E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 24°C
4 Kommentare

Luftverkehr: Nach Terminal 3 kein weiterer Ausbau am Airport

Von Wird der Flughafen weiter erweitert? Werden die Nachtflugregelungen verschärft? Oder doch gelockert? Wenn es um den Frankfurter Flughafen geht, gibt es immer viele Fragen. Eine Gesprächsrunde versuchte, Licht ins Dunkel zu bringen und aufzuzeigen, wie sich der Airport in Zukunft entwickeln könnte.
Wie geht es mit dem Flughafen weiter? Klar ist: Das Terminal 3 ist im Bau. Das zeigt auch diese Luftaufnahme. Weitere große Baumaßnahmen soll es aber nicht geben – weder eine neue Start- oder Landebahn, noch ein neues Passagierabfertigungsgebäude. Foto: Stefan Rebscher (Fraport AG; Fototeam) Wie geht es mit dem Flughafen weiter? Klar ist: Das Terminal 3 ist im Bau. Das zeigt auch diese Luftaufnahme. Weitere große Baumaßnahmen soll es aber nicht geben – weder eine neue Start- oder Landebahn, noch ein neues Passagierabfertigungsgebäude.
Frankfurt. 

Es ist erst wenige Tage her, da forderte die Bürgerinitiative Flörsheim-Hochheim gegen Fluglärm den Rücktritt von Fraport-Chef Stefan Schulte. Dabei ging es um Befestigungen an den Dächern in Flörsheim, die die Anwohner eigentlich davor schützen sollen, dass keine Ziegel herabfallen, laut einem Gutachten aber schwere Mängel aufweisen würden. Stefan Schulte jedoch bleibt.

Die Baustelle zum Terminal 3 am Frankfurter Flughafen
Verwaltungsgerichtshof Kassel Kreis scheitert mit Klage gegen den Ausbau von Terminal 3

Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat entschieden, dass der Kreis Groß-Gerau vom Ausbau des Terminal 3 am Frankfurter Flughafen nicht betroffen sei. Walter Astheimer, erster Kreisbeigeordneter, zeigt sich enttäuscht vom Urteil. Die Verkehrsbelastung werde zunehmen.

clearing

Der Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers hat gestern seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Dieser ist nun bis zum 31. August 2024 gültig. Laut einer Mitteilung des Konzerns soll damit das Ziel zum Ausdruck kommen, „Fraport auch künftig erfolgreich im globalen Wettbewerb zu entwickeln“. Ein weiterer Ausbau des Airports ist mit diesen Worten aber nicht gemeint. „Es gibt keinerlei Planungen für weitere Start- und Landebahnen oder sonstige Kapazitätserweiterungen.“ Das hat Jürgen Harrer, CDU-Politiker und Leiter der Fraport-Unternehmenskommunikation bei einer Gesprächsrunde dieser Tage zum Thema „Wie geht es mit dem Flughafen nach der Landtagswahl weiter“ gesagt.

„Auf Kante genäht“

Momentan sei man bei Fraport mit „ganz anderen Dingen“ beschäftigt – mit dem Bau des Terminal 3 im Süden des Flughafens. 3,4 Milliarden Euro werden dort investiert. Zum Sommerflugplan 2023 soll das neue Passagierabfertigungsgebäude fertig sein. „Dann haben wir für die nächsten Jahrzehnt die Kapazitäten am Boden, mit denen wir am Wachstum im Luftverkehr teilhaben können“, so Harrer. Momentan sei dies jedoch noch schwer. Man habe die Kapazitätsgrenze erreicht, die Prozesse am Flughafen seien „auf Kante genäht“.Die beiden bestehenden Terminals könnten nicht mehr als 68 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen. „In diesem Jahr werden wir aber an der 70-Millionen-Marke kratzen“, sagte Harrer. „Die aktuellsten Prognosen rechnen mit insgesamt 69,4 Millionen Fluggästen.“

Die Computer-Darstellung zeigt den geplanten Flugsteig G am Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. Ansicht: dpa
Flughafen Billig-Airlines sollen ab Frühjahr 2021 am dritten ...

Eigentlich sollten die Bagger schon an der Arbeit sein. Vor einem Jahr hat der Flughafenbetreiber Fraport beantragt, einen neuen Flugsteig bauen zu dürfen. Nun liegt die Genehmigung vor.

clearing

Für Jörg-Uwe Hahn (FDP), einst stellvertretender Ministerpräsident in Hessen, heute Stadtverordneter in Bad Vilbel, ist das Thema Ausbau als beendet. „Es ist viel wichtiger, nun die Prozesse am Boden und am Himmel zu organisieren.“

Damit sprach er den überfüllten Luftraum, die fehlenden Fluglotsen und den Personalmangel an den Sicherheitskontrollen an. Die Folge davon spürten in diesem Frühjahr und Sommer Passagiere, aber auch Anwohner rund um den Flughafen besonders deutlich: Chaos vor den Sicherheitskontrollen, verpasste Flüge, Annullierungen, Verspätungen. In Kombination mit Fluglotsen-Streiks und Unwettern landeten vermehrt Maschinen in Frankfurt nach 23 Uhr – dann wenn eigentlich Ruhe am Himmel sein sollte. Ein Luftfahrt-Gipfel Anfang Oktober mit Vertretern aus Politik, von Flughäfen, Airlines, der Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung soll nun Lösungen für das Chaos finden.

Erhöhung der Entgelte

Für Jan Fischer (CDU), Bürgermeister von Nauheim und stellvertretender Vorsitzender der Fluglärmkommission, ist ganz klar: „Wenn auf Mallorca ein Gewitter ist, dann dürfen die Maschinen erst gar nicht starten, wenn man weiß, dass sie in Frankfurt zu spät ankommen.“ Er fordert, dass die Entgelte für Landungen nach 23 Uhr drastisch erhöht werden. Von einer flexibleren Handhabung des Nachtflugverbots hält er nichts. Zudem setzt er auf technische Neuerungen, damit es für die Bürger leiser wird.

Ein Airbus ist vor der Skyline im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen. Foto: Arne Dedert/dpa
Flughafen Fluglärm in Frankfurt: Wann es wo wie laut ist

Kaum ist der Frühling da und wir sitzen in der Mittagspause draußen, ist es nicht mehr zu überhören: Am Frankfurter Himmel tummeln sich ganz schön viele Flugzeuge. Aber weshalb sind sie an manchen Tagen lauter als an anderen? Und in welchem Stadtteil leiden die Frankfurter besonders unter dem Fluglärm? Ein kleines Erklärstück.

clearing

„Das ist doch alles hohles Geschwätz“, sagt Klaus Rehnig von der Bürgerinitiative „Stop Fluglärm“. In der ersten Stunde nach dem Nachtflugverbot, also zwischen fünf und sechs Uhr, gebe es nur 35 Flugbewegungen. „Das ist nicht viel, aber gerade die nerven uns“, so Rehnig. „Wenn man diese eine Stunde nach hinten verlegt, könnten wir länger schlafen. Das könnte man doch mal ein Jahr testen.“ Und dann fügt er an: „Wir müssen aufeinander zugehen und nicht immer auf unseren Standpunkten beharren.“

Ob sich Fraport-Chef Stefan Schulte darauf einlässt? Das wird sich in den kommenden sechs Jahren zeigen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen