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Neue Pläne für Frankfurter Garten

Von Mit einem Frühjahrsputz beginnt am Sonntag die dritte Saison im Frankfurter Garten. Viele Neuerungen wird es auf dem Danziger Platz geben.
Der Zaun um den Frankfurter Garten auf dem Danziger Platz soll schöner und zugleich Bestandteil einer sinnvollen Nutzung werden. Studenten haben Vorschläge erarbeitet. Boris Wenzel (links) und Ilona Lohmann-Thomas zeigen die Pläne für Nischen.	Fotos: Rainer Rüffer Bilder > Der Zaun um den Frankfurter Garten auf dem Danziger Platz soll schöner und zugleich Bestandteil einer sinnvollen Nutzung werden. Studenten haben Vorschläge erarbeitet. Boris Wenzel (links) und Ilona Lohmann-Thomas zeigen die Pläne für Nischen. Fotos: Rainer Rüffer
Ostend. 

Eine der kleinsten Vogelarten in unseren Breiten ist der Zaunkönig. Der Winzling wiegt gerade mal zehn Gramm. In der Stadt brütet er in Mauerspalten oder Blumentöpfen auf dem Balkon. Auch der Frankfurter Garten auf dem Danziger Platz wäre ein geeigneter Ort für Brutpaare.

Den Machern des Vereins Frankfurter Garten wären die Piepmatze sicher willkommene Gäste. Derzeit jedoch bringen sie den Begriff Zaunkönig eher mit dem gleichnamigen Projekt in Verbindung, schließlich geht eine sichtbare Aufwertung des 2500 Quadratmeter großen Geländes mitten in der Stadt damit einher. Laut Ilona Lohmann-Thomas vom Vorstand des Vereins wird der Zaun teils erneuert, so dass er einen ansehnlicheren Anblick biete als im Augenblick.

Begrünter Zaun

Entfernt werden die mittlerweile arg zerfledderten Bastmatten am Haupteingang sowie entlang der südwestlichen Platzfläche. Am Hauptportal wird ein am Zaun befestigter Holzsockel als Fundament dienen, darüber werden laut Lohmann-Thomas in regelmäßigen Abständen Moos-Streifen als vertikal verlaufende Begrünung am Zaun befestigt. Das sehe nicht nur schön aus, sondern habe einen durchaus willkommenen Nebeneffekt: „Moos filtert Feinstaub aus der Luft“, erklärt Boris Wenzel, der sich um den Internetauftritt des Frankfurter Gartens kümmert.

Auf der dem Ostbahnhof zugewandten Zaunseite wird ebenfalls aus Holz ein wellenförmig verlaufendes Fundament gebaut, darüber dann Erde aufgeschüttet. Dort sollen Kürbisse gepflanzt werden. Damit habe man laut Wenzel im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht – immerhin 92 Kürbisse seien geerntet worden, der Kartoffelertrag jedoch sei mit nur 16 Kilogramm hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Ideen von Studenten

Die Ideen für die Umgestaltung des Zauns stammen von Architektur-Studenten der Technischen Universität (TU) Darmstadt. Sie sind das Ergebnis eines Wettbewerbs. Diesen hatte die Architektin Britta Eiermann initiiert. Sie lehrt an der TU im Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung und ist eine Bekannte von Architektin Anja Ohlinger, die wiederum den Frankfurter Garten unterstützt.

Am Mittwoch, 11. März, werden um 17 Uhr die Sieger des Wettbewerbs auf dem Danziger Platz gekürt. Insgesamt 16 Arbeiten sind eingereicht worden. Am Osterwochenende sollen Teile der Vorschläge gemeinsam mit den Studenten umgesetzt werden. „Das geht alles schnell und kostet wenig“, sagt Lohmann-Thomas. Auch die Miniaturgewächshäuser an der Zaun-Ostseite werden dann gezimmert. Deren Mechanismus ist ganz simpel. An der Überdachung der Holzverschläge werden transparente Folien befestigt, die bei Bedarf abgerollt und am Boden befestigt werden können. In den Nischen können aber auch Spaten, Gießkannen oder Schubkarren gelagert werden.

Nächsten Mittwoch, 11. März, beginnt dann mit einer großen Eröffnungsfeier offiziell die Gartensaison. Zugleich wird der Startschuss für den völlig neu konzipierte Wochenmarkt gegeben. Acht Anbieter sind mit Ständen vertreten. Nachdem 2014 der vor zwei Jahren gestartete Mittwochsmarkt eingeschlafen sei, will Lohmann-Thomas ihn jetzt in größerer Form etablieren. „Im Ostend gibt es keinen Wochenmarkt, wir sehen ihn auch als sozial wichtige Komponente.“ Von 12 bis 20 Uhr haben die Stände geöffnet. Das Angebot reicht von Obst und Gemüse über Wein, Crêpes und Galettes sowie Smoothies bis hin zu Marmelade, Tomatensoße, Senf, Feinkost und Naschereien am eigenwilligen Tante-Emma-Stand. Wie gewohnt erweitert der Garten-Kiosk das Angebot mit leckeren Salaten, Flammkuchen, Grüner Soße oder Handkäs’ und Focaccias. Zum Marktstart gibt es am Mittwoch ab 17.30 Uhr Livemusik von Uta Desch (deutschsprachiger Country und Pop) und Mane (Americana-Folk, Blues und Pop).

Zunächst ist aber noch Einsatz gefordert: Und so lädt der Verein für den morgigen Sonntag ab 11 Uhr zum Frühjahrsputz auf den Danziger Platz ein. Wer will, kann mit anpacken. „Unterstützer sind willkommen“, sagt Wenzel. Denn nach der Winterpause sieht es im Moment nicht besonders einladend aus auf dem Danziger Platz. Damit dort bald wieder eine grüne Oase inmitten der Stadt blüht, wird morgen gesät und angepflanzt.

Der Frankfurter Garten wurde vor zwei Jahren als sogenanntes Urban-Gardening-Projekt angelegt. Ziel solcher Initiativen ist es, mehr Grün in die Stadt zu bringen. Laut Wenzel gibt es rund 250 Unterstützer und einen Stamm von 50 fleißigen Gärtnern. Bis Ende 2016 dürfe der Verein die 2500 Quadratmeter große Fläche für seine Zwecke nutzen. Das habe die Stadt zugesichert. „Es gibt aber die Option auf eine Verlängerung bis 2018“, sagt Wenzel. Wie die Zukunft aussieht, wenn die Arbeiten für den Bau der nordmainischen S-Bahn von Frankfurt nach Hanau abgeschlossen sind, sei bislang noch unklar. Bis dahin wurde eine Zwischennutzung für den Danziger Platz gesucht – und mit den Gärtnern gefunden.

Pilze im Gewölbe züchten

Auch eine Verwendung für das ungenutzte Fischergewölbe in der Alten Brücke haben die Macher des Frankfurter Gartens. „Wir wollen hier künftig Pilze züchten. Im Moment verhandeln wir noch mit der Stadt über einen Gestattungsvertrag“, sagt Lohmann-Thomas. Sie ist optimistisch, dass man sich schnell einig wird. Dann könnten auf 536 Quadratmetern Fläche die schmackhaften Knollen wachsen.

Weitere Informationen zum Frankfurter Garten und das Programm dort gibt es unter frankfurter-garten.de im Internet.

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