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Foto: Eine Katastrophenübung in Yogyakarta, Indonesien. Bild: imago Bilder > Foto: imago stock&people Foto: Eine Katastrophenübung in Yogyakarta, Indonesien. Bild: imago

Ganz konkret: Wie sollte ich mich verhalten, wenn ein biologischer Giftstoff in einer Stadt wie Frankfurt ausgetreten ist?
Hoppenrath: Das Wichtigste ist, dass Sie sofort einen geschützten Raum aufsuchen. Als improvisierte Schutzraum  taugt jedes beliebige Gebäude – idealerweise eines mit einer Sprinkleranlage. Indem Sie  die auslösen, können Sie sich zumindest oberflächlich reinigen. Suchen Sie innerhalb dieses Gebäudes einen sicheren Raum – vorzugsweise  einen großen, denn Sie werden den Sauerstoff brauchen. Verschließen Sie Türen, Fenster und Lüftungsschächte, kleben Sie alle Ritzen ab.

Und dann?
Hoppenrath: Dann warten Sie auf das Eintreffen der Rettungskräfte.

Kann ich mich auf einen solchen Katastrophenfall vorbereiten?
Hoppenrath: Nur sehr grob. Sie sollten immer genug Wasser zuhause haben.  Außerdem Lebensmittel. Und Ihre wichtigsten Dokumente – Ausweis, Impfpass und so weiter. Zahlungsmittel, am besten Bargeld in kleinen Scheinen. Ein Kurbelradio, damit Sie sich informieren können. Ein über ein Solar-Panel aufladbarer Akku. Und schließlich kann es von entscheidender Bedeutung sein, mobil zu bleiben. Die beste Option ist ein Fahrrad. Mit einer solchen Grundausstattung kommen Sie über ein paar Tage.

Was, wenn ein Katastrophenfall länger andauert?
Hoppenrath: Fällt die öffentliche Infrastruktur für mehr als drei Tage aus, ist mit einem kompletten Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung zu rechnen. Dann kommt es zunächst zu Versorgungsengpässen – es fehlt an Lebensmitteln, Wasser, Energie und so weiter. Die Menschen brechen in Panik aus. Dann kommt es zu Gewaltausbrüchen, zu Plünderungen. Erst vereinzelt, dann massenhaft. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die öffentliche Ordnung zerstört.

Ist das nicht sehr pessimistisch?
Hoppenrath: Nein. Schauen Sie sich Krisengebiete auf der Welt an – aktuell in  der Ukraine und in Syrien. Das ist keine Spekulation, das sind Erfahrungswerte.

Wie kann ich mich vor gewaltsamen Übergriffen schützen?
Hoppenrath: Von Selbstverteidigung rate ich ab – es sei denn, Sie haben es gelernt. Wer sich nicht verteidigen kann, der sollte es auch gar nicht erst versuchen. Das geht schief.

Was dann?
Hoppenrath: Flüchten Sie. Schnappen Sie sich Ihr Rad und fahren Sie an einen Ort, an dem Sie in Sicherheit sind. Zu Bekannten, zu Freunden – Hauptsache weg aus der Gefahrenzone.

Was, wenn die Krise zum Dauerzustand wird?
Hoppenrath: Wenn die Krise mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate, anhält, gelangen wir an einen Punkt, an dem die meisten unserer zivilisatorischen Errungenschaften nicht mehr zur Verfügung stehen . Die Leute tun dann alles, um am Leben zu bleiben. Schauen Sie sich an, was in Deutschland gegen Ende des Krieges los war.   Es ist mit Gewalt und chaotischen Zuständen zu rechnen. Auf so etwas ist niemand vorbereitet.

Detlev Hoppenrath, 54, ist Geschäftsführer der Firma Bushcraft Essentials , die Hobo-Kocher herstellt und diese in der ganzen Welt vertreibt. Der ehemalige IT-Spezialist hat langjährige Erfahrung in Krisengebieten wie Angola und Kambodscha. Für sein Buch "Biologische und chemische Gefahren: Überlebensstrategien im Ernstfall" hat Hoppenrath mehrere Jahre recherchiert.

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Das Gespräch führte Christophe Braun


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