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Im Brombeerfeld: Neugeplantes Viertel am Riedberg steht in der Kritik

Lange hat sich der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) für zusätzliche Seniorenwohnungen im Stadtteil stark gemacht. Nun endlich werden 30 solcher Wohnungen an der Straße Im Brombeerfeld gebaut. Als der Bauherr das Konzept vorstellte, hagelte es aber Kritik. Viele meinen: Mit 85 bis 120 Quadratmetern sind die Wohnungen für Senioren zu groß. Außerdem werden die Rentner auf dem Mietmarkt mit Familien konkurrieren müssen.
So sollen die Wohnungen einmal aussehen. So sollen die Wohnungen einmal aussehen.
Riedberg. 

Zusätzliche Wohnungen sind normalerweise eine gute Nachricht. Wohnraum ist ja bekanntlich ein hart umkämpftes Gut in Frankfurt. Das schärfste Schwert des Wohnungssuchenden ist der monatliche Verdienst. Umso höher er ist, desto sichere bekommt der Vermieter sein Geld und der Wohnungsuchende seinen Mietvertrag. Senioren sind in diesem Spiel häufig benachteiligt; besonders wenn sie allein leben und die Rente niedrig ist.

Einige Ältere hätten daher schon aus Kalbach-Riedberg wegziehen müssen, sagt Gisela Stamm vom Seniorenbeirat. Jahrelang hatte sich der Ortsbeirat 12 (Kalbach, Riedberg) daher dafür eingesetzt, dass im Stadtteil altersgerechte Wohnungen entstehen. Mit Erfolg: Für das Areal an der Straße Im Brombeefeld bestimmte die Stadt im Bebauungsplan, dass es für „Altenwohnungen“ vorbehalten bleibt.

Noch in der Rohbauphase

Auch im Erbpachtvertrag mit der Orgler-Gruppe – dem Bauherrn, der die altersgerechten Wohnungen baut – wurde dieses Kriterium festgeschrieben. Als Gregor Baer von der Orgler-Gruppe bei der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats nun das Konzept der Wohnanlage vorstellte, waren viele Beiratsmitglieder enttäuscht. Die Kritik lautete: Gerade für Senioren sind die geplanten Wohnungen zu groß.

Die drei Wohnhäuser befinden sich derzeit in der Rohbauphase. Bis zum Ende des Jahres hoffe man, sagt Baer, fertig zu werden. 30 neue Wohnungen mit einer Größe von 85 bis 120 Quadratmeter würden dann vermietet werden. Für Gisela Stamm vom Seniorenbeirat ist das viel zu groß. „Wenn sich Senioren neue Wohnungen suchen, wollen sie sich normalerweise verkleinern. Sonst könnten man ja im Reihenhaus wohnen bleiben.“ Viele Ältere lebten allein und eine große Wohnung in Ordnung zu halten, werde ab einem bestimmten Alter immer schwieriger. Hinzu komme, dass viele sich mit der Rente keine große Wohnung leisten könnten.

Wie hoch die Miete sein werde, sagt Baer, müsse sich noch zeigen. Auch einen ungefähren Quadratmeterpreis wollte er nicht nennen. Die Kritik, dass die Wohnungen nicht seniorengerecht seien, weist Baer zurück. „Sie entsprechen absolut den Vorgaben.“ Schließlich seien die Wohnungen rundum barrierefrei. In allen Häusern gebe es Aufzüge und in den Wohnungen ließe sich alles mit einem Rollator erreichen. „So wurde das Konzept auch mit dem Liegenschaftsamt abgestimmt und die Baugenehmigung erteilt“, sagt Baer.

Kein Mindestalter

Er habe geahnt, dass die Wohnungsgröße ein Problem sein werde. Man habe sich jedoch aus gutem Grund dafür entschieden. Hätte man statt 30 großen Wohnungen, etwa 50 kleinere gebaut, hätte die Stellplatzordnung verlangt, dass auch mehr Parkplätze gebaut werden. Dafür hätte es jedoch keinen Platz gegeben. Ortsbeiratsmitglied Susanne Kassold (SPD) zweifelte daran, ob die Orgler-Gruppe zurecht die Wohnungen als „altersgerecht“ vermarktet.

Besonders da die Wohnungen, wie Baer erläuterte, frei auf dem Mietmarkt angeboten werden sollen. „Ein Mindestalter ist für die Wohnungen nicht vorgesehen.“ Insofern werden Senioren mit Familien, die finanziell häufig besser gestellt sind, um die Wohnungen konkurrieren. So bleibt es ein ungleicher Kampf.

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