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Neubau bietet Platz für 400 Schüler

Von Die Enge an der Europäischen Schule hat ein Ende – gestern wurde der Erweiterungsbau für die Jüngsten der internationalen Einrichtung eingeweiht. Entstanden ist ein Modulbau mit 17 Klassenräumen und Platz für bis zu 400 Schüler.
Der Erweiterungsbau der Europäischen Schule besteht aus einzelnen Modulen – er steht auf der ehemaligen Hundewiese. Foto: Holger Menzel Der Erweiterungsbau der Europäischen Schule besteht aus einzelnen Modulen – er steht auf der ehemaligen Hundewiese.
Nordweststadt. 

Vor einem Monat wurde im Ostend die Europäische Zentralbank (EZB) offiziell eröffnet – gestern war es der Neubau für die Kinder der EZB-Mitarbeiter, der nach gerade einmal neun Monaten Bauzeit seiner Bestimmung übergeben wurde. Damit gemeint ist der Erweiterungsbau der Europäischen Schule (ESF), der seit Juli vergangenen Jahres auf der Wiese östlich des Hauptgebäudes entstanden ist und derzeit Platz für bis zu 400 Schülern der Vor- und Primarschule – von drei bis sieben Jahren – bietet.

Péter Friss bezeichnete die gestrige Einweihung als „langersehnten Tag im Leben eines Schulleiters“ – vor allem, weil mit dem Erweiterungsbau der seit September herrschende Enge in der Schule „endlich“ ein Ende gesetzt wurde. 1250 Schüler besuchten noch vor einem Jahr die ESF, mit dem neuen Schuljahr und dem EZB-Neubau kamen 400 Schüler hinzu. „Wir mussten improvisieren, die Vorschule wurde in den Containern für die Nachmittagsbetreuung untergebracht, um mehr Platz im Hauptgebäude zu schaffen“, beschreibt der Schulleiter die seit September herrschenden Zustände.

Auch wenn die jetzt vorbei sind, so weiß Friss auch, dass mit dem Erweiterungsbau nur ein erster Schritt getan ist. Weil die Schülerzahlen in den kommenden Jahren nicht stagnieren, sondern weiter steigen werden. „Es ist ein erster Etappensieg. Ab September werden wir uns um neue Lehrräume für die Sekundarstufe kümmern“, so Péter Friss. Bauherr soll wie auch bei der Erweiterung die Stadt Frankfurt sein. Sie stellte das Gelände zur Verfügung. Das war eigentlich für die benachbarten Ernst-Reuter-Schulen (ERS) reserviert – ihnen wurde im Gegenzug ein Areal weiter östlich zugeschlagen (wir berichteten). Die Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro trägt die EZB.

17 neue Klassenräume

Entworfen und umgesetzt wurde der Erweiterungsbau von der österreichischen Firma Kaufmann Bausysteme. Sie entwickelte ein dreigeschossiges Gebäude, das sich aus Holzmodulbauteilen zusammensetzt. Sie wurden vorgefertigt geliefert und auf der Baustelle montiert. Verbaut wurden 1000 Kubikmeter Fichte und 200 Kubikmeter Buche. „Durch diese Lösung konnten wir die Bauzeit um mehrere Monate verkürzen. Das war wichtig, brauchten wir den zusätzlichen Platz doch möglichst schnell“, sagte Kari Kivinen, Generalsekretär der insgesamt 14 Europäischen Schulen in der Europäischen Union.

Der neue Erweiterungsbau verfügt über insgesamt 17 Klassenräume für maximal 30 Schüler. Zehn davon sind bereits von den Vorschulklassen (drei bis sieben Jahre) belegt. Die ersten Klassen der Primarschule – dort sind die Kinder zwischen sechs und acht Jahre alt – werden mit dem neuen Schuljahr 2015/ 16 ihre neuen Räume beziehen. Zudem gibt es sechs Differenzierungsräume, einen Bewegungsraum sowie eine Kantine.

Kritik am Standort

Der Standort für die Erweiterung der ESF bringt nach wie vor kritische Stimmen mit sich. Zum einen, weil eben das Gelände eigentlich der ERS versprochen war. Zum anderen aber auch, weil genau dort, wo jetzt der Neubau steht, eigentlich die Ortsumfahrung Praunheim enden sollte. Sie endet nun aber zwangsläufig mitten auf dem Praunheimer Weg – der Verkehr wird also genau dorthin geleitet, wo jeden Morgen mehr als 2000 Schüler aus drei Schulen unterwegs sind.

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