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Tote Wildtiere auf Frankfurts Feldern: Nieder-Erlenbach: Wo Hunde Rehe reißen

Von Gleich zwei Rehe sind in den vergangenen Wochen in den Feldern rund um Nieder-Erlenbach von Hunden gerissen worden. Für die Besitzer der Vierbeiner kann dies teuer werden.
Rehe müssen sich rund um Nieder-Erlenbach vor freilaufenden Hunden in Acht nehmen.	Foto: Fotolia Rehe müssen sich rund um Nieder-Erlenbach vor freilaufenden Hunden in Acht nehmen. Foto: Fotolia
Nieder-Erlenbach. 

„Das darf einfach nicht passieren“, sagt Gerd Friedrich. Der Jagdpächter von Nieder-Erlenbach meint damit die beiden in den vergangenen Wochen von freilaufenden Hunden gerissenen Rehe. „Eins haben wir im Erlenbach gefunden“, berichtet Friedrich. Gerade an dieser Stelle würden besonders viele Hunde ohne Leine laufen gelassen.

Das ist zwar in den Feldern Frankfurts im Gegensatz etwa zu den städtischen Grünanlagen nicht grundsätzlich verboten, es gibt keine Leinenpflicht. „Aber der Hund muss im Einflussbereich seines Herrchens bleiben“, betont Ralph Rohr, Sprecher des Ordnungsamtes. Wer dies nicht befolgt, dem drohen Bußgelder – bis zu 5000 Euro. Wenn die Hunde aber Wildtiere erlegen, kann dies für den Halter noch schmerzhafter werden. „Das geht in Richtung Wilderei. Und das ist eine Straftat“, betont Rohr.

Dazu muss der Besitzer natürlich ermittelt werden. Im Fall des toten Rehs im Erlenbach war dies nicht mehr möglich. Friedrichs Vertretung Wilfried Rapp, Jagdpächter in Nieder-Eschbach dagegen erwischte in einem Rapsfeld hinter dem Riedhof sogar einen Windhund, der gerade einem einjährigen Reh die Kehle durchgebissen hatte. „Ich habe mich danach mit der Besitzerin vernünftig unterhalten“, sagt Rapp. „Sie wird ihren Hund nicht mehr laufenlassen. Denn auch für die Halter ist das meist ein großer Schock.“ Daher hätten die Jagdpächter sie auch nicht angezeigt.

„Wir freuen uns doch, dass wir im Stadtgebiet noch so viel Wild haben“, sagt Friedrich. Daher kann er das Unverständnis der Hundebesitzer nicht verstehen, die, wenn er sie anspreche, seine Hinweise immer wieder ignorierten. Dabei gehe es nicht nur um das Reißen der Rehe. „Hunde werden als Feinde wahrgenommen. Daher flüchten die Rehe. Es wird also Unruhe in den Bestand gebracht“, sagt Friedrich. Er fordert daher von der Stadt, dass diese zumindest für die Brut- und Setzzeit von März bis Mitte Juli eine Anleinpflicht einführt. „Hunde von der Leine sind eine stete Gefahr, auch für Hasen und anderes Kleinwild“, ergänzt Rapp.

Ärger bringen freilaufende Hunde in Nieder-Erlenbach auch für Menschen mit sich. Kinder würden immer wieder aufgeschreckt, sagt Kinderbeauftragte Ingrid Reitzammer. Und auch die Hinterlassenschaften der Vierbeiner sorgen für Ärger. Der Ortsbeirat 13 (Nieder-Erlenbach) beschloss daher am Dienstagabend auch einstimmig einen Antrag, gegenüber des Spielplatzes „An den Bergen“ im Naherholungsgebiet eine Liegewiese einrichten zu lassen. „Diese wird schon als Liegewiese genutzt“, betonte Ortsvorsteher Matthias Mehl (CDU). Auf eine ausgewiesene Liegewiese aber dürften keine Hunde – und damit hoffen die Stadtteilpolitiker auch deren Hinterlassenschaften fernhalten zu können.

Die Broschüre „Gassi gehen – aber richtig“, in der alle Regeln zum Umgang mit Hunden in der Öffentlichkeit zusammengefasst sind , ist unter www.gewalt-sehen-helfen.de im Internet zu finden.

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