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Betreuungsplätze für Frankfurts Grundschüler: Neue Horte braucht die Stadt

Von Nach fünf Jahren Pause engagiert sich die Stadt Frankfurt wieder für neue Hortplätze. 100 sollen in diesem Jahr entstehen, 400 in den folgenden – bis alle Grund- zu Ganztagsschulen ausgebaut sind.
Frankfurts Schüler und ihre Eltern können positiv in die Zukunft blicken: 400 Hortplätze will die Stadt jährlich schaffen. Foto: Uwe Anspach (dpa) Frankfurts Schüler und ihre Eltern können positiv in die Zukunft blicken: 400 Hortplätze will die Stadt jährlich schaffen.
Frankfurt. 

Was die einstige Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) vor fünf Jahren beerdigt hat, wird von ihrer Nachfolgerin Sylvia Weber (SPD) jetzt wiederbelebt: der Ausbau von Hortplätzen. So ist es im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen verankert, und so und wird es jetzt sukzessive umgesetzt.

Damit rudert die Stadt zurück, schließlich hatte sie einst aufgehört, Hortplätze zu schaffen, um sich auf den Ausbau der Grund- zu Ganztagsschulen zu konzentrieren. „Das würde ich so nicht ausdrücken. Es ist nur ein anderer Weg, den wir jetzt gehen“, widerspricht Sabrina Mannebach, Sprecherin im Bildungsdezernat.

100 neue Hortplätze sollen bereits in diesem Jahr geschaffen werden. 400 sollen ab 2018 jährlich hinzukommen. Plus 1 000 Plätze in der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB). Für 165 der geplanten Hortplätze gebe es bereits Träger. „Das Interesse war groß“, erklärt Mannebach. Auch wenn im Koalitionsvertrag von temporären Betreuungsplätzen die Rede ist, verschwinden sollen sie mit Fertigstellung der Ganztagsschulen nicht. Im Gegenteil. Es werde eine Kooperation zwischen den Schulen und den Trägern der Horte angestrebt.

Positive Entwicklung

Rainer Lossa, beim Stadtschulamt für Kindertagesstätten zuständig und derzeit mit den neuesten Zahlen für den Kindertagesstättenentwicklungplan (Kep) beschäftigt, freut sich über diese Entwicklung. „Vier Jahre lang hat die Stadt versucht, über Ganztagsplätze an Schulen das Betreuungsproblem zu lösen. Ohne Erfolg“, sagt er. Ein Grund dafür sei sicher, dass man versucht habe, das Landesprogramm eins zu eins auf Frankfurt zu übertragen. „Das Programm ist für eine solche Stadt nicht bedarfsgerecht“, urteilt Lossa.

Die „neue Marschrichtung“ war für ihn keine Überraschung. Sie habe sich nach fünf Jahren ohne neue Hortplätze und einem schlecht angenommenen „Pakt für den Nachmittag“ angedeutet. Trotzdem sei es für die Träger, mit denen er täglich zu tun hat, neu, dass die Stadt wieder Horte baut.

Stadt muss jetzt Schnelligkeit beweisen

Der Mangel an Hortplätzen ist nichts Neues in Frankfurt, sondern ein Dauerthema. In jedem Stadtteil gibt es Eltern, die schier verzweifeln, weil sie nicht wissen, wo ihre Kinder nach den Sommerferien betreut werden.

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Wie nötig die neuen Hortplätze sind, zeigt ein Blick in Frankfurts Stadtteile. Ob Berkersheim, Nieder-Eschbach, Dornbusch oder sogar der Riedberg – aus allen Himmelsrichtungen fordern die Eltern mehr Planungssicherheit. Denn viele von ihnen erfahren erst in den Sommerferien, ob und wo der Nachwuchs zu Schulbeginn betreut werden kann.

Das war für Rainer Lossa tägliches Brot, lange hat er eine Kindertagesstätte geleitet. Immer wieder traf er auf Eltern, die einen Hortplatz suchten. Ein großes Problem sei, dass Horte Kinder bis einschließlich zwölf Jahre betreuen. Viele der älteren Schüler nutzten die Einrichtung aber gar nicht, der Platz liege quasi brach.

Systemfehler

10 000 Hortplätze gebe es aktuell in Frankfurt, sagt Lossa, lediglich 401 der Plätze würden von Fünft- oder Sechstklässlern genutzt. „Die Kitaleitungen reden sich den Mund fusselig, versuchen die Eltern zu überzeugen, dass ihr Kind nicht mehr betreut werden muss. Oft fallen die Entscheidungen recht kurzfristig, viele Plätze werden deswegen erst im Sommer frei“, erklärt er. Deswegen gebe es nur eine Lösung: das maximale Betreuungsalter müsste bei zehn Jahren liegen. „Dieser Systemfehler muss behoben werden. Sonst wird es nicht besser“, betont Lossa.

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