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Experten kämpfen gegen Polystyrol: Nach Feuer in Londoner Hochhaus: Gefährliche Wärmedämmung soll verschwinden

Nach dem Brand eines Hochhauses in London haben sich Architekten und Ingenieure in Hessen für ein Verbot der Dämmplatten mit Polystyrol ausgesprochen.
Um Energiekosten zu sparen, lassen viele Eigentümer ihre Häuser dämmen. Architekten fordern ein Umdenken. Foto: WYGODA,FFM Um Energiekosten zu sparen, lassen viele Eigentümer ihre Häuser dämmen. Architekten fordern ein Umdenken.
Frankfurt. 

Kritik an Polystyrol-Dämmplatten hat Frankfurts Branddirektor Reinhard Ries schon im Jahr 2012 geübt. Er wies darauf hin, dass das Dämm-Material gefährlich sei. „Es ist schade, dass erst nach dem Brand in London und dem Brand in Duisburg so viel bewegt werden kann“, kommentiert er die geplante Novellierung der hessischen Bauordnung.

Die Hessische Architekten- und Stadtplanerkammer hat in einer Stellungnahme jetzt sogar gefordert, dass diese Dämmplatten nur noch an ein- bis zwei-Familienhäuser, die niedriger als sieben Meter hoch sind, angebracht werden dürfen. Dieser Position hat sich auch die Hessische Ingenieurskammer angeschlossen. Die Architekten wiesen aber darauf hin, dass die Fachwelt nicht erst seit dem tragischen Hochhausbrand in London mit 79 Toten „über die Brandgefahr von mit Polystyrol gedämmten Fassaden und ein daraus resultierendes Verbot diskutiere“.

In ihren Forderungskatalog wurde zudem aufgenommen, dass die obligatorische Forderung nach Pkw-Stellplätzen fallen gelassen werden solle, wenn die Gebäude älter als zehn Jahre sind. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Flammen von brennenden Fassaden auf davor geparkte Autos übergreifen.

Der Präsidentin der Architektenkammer Hessen, Brigitte Holz, geht es darum, die „gebotene Schaffung von Wohnraum besonders mit dem Brandschutz und anderen Sicherheitsbelangen in Einklang zu bringen“.

Scharf kritisierte der ABG-Geschäftsführer Frank Junker die Forderung der Architekten und Ingenieure. Man könne den Brand in London nicht als Beispiel nehmen, da dort nicht die Hausdämmung, sondern vorgehängte Metallplatten gebrannt hätten. „Wenn alle Vorschriften, die die Bauministerkonferenz erlassen hat, befolgt werden, dann sind Polystyrol-Dämmplatten durch das Verbundsystem in dem sie eingesetzt werden, sicher“, betonte Junker und erklärte, dass diese Vorschriften auch für jedes zweite Stockwerk Brandriegel aus nicht-brennbaren Materialien verlangten.

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