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Beginn in drei Jahren: Nur der Turm bleibt stehen - Erste Pläne für die neue Matthäuskirche vorgestellt

Von Nach dem Verkauf des Alten Polizeipräsidiums gibt es jetzt konkrete Pläne für die benachbarte evangelische Hoffnungsgemeinde. In einer Gemeindeversammlung stellten Stadtdekanat und Evangelischer Regionalverband die „neue Matthäuskirche“ vor.
Ein Architektenwettbewerb wird noch ausgeschrieben, deshalb vermittelt die Ansicht nur bedingt einen Eindruck von der neuen Mattäuskirche. Sie soll zeigen, dass der Turm stehen bleibt, alles andere neu gestaltet wird. Foto: Andreas Stimpert Ein Architektenwettbewerb wird noch ausgeschrieben, deshalb vermittelt die Ansicht nur bedingt einen Eindruck von der neuen Mattäuskirche. Sie soll zeigen, dass der Turm stehen bleibt, alles andere neu gestaltet wird.
Gallus. 

Etwas ungläubig betrachteten viele Mitglieder der evangelischen Hoffnungsgemeinde die Simulation einer neuen Matthäuskirche. An den Kirchturm mit dem goldenen Kreuz schmiegen sich moderne eckige Baukörper. Friederike Rahn-Steinacker, Leiterin der Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes, beruhigte die Gemüter. Sie versicherte, dass es sich hier nur um Platzhalter handele, um das neue Gebäudekonzept anschaulich darstellen zu können. „Ein Architektenwettbewerb wird eine hochwertige, stilistisch passende Kirche für eine hoffnungsvolle Zukunft hervorbringen“, sagte Pfarrerin Jutta Jekel.

Rahn-Steinacker erläuterte, dass mit dem Verkauf des Alten Polizeipräsidiums an der Friedrich-Ebert-Anlage an die Gerchgroup die Stadt den Bebauungsplan für das gesamte Areal ändern müsse. Das betreffe auch das benachbarte 3100 Quadratmeter große Grundstück der Matthäuskirche mit früherem Kindergarten, Pfarr- und Gemeindehaus. Nach Verhandlungen mit der Hoffnungsgemeinde wollen der Evangelische Regionalverband und das Evangelische Stadtdekanat aber nun 400 Quadratmeter dieses Areals behalten und rund um den zu erhaltenden Glockenturm einen in der Simulation violett markierten Kirchenneubau entwickeln.

Platz für bis zu 300 Besucher

Die äußeren, grau markierten Gebäudeteile sollen für eine Neubebauung verkauft werden. Dort sind bis zu zwei Hochhäuser möglich. Angeblich gibt es bereits Gespräche mit Investoren, darunter auch die Gerchgroup. „Wir wollen den kleineren Teil des Areals im kirchlichen Eigentum halten und darauf eine kleinere, aber zeitgemäße und vielfältig nutzbare Matthäuskirche bauen“, versicherte Stadtdekan Achim Knecht. Die Kosten für den Neubau und den Unterhalt der zukünftigen Kirche sollen durch den Verkauf des größeren Grundstückteils finanziert werden.

„Wir planen die neue Matthäuskirche als klar und unmissverständlich erkennbaren Kirchenraum, der 20 Gottesdienstbesucher in Andacht feiern lässt, aber auch bis zu 300 Besuchern einen geeigneten Versammlungsraum bietet“, sagte Horst Michaelis vom Kirchenvorstand. Deshalb sind auch zuschaltbare Nebenräume geplant. Der Neubau misst 18 Meter und hat vier Etagen. Einzugliedern sind denkmalgeschützte Bauteile wie die Altarwand mit Christusrelief, die Kanzelreliefs und die vier zur Friedrich-Ebert-Anlage gelegenen Glasfenster.

Ebenerdiger Zugang

„Der Neubau wird historische und künstlerische Formen der heutigen Matthäuskirche aufnehmen, auch der zu erhaltende Turm mit dem goldenen Kreuz wird gegebenenfalls überarbeitet“, sagte Rahn-Steinacker. „Besonders wichtig ist der ebenerdige Zugang im Erdgeschoss, der den hohen Kirchenraum anders erleben lässt“, ergänzte Wolfgang Nethöfel vom Bauausschuss der Hoffnungsgemeinde.

In der Diskussion wurde auch daran erinnert, dass ein Investor die Kirche vor Jahren abreißen wollte und der Gemeinde in einem Hochhaus, das er bauen wollte, einen Andachtsraum zur Verfügung stellen wollte. Der Abriss wäre möglich gewesen, obwohl das Gotteshaus und vor allem der Kirchturm zum wiederkehrenden Motiv einer Frankfurter Tatortfolge wurde und einen hohen symbolischen Stellenwert besitzt. Für die Reihe „Matthäus macht Programm“, die den Dialog zwischen Kirche und Wirtschaft sucht, wurde das goldene Kreuz inmitten der Skyline sogar zum Markenzeichen. Doch in den Denkmalschutz wurde die Matthäuskirche deshalb nicht aufgenommen. Denn die ursprüngliche von Friedrich Pützer in den Jahren von 1903 bis 1905 errichtete neugotische Kirche war im Krieg weitgehend zerstört worden. Den vereinfachten Wiederaufbau nahm Ernst Görcke in den Jahren von 1952 bis 1955 vor.

Nach langem Streit auch vor dem Kirchengericht sprach sich Architekt Jochen Jourdan im Jahr 2007 bei der Erstellung eines neuen Hochausrahmenplans für einen weitgehenden, später vertraglich fixierten Erhalt und verkleinerten Umbau der Kirche aus. Der präsentierte Neubau soll mit Blick auf die marode Bausubstanz durch den Kirchenvorstand und im September durch den Regionalverband beschlossen werden. In drei Jahren könnte der Neubau beginnen. Weil Pfarrer Lars Kessner nach Malmö wechselt, ist die zweite Pfarrstelle neu zu besetzen. In der Umbauzeit zeit wird die Gemeinde neben dem Zentrum in der Hafenstraße auch andere Kirchen nutzen. „Wir lernen neue Bewerber kennen und bekommen Unterstüztung für die Pfarrvertretung“, versicherte Jekel.

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