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Raven Kirchner: Neues Gesicht an der Parteispitze

Die SPD Riederwald will frischen Wind in ihren Ortsverein bringen und wählt den 19-jährigen Raven Kirchner zum stellvertretenden Vorsitzenden.
Mit 19 Jahren hat Raven Kirchner schon das Sagen bei der SPD Riederwald. Seitdem er 14 Jahre alt ist, gehört er der Partei an.	Foto: Faust Mit 19 Jahren hat Raven Kirchner schon das Sagen bei der SPD Riederwald. Seitdem er 14 Jahre alt ist, gehört er der Partei an. Foto: Faust
Riederwald. 

Mit 14 Jahren ist Raven Kirchner in die SPD eingetreten. „Da war ich Frankfurts jüngstes Mitglied“, erinnert er sich. Jetzt, fünf Jahre später, wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Riederwald gewählt. Auch dort ist der gebürtige Riederwälder, gerade im zweiten Semester seines Jura-Studiums, mit seinen 19 Jahren noch „das Küken“, fühlt sich in seinem neuen Amt aber genau am richtigen Platz.

Es wartet auch viel Arbeit auf ihn, denn er hat sich das Ziel gesetzt, junge Leute in seinem Alter „für die Politik zu begeistern“. Er hofft, durch sein öffentliches Auftreten andere motivieren zu können, denn im Ortsverein Riederwald mangelt es an Nachwuchs: Das zweitälteste der 55 Parteimitglieder ist Jahrgang 1986.

Raven musste nie vom Engagement in der Politik überzeugt werden, das Interesse schlummerte schon immer in ihm. „Mein Opa war ein hoher Beamter auf Lokalebene“, vermutet er als Wurzel seiner Neigung für Kommunalpolitik. „Das hat als Kind bestimmt viel auf mich eingewirkt.“ Das riss auch nicht während seiner Jugend ab: Zeitunglesen und abendliche Diskussionsrunden der Jusos sind seit seinem 14. Lebensjahr fester Bestandteil seines Alltags. Als die ersten Wahlkämpfe nach seiner Mithilfe riefen, kamen auch lange Samstage an Infoständen dazu – obwohl das „in der Schule eher als uncool gesehen wurde“, erinnert sich Raven.

 

Heiße Diskussionen

 

Das änderte sich, als sich der Abiturient des Frankfurter Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums natürlich für Leistungskurs in Politik und Wirtschaft entschied. „Dort mussten unsere Diskussionen immer vom Lehrer unterbrochen werden“, erinnert er sich. Tatsächlich war sein Kurs ein kleines Abbild der Frankfurter Kommunalpolitik: Sein Lehrer war Uwe Paulsen, Stadtverordneter der Grünen, und mit ihm im Kurs saß mit Maximilian Lüderwaldt ein Vorstandsmitglied der JU Frankfurt. „Rege Diskussionen waren garantiert“, erzählt Raven, wenn auch eher zu Fragen der „großen Politik“.

An die Stelle des Diskutierens rückt in seiner neuen Aufgabe das Organisieren: Veranstaltungen müssen geplant, Sitzungen vorbereitet werden. „Das schreckt viele junge Leute von der Politik ab“, weiß Raven. Seine Altersgenossen engagierten sich eher, wenn es um einzelne Themen ginge, so sein Eindruck.

Dass eine demokratische Kultur vom Mitmachen lebe, habe er während seines Auslandsjahres in Italien gesehen: „Dort lassen sich die einen von der Show und dem Populismus blenden, den die Politik ihnen vorführt“, meint er. „Die anderen sind verdrossen und wollen mit der Politik überhaupt nichts mehr zu tun haben.“

So sehr ihn die Politik trotz ihrer zähen Prozesse reizt, steht für ihn sein Jurastudium im Mittelpunkt, bei dem er „hohe Ansprüche“ an sich selbst habe. Jura studieren und Politik in der Freizeit – so sieht der klassische Werdegang potentieller Berufspolitiker aus. Wäre das auch etwas für Raven? „Nein, den Plan habe ich nicht“, ist er sicher. Lieber möchte er Anwalt werden und davor eine Zeitlang im Ausland studieren.

 

Wichtige Themen angehen

 

Bleibt nur, dem Jungpolitiker viel Erfolg zu wünschen, vor allem bei seinem Engagement vor Ort. Schließlich mangelt es im Riederwald nicht an Themen, die es anzugehen gilt: Die Frage nach dem Schutz vor Bau- und Verkehrslärm wird den Stadtteil noch lange begleiten. Dazu kommen weitere Faktoren der Lebensqualität: Wie steht es um die wohnungsnahe Lebensmittelversorgung? Wie um das Kneipen- und Restaurantsterben im Stadtteil? Diese Probleme bedürfen engagierter Menschen mit Ideen und Tatkraft.

(lud)
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