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Stellplätze: Neue Autos zu groß für Frankfurter Parkhäuser – Experte rät Betreibern zum Umbau

Von Die Autos werden immer größer und breiter. In den alten Parkhäusern der Region haben die bei vielen Bürgern beliebten Geländewagen wenig Platz. Kann die Technik eine Lösung anbieten?
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Viele Parkhäuser wurden gebaut, als Autos noch wesentlich kleiner waren als heute. Für die großen Karossen, die jetzt auf den Straßen unterwegs sind, bieten sie zu wenig Platz. So haben die Stellplätze im Parkhaus an der Frankfurter Hauptwache nur eine Breite von knapp 2,20 Meter. Wer dort mit einem großen Wagen einparken will, der muss sein ganzes Fahrkönnen in die Waagschale werfen.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rät den Betreibern von älteren Parkhäusern nun, ihre Stellplätze zu vergrößern, wenn es die architektonischen Gegebenheiten zulassen. Dadurch fielen allerdings Stellplätze weg. Dudenhöffer sagt: „Ich weiß, dass die Betreiber das nicht gerne machen, weil sie Umsatzeinbußen befürchten. Aber im Gegenzug könnten sie ja die Preise erhöhen.“

Die neuen Dimensionen der Autos werden am Beispiel des Klassikers VW Golf deutlich. Seit dem Verkaufsstart im Jahr 1974 ist er mit jedem Modellwechsel breiter geworden. War der Golf I noch 1,60 Meter breit, misst man beim aktuellen Golf VII 1,80 Meter. Hinzu kommt noch der Trend zum sogenannten SUV. Die Geländewagen für die Stadt machen derzeit rund ein Viertel des deutschen Automarktes aus.

Gewagter Vorschlag?

Peter Obrist hält Dudenhöffers Vorschlag für gewagt. Er ist Abteilungsleiter der Kur- und Kongress GmbH in Bad Homburg, die für sieben Parkhäuser verantwortlich ist. Obrist sagt: „Die Betreiber der alten Parkhäuser müssen wegen der Bauordnung eine bestimmte Zahl von Stellplätzen nachweisen. Insofern können die Stellplätze nicht ohne Weiteres reduziert werden.“

Würden Parkhäuser neu gebaut, gebe es in der Regel keine Probleme mehr, so Obrist. Aber auch in Bad Homburg existiere mit der Kurhaus-Garage noch ein Problemparkhaus mit vielen Pfeilern und schmalen Parkplätzen.

Für solche Situationen hat Wolfgang Herda, Parkhaus-Experte des ADAC, einen Rat: „Dort hilft dann vielleicht nur noch eine halbautomatische Einparkhilfe.“ Denn mit dieser technischen Hilfe parkt das Gefährt ganz ohne Hilfe des Fahrers ein. Wenn diese Technik alltagstauglich sei und funktioniere, könnten die Stellplätze schmaler ausfallen. „Gerade in diesem Jahr habe ich selbst in einem solchen Fahrzeug gesessen: Klappte gut!“, sagt Herda. Aus seinem Selbstversuch zieht er den Schluss, dass die Verbreitung solcher Systeme eigentlich schon begonnen habe.

Auch Experte Dudenhöffer hält automatische Einparksysteme in den Fahrzeugen für ein probates Mittel, um auch in engen Parkhäusern klarzukommen. „Die Autohersteller sollten diese Marktlücke erkennen und diese Technik für ihre Fahrzeuge anbieten. So teuer sind diese gar nicht“, sagt der Autofachmann. Man muss allerdings schon Geld übrig haben. Für die Mercedes E-Klasse kostet ein solches Technikpaket zum Beispiel rund 2700 Euro Aufpreis.

Vorbild Wiesbaden

ADAC-Sprecher Herda weiß, dass die Stellplätze in den alten Frankfurter Parkhäusern alles andere als großzügig bemessen sind. Den Vogel schießt dabei besagtes Parkhaus an der Hauptwache ab. „Ich weiß gar nicht, wie die Leute da noch aussteigen können“, fragt sich Herda.

In der hessischen Garagenverordnung sind mittlerweile 2,30 Meter als Mindestbreite vorgeschrieben – beim Bau von neuen Parkhäusern. „Dieser Wert ist aber seit Jahrzehnten überholt“, sagt Herda. Es gebe gute Gründe, warum Parkhausbetreiber breite Stellplätze anbieten sollten, so der ADAC-Experte. In Parkhäusern mit einem hohen Anteil an Kurzzeitparkern (Einkaufsverkehr) mache es nämlich Sinn, das Ein- und Ausparken durch komfortable Abmessungen zu erleichtern und damit zu beschleunigen. Das betreffe auch solche, die bei Großveranstaltungen (Fußball, Konzerte) genutzt werden. Dabei gehe auch der Ärger durch Kundenbeschwerden zurück, sagt Herda.

Komfortabler als in Frankfurt lasse es sich in Wiesbaden parken. Herda macht das am Beispiel der Tiefgarage Kurhaus-Casino deutlich. „Dort bestand die Absicht, Casino- und Theaterbesuchern ein benutzerfreundlichen Parkhaus zu bieten – mit hohem Sicherheitsstandard, breiten Fahrgassen und Parkplätzen, komplett barrierefrei und der Gewissheit, sich beim Aussteigen nicht die Abendgarderobe zu beschmutzen oder das Auto anzuschrammen“, listet Herda auf. Oberstes Ziel der Betreiber sei: Kundenzufriedenheit.

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