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Neubaugebiet soll verlegt werden

Von Auf den ersten Blick scheint die Idee gut zu sein: Statt auf Feldern im Osten von Berkersheim soll ein neues Baugebiet an der Grenze zu Preungesheim entstehen. Laut Stadt sprechen Naturschutzgründe dagegen.
Hier könnten sich die Stadtteilpolitiker ein Neubaugebiet vorstellen. Die Stadt lehnt das aus Naturschutzgründen ab.	Foto: Roessler Hier könnten sich die Stadtteilpolitiker ein Neubaugebiet vorstellen. Die Stadt lehnt das aus Naturschutzgründen ab. Foto: Roessler
Berkersheim / Preungesheim. 

Vor allem zum benachbarten Gewerbegebiet an der August-Schanz-Straße ist das Gelände verwildert, das Unterholz im Sommer dicht. Ein paar Gärten gibt es hier, zwei kleine Felder, zur Siedlung am Neuenberg hin wieder dichtes Unterholz. Wo heute viel Grün ist, könnte in einigen Jahren gebaut werden. So sieht es zumindest ein Vorstoß des Ortsbeirats 10 vor. Die Idee: Statt des geplanten Neubaugebiets Berkersheim-Ost, am Rande des Niddatals, könnte an der Straße Am Dachsberg zwischen Berkersheim und Preungesheim gebaut werden.

Die Idee zu „Berkersheim-Süd / Preungesheim“, die der Ortsbeirat in einem Antrag für seine nächste Sitzung aufgreift, stammt von der Bürgerinitiative Berkersheim-Ost, die gegen das dortige Baugebiet kämpft. „Für ein Neubaugebiet hat Berkersheim-Süd die bessere Lage“, sagt Lothar Kramer (Linke), und Michael Bartram-Sitzius (SPD) findet eine „Innenentwicklung“ zwischen bestehenden Wohngebieten besser als ein Baugebiet am Feldrand. Weniger begeistert von der Idee ist hingegen das Planungsdezernat: vor allem Natur- und Umweltschutzaspekte sprächen gegen „Berkersheim-Süd“.

Detailliert greift der Ortsbeiratsantrag, den FDP, Grüne, Linke, SPD und die fraktionslose Pia Körner gemeinsam einbringen, die Argumente der Bürgerinitiative auf, die für Berkersheim-Süd sprächen. Die Fläche sei überwiegend in städtischem Besitz, so dass es weniger rechtliche Unwägbarkeiten gebe. Wegen der Lage zwischen bestehenden Wohngebieten könne hier dichter gebaut werden und wohl auch mehr Sozialwohnungen entstehen.

Nur Vorteile

Hier zu bauen habe nur Vorteile, sagt Klaus Georg (Grüne), denn die meiste Infrastruktur sei bereits vorhanden. Berkersheim-Süd sei nachhaltiger, ist Bartram-Sitzius überzeugt. So fahre der 39er-Bus hier entlang, während nach Berkersheim-Ost wegen schmaler Gassen kein Bus fahren könne. Auch verweist er auf die am Berkersheimer Hang schwierigen geologischen Bedingungen, die es zwischen Berkersheim und Preungesheim so nicht gebe.

Für Kramer ist ein großer Vorteil, dass die stark belastete Straße Am Dachsberg durch Berkersheim-Süd nicht noch mehr Verkehr bekomme, auch gebe es im nahen Gewerbegebiet mehrere Supermärkte.

Auch für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Gero Gabriel, dessen Partei sich dem Antrag bislang nicht anschließt, hat „die Idee Charme“. Ein Blick auf die Karte zeige, dass man so eine Lücke zwischen Berkersheim und Preungesheim schließe. Doch er sieht ein Problem, das der Idee im Wege stehen könne: „Das Gelände ist im Landschaftsschutzgebiet der Stufe zwei. Es ist somit stärker geschützt als die Flächen im Osten von Berkersheim. Ich bezweifle, dass wir die Flächen einfach austauschen können.“

Eine Einschätzung, die der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, teilt. „Die Idee ist nicht neu. Wir schauen immer wieder, wo mögliche Flächen für neue Wohngebiete sind.“ Zuletzt sei das Areal am Dachsberg betrachtet worden, weil die Berkersheim-Ost-Initiative es ins Spiel brachte. So sei bekannt, dass die Fläche einen „biotopähnlichen Zustand“ mit einer großen Artenvielfalt habe.

Das bestätigt der Leiter des Umweltamts, Peter Dommermuth. „Diese Fläche ist ein Paradebeispiel für einen strukturreichen Landschaftsteil mit einer hohen Artenvielfalt.“ Aber auch aus Gründen des Klimaschutzes sei dieses Gebiet wertvoll, das sich in Nord-Süd-Richtung erstrecke und so eine grüne Verbindung von Preungesheim zum Niddatal bilde.

Schwerer umzusetzen

Auch formal sei ein Baugebiet Berkersheim-Süd schwerer umzusetzen als Berkersheim-Ost, für das es bereits einen Aufstellungsbeschluss – der erste Schritt zum Baugebiet – gebe. „Auch im regionalen Flächennutzungsplan ist Berkersheim-Ost als Bauerwartungsland ausgewiesen, anders als die Fläche für Berkersheim-Süd.“ Erschwerend komme hinzu, dass es im Gewerbegebiet August-Schanz-Straße produzierende Betriebe gebe, vor deren Lärm ein Baugebiet Berkersheim-Süd geschützt werden müsse.

Der hohe Schutzstatus des Areals am Dachsberg sei Ortsbeirat und BI bekannt, sagt Klaus Georg. „Aber auch bei Berkersheim-Ost gibt es Umweltschutzgründe, dort nicht zu bauen.“ Insgesamt seien die Vorteile eines Baugebiets Berkersheim-Süd größer als die Nachteile.

Die nächste Sitzung des Ortsbeirats 10 findet am Dienstag, 10. März, ab 19.30 Uhr in der Altentagesstätte, Fliederweg 9–11, statt.

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