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Nordwest-Krankenhaus setzt auf neue Therapie

Das Krankenhaus Nordwest setzt intraoperative Hyperthermie und Chemoperfusion zur Bekämpfung von Krebsmetastasen im Bauchraum ein
Prof. Thomas Kraus Prof. Thomas Kraus
Praunheim. 

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal Invasive Chirurgie und die Klinik für Hämatologie und Onkologie am Krankenhaus Nordwest bieten jetzt als interdisziplinäre Therapieform auch peritoneale Debulking-Operationen mit kombinierter intraoperativer Hyperthermie und Chemoperfusion zur Behandlung von Krebsmetastasen in der Bauchhöhle bei ausgewählten Tumoren an.

Erfolgversprechend

Jeder Tumor eines Bauchorgans, der über das primär betroffene Organ hinauswächst, kann bösartige Zellen in die Bauchhöhle streuen. Die Metastasen setzen sich am Bauchfell (Peritoneum) oder an der peritonealen Oberfläche anderer Organe fest und bilden dann oft weitere Tumorknoten (Peritonealcarcinose). Hat ein Tumor den Weg bis in das Bauchfell gefunden, sind klassische Behandlungsmethoden wie die Entfernung der Tumore, die Bestrahlung oder die Chemotherapie für sich alleine nur noch bedingt wirksam. Nicht selten bilden sich trotz radikaler Chirurgie nach sechs bis zwölf Monaten neue Tumore in der Bauchhöhle aus. Die hochdosierte Bestrahlung des gesamten Bauchraumes hat sich aufgrund der Nebenwirkungen als relativ gefährlich dargestellt. Mit der intravenösen Gabe von Zytostatika alleine kann in vielen Fällen ebenfalls keine nachhaltige Wirksamkeit erzielt werden. Um die Tumorherde im Bauchfell in solchen fortgeschrittenen Fällen noch wirkungsvoll zu behandeln, wurde die intraoperative, intraperitoneale hypertherme Chemoperfusion als erfolgversprechendere Therapieform und als besonderes Verfahren für ausgewählte Situationen entwickelt.

Hand in Hand

Chirurgen und Onkologen des Krankenhaus Nordwest arbeiten bei diesem Behandlungsverfahren Hand in Hand. Nach einer sehr aufwendigen und ausgedehnten chirurgischen Entfernung aller Tumorknoten in der Bauchhöhle erfolgt die hypertherme Chemoperfusion (HIPEC) der Bauchhöhle mit einer speziellen Maschine noch während des gleichen Eingriffs, um residuale, auch nicht sichtbare Tumorreste zu vernichten. Hierbei wird das Zytostatikum direkt in die Bauchhöhle geleitet und kann direkt an den Tumorzellen wirksam werden und alle Regionen des Bauchraumes erreichen.

Die HIPEC verbindet damit die Behandlungsmethoden Chirurgie und Chemotherapie. Das Chemotherapeutikum wird auf 42 Grad Celsius erwärmt (Hyperthermie). Durch die wärmere Temperatur wird die Eindringtiefe der Zytostatika deutlich erhöht und die Wirkung verbessert. Zum Vergleich: Die Wirkung des Zytostatikums ist bei der lokalen Verabreichung bis zu 100-fach höher als bei einer intravenösen Zufuhr. Tumorzellen können zerstört werden. Eine Chemotherapie ergänzt das Verfahren in der Regel postoperativ.

"Auf die Intraoperative Hyperthermie und Chemoperfusion sprechen bis zu 70 Prozent der behandelten Patienten an. Bei etwa 30 Prozent der Patienten zeigt sich auch nach mehreren Jahren kein Hinweis auf ein Fortschreiten der Erkrankung", sagt Prof. Dr. Thomas W. Kraus, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal Invasive Chirurgie. Das komplexe Verfahren kommt bislang aber nur bei ausgewählten Patienten zur Anwendung. "Die Methode muss wissenschaftlich weiter analysiert werden, um die Ergebnisse und Indikationsstellungen noch bewerten zu können", so Prof. Dr. Thomas W. Kraus. Die Ergebnisse werden in einem speziellen Register verfolgt. Patienten werden am Krankenhaus Nordwest in der Regel im Rahmen von wissenschaftlichen Studien mit der HIPEC behandelt.

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