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Ortsbeirat Bergen-Enkheim: Neue Moschee sorgt weiter für Diskussionen

Der Ortsbeirat 16 hat ins Volkshaus Enkheim geladen, um über den geplanten Bau eines muslimischen Zentrums im Stadtteil zu diskutierten. Die Gegner meiden dabei das Podium.
Vollbesetzt war das Volkshaus Enkheim – das Thema Moschee treibt die Bürger um. Vollbesetzt war das Volkshaus Enkheim – das Thema Moschee treibt die Bürger um.
Bergen-Enkheim. 

Ausgerechnet der Platz in der Mitte des Podiums bleibt leer. Ein Vertreter der Bürgerinitiative (BI) gegen den Bau eines islamischen Zentrums mit Moschee in der Bessemer Straße 7 in Enkheim sollte dort sitzen. „Die BI hat in letzter Sekunde abgesagt“, erklärt Moderatorin und Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU).

Etwa 200 Personen sind ins Enkheimer Volkshaus gekommen, um sich über den geplanten Bau des islamischen Zentrums zu informieren. Die Realisierung liegt noch in weiter Ferne. Zwar hat der Verein „Islamische Informations- und Serviceleistungen“ (IIS) das Grundstück vor einigen Wochen gekauft. Ob darauf aber entsteht, was der Verein bauen möchte (siehe Text unten), ist noch nicht sicher. Ein Bauantrag wurde noch nicht eingereicht, und wenn der Verein nicht genug Stellplätze nachweisen kann oder die Bauaufsicht findet, dass der Lärmschutz nicht gewährleistet ist, kann sie diesen auch ablehnen.

Verkehrschaos befürchtet

Die IIS-Moschee an der Mainzer Landstraße, wo sich auch die Geschäftsstelle des Vereins befindet, ist zu klein geworden. Nach vierjähriger Suche hat man das Grundstück in Enkheim gefunden. Sollte der Vereine seine Pläne realisieren, rechnet er mit 400 bis 450 Mitgliedern, die zum Freitagsgebet und anderen Veranstaltungen kommen. Anwohner befürchten chaotische Verkehrsverhältnisse in und rund um die Bessemer Straße sowie Ruhestörungen bis in den Abend.

Günther Kraus von der Ortsbeiratsfraktion Wir Bergen-Enkheimer (WBE) erinnert an die geplante Erweiterung des Hessen Centers an der Borsigallee und rechnet allein aus diesem Grund schon mit einer angespannten Verkehrssituation im Stadtteil. Ellen Wild von der Fraktion Bürger für Frankfurt (BFF) verweist auf den Bau des Riederwaldtunnels, der den Verkehr im Frankfurter Osten künftig entzerren soll, die Situation auf den Straßen in den nächsten Jahren aber erst einmal verschlimmern wird.

Das plant der Verein

Projekt Zukunft“ hat der Verein „Islamische Informations- und Serviceleistungen“ (IIS) seinen geplanten Bau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee in der Bessemer Straße 7 genannt.

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Anwohner betonen, dass sie nicht gegen den Bau einer Moschee seien. „Auch wenn die Batschkapp oder eine Disco in die Bessemer Straße ziehen würde, wäre ich dagegen“, sagt ein Mann. Eine Dame aus dem Publikum aber zeigt ihre Angst: Sie fürchte sich vor einer islamischen Gemeinde, die das Frankfurter Integrationsdezernat als „konservativ, autoritär und polarisierend“ und der hessische Verfassungsschutz als der radikal-islamischen Muslimbruderschaft nahe stehend bezeichnet. Ebenso mache ihr das rechte Spektrum Angst, aus dem manche Gegner des Kulturzentrums kommen.

Sie meint damit auch den Enkheimer Mathias Mund, der die BFF in der Stadtverordnetenversammlung vertritt. Er wirft dem Ortsbeirat 16 vor, dass er das Podium nur mit Fürsprechern des islamischen Kulturzentrums besetzte habe. Wie Ortsvorsteherin Müller-Friese erklärt, habe auch die Bürgerinitiative aus diesem Grund ihren Platz auf dem Podium leergelassen. „Herr Mund hätte aber ebenso mit auf dem Podium sitzen können, wollte aber nicht“, sagt sie.

Dialog empfohlen

Dabei springt von allen Podiumsteilnehmern nur Dr. Brigitta Sassin, Pastoralreferentin des Bistums Limburg, für den Verein in die Bresche. Sie kenne die IIS seit vielen Jahren und berichtet von einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit“. Professor Dr. Joachim Valentin vom Rat der Religionen dagegen empfiehlt nur einen Dialog mit dem Verein. Für den sitzt IIS-Sprecher Mohammed Johari, auf dem Podium. Mit der Bemerkung, dass die Anwohner aufgrund des Bebauungsplans mit dem möglichen Bau einer Moschee hätten rechnen müssen, macht er sich im Saal keine Freunde. Er betont aber auch, dass seine Gemeinde ein „guter Nachbar“ sein werde.

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