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Gaststätte wird zur Hochschule: Neue Chance für den Paradieshof

Von Der Paradieshof, die ehemalige Groß-Gaststätte in Alt-Sachsenhausen, wird zur Hochschule. Für rund 3,5 Millionen Euro will die „European School of Design“ das seit Jahren leerstehende Gebäude umbauen. „Büffeln statt süffeln“ lautet ihr Motto.
So könnte die „European School of Design“ im Paradieshof aussehen. Die Gestaltung der Fassade ist aber noch offen. So könnte die „European School of Design“ im Paradieshof aussehen. Die Gestaltung der Fassade ist aber noch offen.
Frankfurt. 

Für eine städtebauliche Altlast ist eine Lösung in Sicht. „Ich freue mich, dass wir das noch hinbekommen haben“, sagte Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) am Montag, wenige Tage bevor er am 14. Juli endgültig abgewählt wird. Tatsächlich konnte er eine neue Nutzung für den zuletzt als Discothek genutzten Paradieshof präsentieren. Eine Jury hat sich, wie berichtet, für die 2007 gegründete „European School of Design“ entschieden, die derzeit 50 Studenten an zwei verschiedenen Standorten in Frankfurt ausbildet.

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Wer auf ein bestimmtes Projekt fixiert ist und es unbedingt durchsetzen will, erleidet häufig Schiffbruch. Denn eine vermeintlich geniale Idee erweist sich manchmal nach genauerer Betrachtung als nicht umsetzbar.

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Die private Einrichtung will ihre Kapazität verdoppeln und den auf 3,5 Millionen Euro veranschlagten Umbau komplett selbst finanzieren. Städtische Mittel sind – im Gegensatz zu anderen eingereichten Konzepten – nicht nötig. Das Gebäude bleibt im Eigentum der Stadt und wird für 30 Jahre an die Hochschule verpachtet. Entstehen sollen neben Unterrichtsräumen und Büros auch Studenten-Apartments, ein öffentliches Café sowie eine große Lobby, die für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt werden kann. Die Hochschule stellt ihr Vorhaben unter das Motto „Büffeln statt süffeln“ – in Anspielung auf die frühere Gastronomie.

Lange Hängepartie

Wird das Projekt realisiert, geht eine jahrelange Hängepartie zu Ende. Der Paradieshof wurde Ende der 60er Jahre von der Henninger-Brauerei als Gaststätte errichtet, in den oberen Geschossen waren Wohnungen. Zuletzt befand sich eine große Discothek in dem Gebäude mit 16 000 Quadratmetern Fläche. Seit 2008 steht es leer, wurde der Stadt zum Kauf angeboten. Doch zunächst hatte man keine Idee, was man damit anfangen könnte. 2010 dann kam der Vorschlag auf den Tisch, den Paradieshof zu einem Theater für Michael Quasts „Fliegende Volksbühne“ umzubauen. Doch das ursprüngliche Budget von fünf Millionen Euro war nicht zu halten, die Kosten steuerten auf das Doppelte zu. Und so kippte die schwarz-grüne Koalition das Projekt bei den Haushaltsberatungen vor vier Jahren.

Danach ging die Suche nach einer Nutzung von Neuem los. Im vergangenen Jahr startete die Stadt eine Ausschreibung, Interessenten konnten sich mit Konzepten bewerben. Insgesamt gingen acht Konzepte ein. Drei davon hält die Jury, der neben Vertretern städtischer Ämter auch Architekten und Immobilienfachleute angehören, für grundsätzlich machbar. „Das Konzept der Hochschule hat uns aber komplett überzeugt“, sagte Cunitz.

Auf Platz zwei kam die „Wohnrauminitiative Frankfurt“, die im Paradieshof Studentenwohnungen einrichten wollte. Die Idee des Vereins „Basis“, das Gebäude für Künstler-Ateliers zu nutzen, kam auf Platz drei. Beide Konzepte bräuchten jedoch städtische Zuschüsse aus dem Fördertopf für Alt-Sachsenhausen, die laut Cunitz aber zur Verfügung stünden.

Andere Interessenten wollten im Paradieshof ein afrikanisches Kulturzentrum, Räume für Existenzgründer oder einen „Lernort für Nachhaltigkeit und Umwelt“ einrichten. Sie kamen ebenso wie ein kommerzielles Konzept mit Gastronomie und Läden nicht zum Zug. Die Initiative „Shelter“, die den Paradieshof besetzt hatte und ein selbstverwaltetes Flüchtlingsheim forderte, bewarb sich nicht.

Architektur noch offen

„Uns war es wichtig, ein Gegengewicht zur Kneipenszene in Alt-Sachsenhausen zu schaffen“, sagte Cunitz, der sich eine Belebung des Viertels verspricht. Wie das Gebäude nach dem Umbau aussehen wird, steht noch nicht fest. Cunitz verwies darauf, dass es den Vorgaben der Gestaltungssatzung für Alt-Sachsenhausen entsprechen müsse.

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