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Stadt wird kritisiert: Neuer Ärger ums „Bullen“-Graffiti am Autonomenzentrum

Von Ein polizeifeindlicher Spruch auf der Hauswand des Autonomenzentrums Klapperfeld erzürnt die FDP. Auch der Polizeipräsident kritisiert die Aktion. Doch die Stadt Frankfurt will nichts dagegen unternehmen – obwohl ihr das Gebäude gehört.
Die Simpsons lassen grüßen: Auf der Wand des Autonomenzentrums ist ein Polizist zu sehen, der sich eine Pistole in den Mund schiebt. Daneben steht das böse Wort „Bulle“, das für Ärger sorgt. Die Simpsons lassen grüßen: Auf der Wand des Autonomenzentrums ist ein Polizist zu sehen, der sich eine Pistole in den Mund schiebt. Daneben steht das böse Wort „Bulle“, das für Ärger sorgt.
Frankfurt. 

„Niemand muss Bulle sein“, steht auf der Wand des ehemaligen Polizeigefängnisses im Gerichtsviertel. Die städtische Immobilie dient seit 2009 als linkes Kulturzentrum, aber auch als wichtiger Treffpunkt der gewaltbereiten Autonomen-Szene. Dass der Spruch an der Hauswand daher bei denjenigen, die das Treiben der Linksextremisten kritisch beobachten, auf Argwohn stößt, ist nicht verwunderlich. Zumal er von der Comic-Zeichnung eines dicken Polizisten begleitet wird, der sich eine Pistole in den Mund hält.

FDP scheitert mit Antrag

Schon vor einigen Monaten hatte die FDP im Römer versucht, die zuständige Stadträtin Sylvia Weber (SPD) dazu zu bringen, das Graffiti entfernen zu lassen. Als Vermieterin könnte die Stadt dies selbstverständlich veranlassen. Doch die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte den FDP-Antrag ab. Und Weber fühlte sich an dieses Votum gebunden. Ihre Kompromisslösung lautet dann: Der Klapperfeld-Verein habe das Wort „Bulle“ eigenständig verdeckt.

Das stimmte auch. Nur ist diese Verdeckung längst wieder verschwunden. Der Spruch ist seit Wochen wieder vollständig zu lesen. Vor dem Hintergrund wachsender Gewalt gegen seine Beamten hat Polizeipräsident Gerhard Bereswill kein Verständnis dafür. „In meinen Augen ist diese Darstellung eine geschmacklose Aktion, die der Rolle der Polizei in der Gesellschaft in keiner Weise gerecht wird“, erklärte er. Und FDP-Politiker Uwe Schulz kündigt an, das „Bullen“-Graffiti in der Stadtverordnetenversammlung erneut auf die Tagesordnung zu bringen.

Lied einer Punkband

Zwar lässt sich der Spruch auch als Beitrag zur Berufsberatung verstehen. Er stammt allerdings aus einem Lied der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ und klingt in diesem Zusammenhang alles andere als harmlos. „Niemand muss Bulle sein! Und der Hass – der steigt! Und unsere Wut – sie treibt!“ Später folgen noch die Zeilen: „Ich mach’ mich warm, weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert. Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt.“

An der Klapperfeld-Fassade würde auch dieser Spruch passen. Denn das Innenstadt-Polizeirevier liegt um die Ecke. Bei den Krawallen zur EZB-Eröffnung 2015 zündeten Linksradikale dort mehrere Einsatzwagen an.

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