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Niemand will den Alleentunnel

Sprecher mehrerer Fraktionen versuchten gestern im Verkehrsausschuss die aufgebrachten Bürger zu beruhigen: Niemand wolle die sogenannte Alleenspange, eine Verbindung von der Autobahn A 661 in Bornheim
Frankfurt. 

Sprecher mehrerer Fraktionen versuchten gestern im Verkehrsausschuss die aufgebrachten Bürger zu beruhigen: Niemand wolle die sogenannte Alleenspange, eine Verbindung von der Autobahn A 661 in Bornheim bis zur Rat-Beil-Straße im Nordend, oder gar den Tunnel unter dem Alleenring bis zum Miquelknoten bei der Bundesbank. Beide Projekte seien nicht Bestandteil des Gesamtverkehrsplan der Stadt, und auch der Landesbetrieb "Hessen mobil" verfolge sie derzeit nicht weiter, sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). "Dafür ist doch gar kein Geld da", betonte CDU-Fraktionschef Helmut Heuser. "Ich halte die Projekte auch für verkehrspolitisch unsinnig." Die CDU war früher immer ein Verfechter von Alleen-spange und -tunnel – ebenso wie die FDP. Doch deren Fraktionsvorsitzende Annette Rinn würde heute gegen die Projekte "auf die Barrikaden gehen", wie sie sagte.

Im Bundesverkehrswegeplan Tunnel und Spange noch enthalten, weshalb sie bei den neuen Lärm- und Schadstoff-Untersuchungen für den Riederwaldtunnel berücksichtigt werden müssen. Das "Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn" (AUA) fürchtet deshalb, dass die ungeliebten Projekte durch die Hintertür doch noch kommen. "Wenn der Riederwaldtunnel gebaut ist und es Verkehrsprobleme gibt, dann kann die Alleenspange sofort gebaut werden", sagte AUA-Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck gestern im Ausschuss.

Auf die Verbindungsstraße müsse aber verzichtet werden, wenn die geplante Einhausung der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach kommt. Ardelt-Theeck forderte, mit dem Weiterbau der A 66 (Riederwaldtunnel) und dem Ausbau der A 661 (Ostumgehung) so lange zu warten, bis Klarheit über die Einhausung besteht. Denn sonst werde es eine 20 Jahre währende Baustelle geben, Steuergelder würden verschwendet. "Wenn wir die Autobahn schon schlucken sollen, brauchen wir wenigstens eine gute Planung", forderte Ardelt-Theeck.

Doch laut Majer hat die Stadt gegenüber Bund und Land keine Handhabe, den Baufortschritt bei den Autobahnprojekten zu verzögern. Auch gebe es keinen Anspruch auf die Finanzierung zusätzlichen Lärmschutzes. "Für Bund und Land geht es um viel Geld", brachte der Verkehrsdezernent das Problem auf den Punkt. mu

(Günter Murr)
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