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Führung durch Frankfurter Areal: Neue Altstadt: Auch OB-Feldmann findet das Areal jetzt gut

Früher war Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kein Anhänger des Altstadt-Projekts. Doch er hat seine Meinung inzwischen geändert.
Projektleiterin Marion Spanier-Hessenbruch assistiert mit Fotos, Peter Feldmann erklärt, was in der Altstadt passiert. Foto: Salome Roessler Projektleiterin Marion Spanier-Hessenbruch assistiert mit Fotos, Peter Feldmann erklärt, was in der Altstadt passiert.
Frankfurt. 

Für den feierlichen Akt lässt sich der Oberbürgermeister die goldene Amtskette umlegen. Richtfest in der neuen Altstadt – das ist schon ein ganz besonderer Anlass. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich der SPD-Politiker Peter Feldmann so sehr damit identifiziert. „Ich war einer der Skeptiker“, räumt er in seiner Rede ein. Doch er habe gesehen, wie sich die Menschen dafür begeistern. „Die Stadt bekommt einen Teil ihrer Seele zurück. Da kann man als Oberbürgermeister seine Meinung ändern.“

Feldmann hat nicht nur seinen Frieden mit dem 186 Millionen Euro teuren Projekt gemacht. Er hat sich intensiv in die Materie eingearbeitet, hat sich die historischen Zusammenhänge erklären lassen. Mittlerweile kennt er sich so gut aus, dass er Ehrengäste und interessierte Bürger selbst über den erstmals fürs Publikum geöffneten Krönungsweg führen kann.

Vorgängerin hört zu

Nach dem offiziellen Festakt legt Feldmann deshalb die Amtskette ab, wechselt in seine neue Rolle als Stadtführer. In der ersten Gruppe, der er die Altstadt nahebringt, ist seine Vorgängerin Petra Roth dabei – und lauscht interessiert den Erklärungen. „Hier wird es wieder Wurst und Weck geben“, sagt Feldmann vor der Baustelle des „Roten Hauses“, der einstigen Metzger-Schirn. Die berühmten Eichensäulen, die das Haus stützen, stehen bereits. „Wer dort hindurchgeht, gelangt in die Gasse Tuchgaden“, weiß der Oberbürgermeister. Und in das Eckhaus gegenüber komme wieder eine Apotheke – wie es sie auch im zerstörten Vorgängerbau gegeben habe.

Bilderstrecke Großer Andrang beim Richtfest für die neue Altstadt
Richtfest der "neuen" Altstadt durch Oberbürgermeister Peter Feldmann, aufgenommen am Samstag (15.10.2016) in Frankfurt am Main. HIER IM BILD: Vor dem Richtkranz zu sehen sind Uwe Becker, Petra Roth, Mike Josef  und Peter Feldmann (v.l.).Viele neugierige Besucher strömten zum Richtfest für die neue Frankfurter Altstadt am 15. Oktober 2016.Viele neugierige Besucher strömten zum Richtfest für die neue Frankfurter Altstadt am 15. Oktober 2016.

Feldmann listet aber nicht nur die nackten Fakten zu den Gebäuden auf, sondern erläutert die Zusammenhänge. Zum Beispiel zu den Messehöfen – die allerdings in der Gasse „Hinter dem Lämmchen“ liegen und an diesem Tag nicht zu besichtigen sind. Die jahrhundertealte Handelstradition habe letzten Endes zur Internationalität Frankfurts geführt.

Fakten und Anekdoten

Auch in der berühmten „Goldenen Waage“ belässt er es nicht bei Ausführungen zur prunkvollen Ausstattung. Er erzählt, dass der Bauherr Abraham van Hamel einst als Flüchtling aus den Niederlanden nach Frankfurt gekommen war. „Menschen sind schon früher wegen ihres Glaubens vertrieben worden.“

Aber Feldmann weiß auch einige Anekdoten: Er zeigt auf die prachtvollen schmiedeeisenen Gitter, die in den Sandsteinbögen des Erdgeschosses der Goldenen Waage angebracht wurden. Die Originale, so ist es überliefert, hätten die Handwerker damals deutlich aufwendiger ausgeführt als bestellt. Es kam zum Streit über die Rechnung – die Abraham van Hamel am Ende dann aber doch bezahlen musste. „Es empfiehlt sich immer, Frankfurter Handwerker zu bezahlen“, folgert Feldmann.

Am Ende finden Leute, die sich bestens mit der Materie auskennen, dass der OB seine Sache gut gemacht habe. Einen Berufswechsel hat er trotzdem nicht geplant.

(mu)
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