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30 Top-Wissenschaftler erleben: Nobelpreisträger, hautnah

Von Die Lindauer Nobelpreisträger-Tagungen bringen seit 1951 jedes Jahr für eine Woche rund 30 Nobelpreisträger und 600 besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler aus bis zu 80 Ländern zusammen. Dr. Kathrin Göbel (31), Wissenschaftlerin aus Frankfurt, war dazu eingeladen.
Die junge Physikerin Kathrin Göbel durfte in Lindau die klügsten Köpfen ihres Faches treffen. Foto: Salome Roessler Die junge Physikerin Kathrin Göbel durfte in Lindau die klügsten Köpfen ihres Faches treffen.
Lindau/Frankfurt. 

Kathrin Göbel ist Physikerin. In der Arbeitsgruppe von Prof. René Reifarth überlegt sie Experimente, die Prozesse im Inneren von Sternen nachstellen. Vor einigen Monaten erhielt sie ein Angebot: „Ich sollte mich bewerben, um am Nobelpreisträgertreffen in Lindau teilnehmen zu können.“ Sie tat es – und ihre Bewerbung wurde prompt angenommen.

„29 Nobelpreisträger waren dort“, berichtet Kathrin Göbel. „Sie kamen aus allen Teilen der Welt.“ Rund 400 Studenten, Post-Docs und junge Wissenschaftler waren wie sie als Gäste dabei. „Man hat Gelegenheit, die Nobelpreisträger aus nächster Nähe kennenzulernen.“

Dabei sind alle unterschiedlich. William Daniel Phillips zum Beispiel, der 1997 den Nobelpreis erhalten hat, sei ein sehr geselliger Typ. „Er hat ständig eine Gruppe von Fans und Studenten um sich herum und genießt es“, sagt die Frankfurter Wissenschaftlerin. „Selbst auf dem Schiff, beim Ausflug auf dem Bodensee, ist er von seinen Anhängern umgeben.“ Williams hatte eine Methode entwickelt, Atome mittels Laserstrahlen abzukühlen. „Er forscht heute noch und lädt die Leute ein, sich bei ihm zu bewerben.“

Viele Physiker dabei

Die Nobelpreisträger in Lindau waren allesamt Naturwissenschaftler. „Es gab ein paar Biophysiker und mit Stefan Hell sogar einen Chemiker – aber die meisten waren Physiker“, sagt Göbel. „Sie haben aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln über die aktuellen Probleme ihres Fachs gesprochen. Es war unglaublich interessant, ihnen zuzuhören, und ich habe wirklich viel gelernt.“

Jeden Morgen gab es Vorträge, die die Preisträger im Plenum hielten. Zur Mittagszeit trafen sich alle Teilnehmer in kleineren Gruppen, meist etwa 60 Leute oder weniger – und diskutierten. „Ich war einmal in der Gruppe von Philips, einmal bei Klaus von Klitzing und dann natürlich bei Brain Schmidt“, sagt Göbel.

Schmidt, der in Australien forscht, hatte den Nobelpreis 2011 erhalten – zusammen mit Saul Perlmutter und Adam Riess. Sie hatten um die Jahrtausendwende eine fundamentale Beobachtung gemacht: Das Universum scheint sich beschleunigt auszudehnen, auseinandergetrieben von einer ominösen Energie, der sogenannten Dunklen Energie. Göbel war fasziniert: „Schmidt ist von seinen Forschungen her sehr nahe an dem, was wir in Frankfurt in der experimentellen Astrophysik machen. Wir versuchen, etwas zu messen. Das hat Schmidt auch getan.“ Dabei ermöglichten die Diskussionen ihr auch, neue Einsichten für ihre eigenen Forschungen zu gewinnen.

Lohnende Tage

Insgesamt, urteilt Kathrin Göbel nach dem Treffen mit den größten Köpfen ihres Fachs, waren es sehr lohnende Tage. „Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit hatte.“ Viele verschiedene Perspektiven haben sich ihr eröffnet – nicht nur auf ihr Fach, bei dem sie Vieles einmal in Vorlesungen vor Jahren gehört hat und jetzt direkt mit den Schöpfern des Wissens sprechen konnte. Sondern auch, wie unterschiedlich die Wege nach dem Nobelpreis sein können. Manche Forscher bedauern etwa , nicht mehr wie früher im Labor zu stehen, weil sie jetzt Leitungsverantwortung haben. „Andere sind noch ganz dicht dran an der Forschung“, sagt Göbel.

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