärken, die zugleich das Museum als Lernort erleben sollen. „Für unsere zehnten Klassen bilden wir deshalb Projektgruppen, die auch Lebenswelten wie einen Kindergarten oder ein Krankenhaus kennenlernen“, erklärt Lehrer Necmettin Attasoy. „Die Erfahrungen dort sind nicht weniger wichtig und wertvoll als die im klassischen Unterricht.“ Zudem wird die Teamfähigkeit der Jugendlichen geschult, die ihre selbst gewählten Projekte in Gruppenarbeit umsetzen: „Es steckt viel Arbeit hinter solchen Filmbeiträgen, selbst am zehnsekündigen Trickfilm sitzt man sechs Stunden lang, bis man alle Einzelbilder bearbeitet hat“, stellt Cosmo fest.

Wer nach der zehnten Klasse die IGS Nordend für eine Ausbildung verlässt, sammelt zugleich eine wertvolle Erfahrung für den Start ins Berufsleben. Unabhängig davon wird die Schule über das Medienzentrum Ostend alle elf Filmbeiträge zum diesjährigen Hessischen Jugendmedienfestival Visionale 2014 einreichen. „Es sind dafür ganz viele tolle Ideen dabei“, lässt Alia Pagin durchblicken. Den Rest werde die Vorauswahl ergeben

(got)
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