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TV Preungesheim: Neuer Vorsitzender will mehr Hallenzeit

Von Nach 15 Jahren ist beim Turnverein Preungesheim ein Ära zu Ende gegangen: Der Vorsitzende Klaus Böttger ist abgetreten, sein Nachfolger ist Karim El-Malki. Eines ist gleich geblieben: Auch der „Neue“ fordert mehr Hallenzeiten. Denn der Verein wächst.
Ehrensache: Beim Silvesterlauf in Frankfurt rennt der neue Vorsitzende des TV Preungesheim, Karim El-Malki, selbstverständlich mit. Sport gehört zu seinem Leben. Foto: Michael Faust Ehrensache: Beim Silvesterlauf in Frankfurt rennt der neue Vorsitzende des TV Preungesheim, Karim El-Malki, selbstverständlich mit. Sport gehört zu seinem Leben.
Preungesheim. 

Die Chemie zwischen dem „Alten“ und dem „Neuen“ stimmte von Anfang an. Auch wenn der Weg des „Neuen“, Karim El-Malki (39), zum Turnverein (TV) Preungesheim nicht ganz glatt verlief. „Der Verein suchte einen Leichtathletik-Trainer, aber irgendwie kamen wir nicht in Kontakt“, erzählt El-Malki, der seit einigen Jahren bei der Leistungsgemeinschaft (LG) OWAG Friedberg-Feuerbach trainiert, der in seiner Altersklasse Deutscher Meister in der 4 x 100-Meter-Staffel ist, aber auch im Marathon und über 800 Meter Bronze zuletzt holte. Erst beim Tag der offenen Tür des TV lernte er den „Alten“, den Vorsitzenden des Vereins, Klaus Böttger, kennen. Im Juli 2017 hatte er den Job, die neue Leichtathletik-Abteilung des TV aufzubauen – und nun, kein halbes Jahr später, ist er auch dessen Vorsitzender.

„Endlich auch Leichtathletik anbieten“, diese Forderung konnte man in den Jahren des Baus des Sportparks Preungesheim bei Böttger stets vernehmen. Denn Leichtathletik konnte der TV in „seinem“ Stadtteil vor der Eröffnung von Dreifachturnhalle und Sportplatz im April 2017 nicht anbieten. „Der erste Kinder-Kurs ist voll“, erzählt El-Malki. Er und drei Trainerinnen betreuen 60 Kinder: „Mehr geht nicht, 20 weitere Kinder stehen auf der Warteliste“. Inzwischen fragten Eltern an, ob der Verein auch Leichtathletik für Erwachsenen anbieten könne.

Faible für Leichtathletik

Karim El-Malki lebt für die Leichtathletik, seine Augen leuchten, wenn er davon erzählt. Geboren im marokkanischen Rif-Gebirge, wuchs er in Bornheim auf und lebt heute mit Frau und Sohn in Eckenheim. Der gelernte Karosserie- und Fahrzeugbauer und studierte Maschinenbau-Ingenieur arbeitet bei Nord-Micro. Das Frankfurter Unternehmen sei Weltmarktführer für Belüftungssysteme in Großraum-Passagierflugzeugen, sagt er stolz. Zwar habe er eine kurze Zeit lang als Jugendlicher auch Fußball gespielt, erzählt El-Malki. Doch seit früher Kindheit „ist die Leichtathletik das, was mir gefällt. Es gewinnt, wer der Schnellste ist, wer am weitesten kommt – das ist doch toll. Und es kann mir keiner reingrätschen.“

Und doch sei Leichtathtletik auch ein Teamsport, etwa beim Staffellauf. Aber auch sonst im Training. Bei allem Wettbewerb pushe man sich unter Trainingspartnern zu besseren Leistungen, sei stolz auf die Erfolge des anderen. „Und bei den Kindern sowieso – da gibt es nur Teamwettbewerbe.“ In der Leichtathletik sei es wie im Ingenieurs-Handwerk: „Der Erfolg ist messbar. Leistung ist gleich Arbeit durch Zeit.“

Nun ist El-Malki nicht nur Trainer beim TV Preungesheim, sondern auch dessen Vorsitzender. Das passierte schneller als gedacht, erklärt Böttger. „Im März 2017 hatte ich angekündigt, nach 14 Jahren den Vorsitz abgeben zu wollen. Es müssen frische neue Ideen her.“ Seine eigenen – etwa den Bau des Sportparks – habe er ja durchgebracht. „Ich dachte, ein Jahr lang übernehme ich 2018 noch den Vorsitz mit Karim an meiner Seite. Nun geschieht es anders herum.“

Sanft überredet

„Die Anne“, die neue stellvertretende Vorsitzende Anne Elbe, und auch die Schriftführerin Michelle Nickels seien daran nicht ganz schuldlos, sagt El-Malki. Sie hätten ihn sanft überredet, sich zum Vorsitzenden wählen zu lassen. „Ich muss mich da erst noch hineinarbeiten“, erklärt er. Und stellt klar: Er wird nicht nur die Leichtathleten fördern, sondern alle Sportarten. Etwa die neue Fußballabteilung, die der TV Preungesheim 2017 mit einer G-, F- und E-Jugend gegründet hat. Tischtennis, Handball, Turnen – viele Sportarten boomen in dem Verein, der seine Mitgliederzahl fast verdoppelt hat, seit 2016 klar wurde, dass der Sportpark 2017 eröffnen würde.

Und es könnten noch mehr Mitglieder sein, ist El-Malki überzeugt: Viele Preungesheimer hätten sehnsüchtig darauf gewartet, endlich im Stadtteil Sport treiben zu können. „Wir haben viele junge Familien hier. Die schicken ihre Kinder zu uns – und fragen dann selbst, welchen Sport sie bei uns machen können.“ Viele engagierten sich bereits im Verein. Genau das wolle er vorantreiben, sagt El-Malki: Einen Verein aufbauen, in dem Familien aus Preungesheim und den Nachbarstadtteilen gemeinsam Sport treiben. Er will das Angebot ausweiten, etwa Yoga anbieten, will die Kinder früh zum Sport bringen. Doch dazu fehlen im Sportpark, dessen Halle ausgebucht ist, Trainingszeiten. Wie Böttger fordert auch El-Malki, dass der TV zusammen mit den Partnervereinen TSG Frankfurter Berg und TSV Berkersheim mehr Trainingszeiten erhält

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