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Braunkohlestaub-Kraftwerk in Fechenheim: Noch kein Gespräch in Sicht

Zwar ist der Prozess um das Braunkohlestaub-Kraftwerk in Fechenheim beendet. Im Stadtteil aber droht der Konflikt neu auszubrechen.
Inmitten anderer Gebäude steht das hell verkleidete Braunkohlestaubkraftwerk auf dem Allessa-Gelände. Inmitten anderer Gebäude steht das hell verkleidete Braunkohlestaubkraftwerk auf dem Allessa-Gelände.
Fechenheim. 

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat – wie berichtet – die Betriebsgenehmigung für das Braunkohlenstaub-Kleinkraftwerk der Firma Getec auf dem Fechenheimer Allessa-Gelände für gültig erklärt. Trotz des Urteils geht die Diskussion zwischen Allessa und dem Verein Zukunft Fechenheim, der gegen das Kraftwerk kämpft, weiter. Am heutigen Mittwoch wollte Zukunft Fechenheim den Allessa-Geschäftsführer, Rafael Reiser, zum Gespräch besuchen, gemeinsam mit Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Reiser lehnte den spontanen Besuch ab: Erst wenn die schriftliche Urteilsbegründung aus Kassel vorliege, mache das Sinn.

Seinen Ursprung hat das jetzige Hin und Her in zahlreichen Briefen, die Werner Scholz, der Vorsitzende von Zukunft Fechenheim, an Reiser schickte. Stets forderte er, bessere Filter in dem Braunkohlenstaub-Kraftwerk zu installieren. Dabei verwies er auf Forschungen, die zeigen, wie gefährlich Quecksilber oder Stickoxide sind.

Auf die Briefe reagierte Reiser, der seit zwei Jahren Allessa-Geschäftsführer ist, 2015 mit einem Gesprächsangebot. „Es ist besser, sich kennenzulernen und die jeweiligen Positionen auszutauschen, als über Briefe zu kommunizieren“, erklärt Reiser auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bund verliert Prozess

Das nahm Zukunft Fechenheim zwar dankbar an – es mache aber erst Sinn nachdem der Kasseler Verwaltungsgerichtshof entschieden habe. Der Umweltschutzverbandverband Bund hatte gegen das Land geklagt, weil er die Betriebsgenehmigung für rechtswidrig hielt – und den Prozess am vergangenen Donnerstag verloren.

Nun schrieb Zukunft Fechenheim an Reiser, der Verein nehme die Einladung an – und wollte gemeinsam mit Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig am heutigen Mittwoch zum Gespräch zu Allessa kommen. Doch Reiser geht das zu schnell: Er hält ein solches Gespräch erst für sinnvoll, wenn die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtshofs vorliegt.

Zukunft Fechenheim lädt für den kommenden Samstag, 5. März, zur Demonstration vor das Allessa-Werkstor, Alt-Fechenheim 34, ein. „Dass wir demonstrieren, geht auf das breite Interesse der Fechenheimer zurück“, sagt Scholz. Viele hätten nachgefragt, wie es nun weiter geht. „Die Bürger sind sauer, weil sie den Eindruck haben: Für uns interessiert sich dabei sowieso keiner.“

Allessa hingegen sieht einer Pressemitteilung zufolge keinen Grund, bessere Filter einzubauen. „Mit einer modernen Brenntechnik und schwefelarmem Braunkohlestaub senken wir die Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden und Quecksilber deutlich unter die Grenzwerte“, betont Reiser. „Unsere Anlage erfüllt sogar jene strengen US-amerikanischen Richtwerte, die laut Zukunft Fechenheim auch in Deutschland angewendet werden sollten.“

Politisch aktiv werden

Ihr künftiges Verhalten berät Zukunft Fechenheim im Anschluss an die Demonstration am Samstag im Cafe Jasmin, Alt-Fechenheim 80. „Auf jeden Fall werden wir politisch aktiv“, sagt Scholz. Etwa um die Grenzwerte für Schadstoffe zu senken. „Oder um zu erreichen, dass mehrere benachbarte Anlagen bei Genehmigungsverfahren gemeinsam bewertet werden.“ Sonst könne man ja auch mehrere kleine Anlagen einfach nebeneinander stellen, die einzeln betrachtet zwar die Grenzwerte einhalten – sie aber überschreiten würden, wenn man sie gemeinsam betrachten würde.

(hau)
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