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Partnerschaftsurkunde unterzeichnet: Nach 37 Jahren Freundschaft: Frankfurt schließt Städtepartnerschaft mit Tel Aviv

Von Der Austausch zwischen Tel Aviv und Frankfurt ist seit vielen Jahrzehnten rege. Doch erst jetzt wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.
Ron Huldai (l.) und Peter Feldmann mit dem Partnerschaftsvertrag. Foto: Joachim Braun Ron Huldai (l.) und Peter Feldmann mit dem Partnerschaftsvertrag.
Frankfurt. 

37 Jahre lang lebte Frankfurt mit Tel Aviv gewissermaßen in wilder Ehe. Erst jetzt sind die beide Städte offiziell verbandelt. Selbst die frühere Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) konnte es gar nicht fassen („dann habe ich mich 30 Jahre geirrt“), und auch Tel Avivs Oberbürgermeister Ron Huldai fragte zwei Mal nach („Gibt es da einen Unterschied?“): Die 1980 geschlossene Städtepartnerschaft Frankfurt und Tel Aviv war gar keine „Partnerschaft“, sondern nur eine „Freundschaft“.

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Die Stadtverordnetenversammlung beschloss 2016, diesen Irrtum zu korrigieren, und so machten sich am Sonntagnachmittag zwei Dutzend Stadtpolitiker, Wirtschafts- und Behördenvertreter sowie Journalisten nach Israel auf, um einem offiziellen Partnerschafts-Zeremoniell beizuwohnen. Dass dies die größte Auslandsdelegation war, die jemals im städtischen Auftrag unterwegs war, lag auch daran, dass schon eine weitere Gruppe in Tel Aviv war: Am Wochenende trugen die Fußballer von Makkabi Frankfurt und des Vereins FV Saz-Rock zwei Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus Tel Aviv und der türkischen Partnerstadt Eskisehir aus. Beide gingen verloren (2:4, 2:5) – aber, was soll’s?

Langjährige Beziehungen

Fußball spielte auch bei der offiziellen Stadtdelegation eine Rolle, immerhin waren mit Axel Hellmann, Philip Holzer und Julien Zamberk auch drei Vertreter der Eintracht mitgereist, ebenso wie Wirtschaftsförderer, Touristiker und mit Prof. Brigitte Haar, Prof. Wolfgang König (beide Goethe-Universität) sowie Prof. Frank Dievernich (Universität of Applied Sciences) Verantwortliche der Frankfurter Hochschulen.
 

Direkt an der Mittelmeerküste liegt Tel Aviv. Bild-Zoom
Direkt an der Mittelmeerküste liegt Tel Aviv.

Denn neben einem Empfang im Rathaus stand auch ein Besuch der Uni Tel Aviv an. Auch hier gibt es langjährige Beziehungen, nicht nur weil der Frankfurter Unternehmer Josef Buchmann in Tel Aviv (Musik und Rechtswissenschaften) und Frankfurt (Biowissenschaften) namhafte Institute mit Geld und persönlichem Engagement unterstützt.

Aber zurück zur Städtefreund-, nein -partnerschaft. Die ist in den vergangenen Jahren erblüht, wie sowohl OB Peter Feldmann wie auch dessen Kollege Ron Huldai betonten. Huldai sprach davon, dass sie für eine „bessere Welt“ stehe. Tel Aviv und Frankfurt verbinde vieles: Rein optisch die Skyline, die wirtschaftliche Prosperität (beide sind die wichtige Finanzzentren), aber auch Probleme.

Eine hippe Stadt

Im hippen Tel-Aviv, das sich stolz „Start-Up-City“ nennt, sind die Immobilienpreise sogar noch deutlich höher als am Main. Und vor der Mammutaufgabe, 60 000 illegale Migranten (vor allem aus Schwarzafrika) integrieren zu müssen, zollten die Frankfurter Kommunalpolitiker großen Respekt. Zumal die (linke) Stadtregierung von der (rechten) Staatsregierung in dieser Sache keine Unterstützung bekommt. Im Gegenteil, Israels Regierung verweigert den Einwanderern jede Hilfeleistung. Was die Tel Aviver aber eher anspornt, wie Petra Roth, seit Herbst Ehrenbürgerin dort, berichtete.

Petra Roth (blaues Kleid) und Uwe Becker (links daneben) reisten mit einer Delegation nach in Tel Aviv zum Festakt. Bild-Zoom Foto: Joachim Braun
Petra Roth (blaues Kleid) und Uwe Becker (links daneben) reisten mit einer Delegation nach in Tel Aviv zum Festakt.

Frankfurts Aufgabe wird nun sein, auch die Bürger zum Erleben dieser Partnerschaft zu animieren. Ein bisschen Kleingeld sollte man aber schon mitbringen: Nicht nur Wohnen, alles ist teuer in Tel Aviv. Umgekehrt zieht Frankfurt die Israelis schon seit vorigem Jahr an. 45.000 Übernachtungen in der Mainmetropole registrierte Tourismusförderer Thomas Feda. Berlin mit knapp einer Million Übernachtungen ist zwar unerreichbar, aber München, die derzeit zweitattraktivste Stadt (48.000) schon nicht mehr. Das ist ein guter Anfang.

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