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Alte Schule: Nachbarn besorgt über Betreuungseinrichtung in Bonames

Von Voraussichtlich Anfang 2018 eröffnet der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit eine Unterkunft für Jugendliche in der Alten Schule Bonames. Bei einigen Nachbarn weckt das ungute Erinnerungen: Eine ähnliche Einrichtung schloss an gleicher Stelle 2009, weil es Probleme gab.
Die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Läuft alles nach Plan, ziehen die Jugendlichen Anfang 2018 ein. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Läuft alles nach Plan, ziehen die Jugendlichen Anfang 2018 ein.
Bonames. 

Ein Desaster war die Arbeit der Kurzzeit-Betreuung für Jugendliche des Vereins für Arbeits- und Erziehungshilfe (VAE), die von 2001 bis 2009 in der Alten Schule Bonames logierte. Der Konflikt zwischen Anwohnern und den Jugendlichen eskalierte 2007 und 2008, Lärm, Beschimpfungen und Schmierereien an den Wänden der Nachbarhäuser waren an der Tagesordnung, selbst einen Weihnachtsgottesdienst störten 2007 die jungen Bewohner der Alten Schule. Im Sommer 2009 schloss die Einrichtung.

Jetzt sorgen sich die Nachbarn, weil Ende des Jahres dort erneut Jugendliche untergebracht werden sollen; der Evangelische Verein für Jugendsozialarbeit baut das Haus zurzeit um.

Auch für Flüchtlinge

Die Verhältnisse von damals und heute seien allerdings nicht zu vergleichen, betont Jürgen Mattis, Vorstandsvorsitzender des Vereins für Jugendsozialarbeit. Die damalige Einrichtung des VAE sei eine „Inobhutnahme-Einrichtung“ für Jugendliche gewesen. Also für junge Menschen, die in einer Notlage sofort irgendwo unterkommen mussten, die oft auch nicht auf Dauer hier leben sollten.

Die neue Einrichtung hingegen biete ihren Bewohnern ein neues dauerhaftes Zuhause, erklärt Mattis. Zum einen ziehen junge Flüchtlinge hier ein, die anfangs in einem Hotel in Bockenheim gelebt haben und nun in einer viel zu kleinen Unterkunft in Schwanheim. In Bonames sollen sie ihr endgültiges Zuhause finden.

Außerdem wolle der Verein hier zusammen mit dem Jugend- und Sozialamt Frankfurter Jugendliche unterbringen, die aufgrund von Problemen daheim nicht mehr bei ihren Familien leben können. „Früher brachte die Stadt diese Jugendlichen außerhalb von Frankfurt unter. Heute sollen sie aber in der Stadt bleiben, damit sie näher bei ihren Familien sind.“ Bevor geklärt werde, wo sie künftig leben, werde mit ihnen in intensiven Gesprächen ein Plan für ihre Zukunft erarbeitet.

Erfahrenes Team

Zurzeit wird die Alte Schule in der Homburger Landstraße 626 saniert. Viel verändern müsse der Verein dabei nicht, gab es früher hier ja bereits eine von der Raumaufteilung her ähnliche Einrichtung. Es gebe 13 Wohnplätze in zwei Gruppen, jeder Jugendliche bekomme sein eigenes Zimmer, hinzu kommen eine Gemeinschaftsküche und ein gemeinsames Wohnzimmer, erklärt Claudia Zinn, die den Arbeitsbereich Jugendhilfe des Vereins für Jugendsozialarbeit leitet.

Auf die Frage, wie der Verein ausschließen wolle, dass die Jugendlichen den Betreuern wie vor zehn Jahren „auf der Nase herum tanzen“, etwa auch mitten in der Nacht auf das Dach des Hauses klettern, sagt Claudia Zinn: „Wir würden das natürlich gerne garantieren. Aber jeder, der sagt, dass seine Kinder so etwas nie tun würden, wird oft schnell eines Besseren belehrt.“

Gleichwohl sieht Zinn den Verein gut vorbereitet. „Wir setzen hier ein erfahrenes Team ein, das bereits seit zwei Jahren zusammen arbeitet.“ Auch die Flüchtlinge, die hierher ziehen, seien schon länger in der Stadt, gingen hier zur Schule oder machten eine Ausbildung und „bemühen sich sehr, hier sesshaft zu werden“. Rund um die Uhr würden die Jugendlichen pädagogisch betreut. Der Betreuungsschlüssel betrage 1 zu 1,8, sprich: Für 1,8 Bewohner gebe es durchschnittlich einen Betreuer. Und natürlich seien dem Verein die Probleme, die es in der früheren Einrichtung gab, bekannt, ergänzt Mattis.

Darüber hinaus werde der Verein das direkte Gespräch mit den Nachbarn suchen, sobald klar sei, wann die Umbauten abgeschlossen sind und die neuen Bewohner einziehen, sagt Mattis. Der Pfarrer der benachbarten evangelischen Kirchengemeinde stelle dafür Räume zur Verfügung und hat seine Unterstützung angeboten.

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