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Kirchen machen Angebote: Netzwerk für Flüchtlinge

In Niederrad engagieren sich etliche Bürger für Flüchtlinge. Weil sie gemeinsam jedoch stärker sind, haben zwei Niederräder Kirchengemeinden nun das „Netzwerk Migration“ gegründet. Menschen und Initiativen sollen die Flüchtlingshilfe auf diese Weise noch effektiver koordinieren.
Gertrud Spahn, Birgit Lenz, Monika Nicol und Alexandra Praml (v. li.) möchten Kleiderspenden für Flüchtlinge organisieren und können ihr Engagement mit Hilfe des „Netzwerks Migration“ nun besser abstimmen. Gertrud Spahn, Birgit Lenz, Monika Nicol und Alexandra Praml (v. li.) möchten Kleiderspenden für Flüchtlinge organisieren und können ihr Engagement mit Hilfe des „Netzwerks Migration“ nun besser abstimmen.
Niederrad. 

Gertrud Spahn, Birgit Lenz, Monika Nicol und Alexandra Praml haben am Kleiderspenden-Tisch Platz genommen. Die vier Damen aus Niederrad wollen ermitteln, wie hoch der Bedarf an Kleidung für Flüchtlinge ist, wo sie Hosen, Hemden und Pullover lagern und wer alles sortiert und wäscht. Nach einer Weile nehmen zwei junge Frauen am Tisch Platz, die Ähnliches vorhaben. Man arbeitet nun nicht mehr aneinander vorbei, sondern für das gleiche Ziel.

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Im Gemeindezentrum der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Niederrad steht ein halbes Dutzend Tische, an denen sich Gleichgesinnte versammeln, ihre Ideen und Expertise einbringen. Neben den sechs Damen, die Kleider sammeln möchten, haben sich Menschen gefunden, die Flüchtlingen eine Freizeitbeschäftigung bieten möchten, Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache und beim Gang zu Behörden.

Kurz nachdem das „Netzwerk Migration“ im Gemeindezentrum aus der Taufe gehoben wurde, zeigt sich schon, zu was es dient. Heike Roth, Gemeindereferentin der Katholischen Pfarrei Sankt Jakobus, und Pfarrer Thomas W. Stephan von der Evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde haben geladen, um ehrenamtliche Helfer zusammen zu bringen und so die Flüchtlingshilfe noch effektiver zu koordinieren.

Eine Dame steht auf und macht auf den fehlenden Wohnraum für Flüchtlinge aufmerksam. Ob es denn nicht einen Makler gebe oder jemand einen kenne, der helfen könne, fragt sie. Ein Herr erinnert daran, dass Flüchtlinge zum Rumsitzen verdammt sein. „Viele wünschen sich eine Tätigkeit, auch wenn diese nicht bezahlt wird“, sagt er. Doch es soll nicht nur darum gehen, die Grundbedürfnisse von Flüchtlingen zu stillen.

Jeder sei eingeladen, sagt Pfarrer Stephan, selbst wenn es einem erst einmal dumm und lächerlich oder abwegig vorkomme, was man den Flüchtlingen bieten könne. „Alles kann vorgeschlagen werden“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Heike Roth von der katholischen Pfarrei Sankt Jakobus und Pfarrer Thomas W. Stephan von der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde. Bild-Zoom
Heike Roth von der katholischen Pfarrei Sankt Jakobus und Pfarrer Thomas W. Stephan von der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde.

Jan Frölich ist daher gekommen, auch wenn er nicht glaubt, dass viele Flüchtlinge sich für sein Angebot interessieren. Frölich stammt vom Frankfurter Volleyball-Verein, einem Sportklub für Schwule und Lesben. „Aber vielleicht sind unter den Flüchtlingen ja auch Homosexuelle, die sich über unser Angebot freuen. Allerdings ist auch jeder willkommen, der nicht schwul oder lesbisch ist“, sagt Frölich.

Claudia Lenius von den Naturfreunden geht es ebenfalls darum, Flüchtlinge zu integrieren. Der Verein engagierte sich bereits vor dem großen Ansturm für Flüchtlinge. „Wir kümmern uns um ein paar eritreische Jugendliche, sorgen dafür, dass sie das Lagerleben mal hinter sich lassen können“, sagt Lenius. Und wenn es sein müsste, könne man die Hilfe ausweiten, erklärt sie.

Pfarrer Thomas W. Stephan macht aber auch klar, dass sich keiner der freiwilligen Helfer überfordern solle. „Es ist wichtig zu wissen, wie viel Zeit jeder von ihnen aufbringen kann. Sie müssen wissen, dass sie heute keinen Vertrag abschließen und nichts in Stein gemeißelt wird“, erinnert Pfarrer Stephan.

Um die Flüchtlingshilfe und die Kapazitäten der Helfer abzustimmen, ist jeder Teilnehmer des „Netzwerks Migration“ angehalten, Angaben über die ihm zur Verfügung stehende Zeit zu machen. Die Helfer sollen daher einen sogenannten Profilbogen ausfüllen, in dem auch stehen soll, was man den Flüchtlingen genau bieten kann.

Solange das „Netzwerk Migration“ jedoch noch in den Kinderschuhen steckt, setzt dieses sich bescheidene Ziele. „Wir müssen dran bleiben und dafür sorgen, dass die Veranstaltung nicht eine von vielen bleibt“, betont der Pfarrer.

Für alle, die beim Auftakt vom „Netzwerk Migration“ nicht anwesend waren, bietet sich auf der Internetseite der Paul-Gerhard-Gemeinde unter www.pgg-ffm.de die Gelegenheit, einen Profilbogen auszufüllen, auf dem man mitteilt, welche Hilfe man den Flüchtlingen bieten kann.

(bki)
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