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Michael Schneider: Ober-Kerbebursch organisiert den großen Festumzug zur 800-Jahr-Feier

Von Eine Sisyphusaufgabe hat Michael Schneider zu bewältigen: Der Vorsitzende der Kerbeburschen kümmert sich im Auftrag des Fördervereins „800 Jahre Sossenheim“ um den Festumzug am 19. August.
Michael Schneider ist ein junger Kerl, aber er führt nicht nur den vor fünf Jahren gegründeten Verein der Sossenheimer Kerbeburschen erfolgreich, sondern kümmert sich auch als Zugmarschall um den großen Festumzug zur Sossenheimer 800-Jahr-Feier am 19. August. Foto: Maik Reuß Michael Schneider ist ein junger Kerl, aber er führt nicht nur den vor fünf Jahren gegründeten Verein der Sossenheimer Kerbeburschen erfolgreich, sondern kümmert sich auch als Zugmarschall um den großen Festumzug zur Sossenheimer 800-Jahr-Feier am 19. August.
Sossenheim. 

Es soll der größte und schönste Umzug werden, den Sossenheim seit Jahrzehnten erlebt hat, ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zur Ersterwähnung vor 800 Jahren: Wenn am Sonntag, 19. August, der Umzug durch den Stadtteil rollt, wird auch der letzte Nachbar mitbekommen, dass es in diesem Jahr ein großes Jubiläum zu feiern gilt. Zugmarschall ist Michael Schneider, der Vorsitzende der Sossenheimer Kerbeburschen. Dazu gekommen ist er wie die Jungfrau zum Kind.

Diktat der Bürokratie

Weil die Kerbeburschen der einzige Verein im Stadtteil sind, der einen Motivwagen hat, und weil Schneider ohnehin in einem der Ausschüsse zur Vorbereitung der Gesamtveranstaltungen aktiv war, wurde er kurzerhand mit der Organisation des Umzugs betraut. Die meiste Arbeit hat ihm bislang die Genehmigung gemacht: Mehrere hundert Stunden hat er nach seiner normalen Arbeit in das Erstellen eines Sicherheitskonzepts, in Gespräche mit Ämtern, Polizei, der Verkehrsgesellschaft Frankfurt und anderen Entscheidern gesteckt. Sein erster Streckenplan wurde abgelehnt. „Ich hätte gerne alle Siedlungen eingebunden“, sagt er. Das geht aber wegen der verlangten Absperrungen nicht: Der Umzug wird nicht durch die Carl-Sonnenschein-Siedlung rollen. „Das ist schade“, sagt Schneider.

Aber alle anderen Siedlungen und der Ortskern sind dabei. Der Umzug wird von der Sossenheimer Riedstraße an der Volksbank vorbei zur Robert-Dissmann-Straße, Siegener Straße, Montabaurer Straße und über die Schanz zur Schaumburger Straße führen. Von dort dreht er eine große Runde durch die Dunant-Siedlung, kommt über die Schaumburger auf die Lindenscheidstraße und Alt Sossenheim und läuft dann am Festplatz aus. Dort werden die beteiligten Musikzüge zum Abschluss noch im Festzelt spielen. Das heißt aber: An jenem Sonntag im August ist Sossenheim von kurz vor 11 Uhr bis nach 13 Uhr komplett abgeriegelt. Es werden Terror-Sperren gestellt und die Zufahrtsstraßen mit 16-Tonner-Lastwagen dicht gemacht.

Generalprobe in Korbach

„Wir müssen in kürzester Zeit eine Zugstrecke etablieren, die es so noch nie gegeben hat“, sagt Schneider, der von Lisa Retsch und Manfred Koch unterstützt wird. Koch ist Vorsitzender der Karnevalisten. Mit den „Spritzern“ werden die Kerbeburschen am 3. Juni beim Hessentag in Korbach die Sossenheimer Farben vertreten: Zum ersten Mal ist neben dem offiziellen Beitrag der Stadt Frankfurt noch der Wagen der Sossenheimer Kerbeburschen beim Umzug dabei, der von den Garden der „Spritzer“ flankiert wird.

Beim Sossenheimer Umzug sollen nicht nur die Vereine aus dem Stadtteil mitmachen. „Wir werden jetzt alle benachbarten Vereinsringe anschreiben“, sagt Schneider. Motivwagen, festliche Fußgruppen, Musikzüge, Oldtimer – jeder ist willkommen; die Fahrzeuge brauchen nur TÜV oder ein sogenanntes „Brauchtumsgutachten“. Die ganze Bürokratie sei „kaum noch zu leisten“, sagt Schneider, von Beruf Diplom-Finanzwirt, also durchaus in der Lage, mit Behörden umzugehen. Das städtische Service-Center Veranstaltungen helfe zwar den Vereinen, doch seien die aufgetürmten Bürokratie-Hürden mehr als hinderlich. Weil an jeder Straßensperre Ordner stehen müssen, braucht der Förderverein noch Unterstützung und hofft auf Freiwillige. Die Sossenheimer fordert Schneider auf, schon jetzt über Girlanden oder Fahnen als Hausschmuck nachzudenken. Es gehe schließlich auch darum, einen Gesamteindruck abzuliefern, der vielleicht über Generationen bestehen bleibt: Der Festumzug wird von einem professionellen Videofilmer für die Nachwelt festgehalten.

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