E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 27°C

Nur noch wenige Wochen bis zum Umzug

Von Die Kisten für den Umzug der Praunheimer Werkstätten in die Christa-Maar-Straße stehen schon parat – im September soll es losgehen. Einige Wochen vor dem Umzug organisierte die SPD Praunheim gestern einen Rundgang, wo nicht nur die Zukunft der Werkstätten im Mittelpunkt stand. Auch die Nutzung der alten Räume bleibt ein wichtiges Thema.
Gabriela Bloem vom Kunstverein Praunheim möchte das alte Gebäude für Atelierräume nutzen. Bilder > Foto: Heike Lyding Gabriela Bloem vom Kunstverein Praunheim möchte das alte Gebäude für Atelierräume nutzen.
Praunheim. 

„Hier geht es gerade in die heiße Phase“, erklärt Wolfgang Rhein, seit 1993 Geschäftsführer der Praunheimer Werkstätten (PW), warum der versprochene Rundgang durch die neuen Räumlichkeiten der Behindertenwerkstätten an diesem Tag ausbleiben muss. „Drinnen sind derzeit alle Handwerker gleichzeitig am Arbeiten, es hängen Kabel aus den Decken. Wenn jetzt noch etwas kaputt ginge, wäre das die größte Katastrophe“, sagt Rhein entschuldigend: „Immerhin wollen wir die Räume ab September beziehen.“

15 000 Quadratmeter groß ist das Gelände, das seit Jahrzehnten ungenutzt am Rand von Praunheim lag. „Früher war hier die Firma Hartmann und Braun beheimatet“, erzählt Rhein: „Das große Gelände nicht zu nutzen, war eine Verschwendung.“ Umso erfreulicher findet er, dass in den letzten Monaten ein zweistöckiger Gebäudekomplex mit 8000 Quadratmetern Nutzfläche entstanden ist, wo künftig 240 behinderte Menschen arbeiten und 42 weitere, die nicht „werkstattfähig“ sind, in Tagesbetreuung kommen.

21,2, Mio. Euro investiert

Und auch die Praunheimer Politik und Bevölkerung freut es, dass die PW im Stadtteil ein neues Zuhause gefunden haben und nicht abwandern müssen. „Die Werkstätten gehören zu Praunheim“, sind sich SPD-Stadtverordnete Ursula Busch und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 7, Hans-Jürgen Sasse, einig. Geplant war für das neue Gebäude eine Gesamtinvestition von 21,2 Millionen Euro: „Wir liegen genau im Kosten- und Zeitplan“, sagt der PW-Geschäftsführer und erklärt, dass der Bau der gemeinnützigen GmbH von verschiedenen Seiten gefördert worden sei. Neben dem Landeswohlfahrtsverband zahlten auch das Landesintegrationsamt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt hohe Fördersummen, die den Löwenanteil des Neubaus ausmachten. Auch eine von den PW initiierte Spendenaktion brachte rund 1,5 Millionen Euro ein. „Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass wir mindestens 20 Prozent der Summe selbst finanzieren. Das ist in der Realität aber ein höherer Anteil geworden“, erklärt Rhein.

Zum Beispiel, weil die PW auf ein Kühlsystem bestanden hatte, das ihnen aus dem Fördertopf nicht genehmigt wurde. „Jetzt haben wir uns für ein System mit sanfter Kühlung entschieden, wo im Sommer kaltes Wasser durch die Heizkörper fließt, um eine einigermaßen annehmbare Arbeitsatmosphäre zu schaffen.“ In der Vergangenheit seien bei heißen Temperaturen immer wieder Menschen in den Werkstätten zusammengebrochen. Dass dann 140 000 Euro in ein Kühlsystem von den PW selbst finanziert werden müssen, ärgert Rhein: „Da wird am falschen Ende gespart!“

Gespart wird auch erst mal bei den Plänen zur vorläufigen Umnutzung der alten Gebäude in Alt-Praunheim. Hier sollen laut derzeitiger Planung direkt nach dem Auszug der PW Ateliers für den Verein Kunstwerk Praunheim eingerichtet werden. Auch über eine Nutzung durch den Jugendclub Praunheim wird nachgedacht und über eine Flüchtlingsunterkunft. Gabriela Bloem, Vorsitzende von Kunstwerk Praunheim, findet, dass diese Pläne ganz hervorragend zusammenpassen und freut sich jetzt schon auf den Tag, an dem der Verein Kunstwerk im alten Werkstattbereich sein Zuhause gefunden hat: „Doch die Sektkorken lassen wir erst knallen, wenn wir tatsächlich eingezogen sind.“

Marodes Gebäude

Rhein prognostiziert, dass das Vorhaben von Kunstwerk Praunheim schwieriger werden könnte als gedacht. „Der Hauptgrund für unseren Wegzug war die Tatsache, dass das alte Gebäude für viel Geld umgebaut werden müsste: „Die Anlage ist marode und nicht barrierefrei, es regnet rein und im Winter fallen die Heizungen aus. Dazu erschwert der Denkmalschutz einen Umbau. Die Investitionskosten liegen im Millionenbereich“, warnt der PW-Geschäftsführer. Bloem lässt sich davon nicht entmutigen: „Wir haben mit Basis e.V. einen starken Partner an unserer Seite, der Erfahrung mit Ausbau und Nutzung von Ateliers hat. Gemeinsam schaffen wir das schon.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen