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Stadtgesellschaft: Oberbürgermeister Peter Feldmann eckt mit seinem Verhalten an

Von Peter Feldmann steht gerne im Mittelpunkt. Als Oberbürgermeister hat er dazu meistens auch allen Grund. Allerdings nicht, wenn es sich um Preisverleihungen von anderen Institutionen handelt. So wie beim Friedenspreis des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, der jetzt reagiert hat.
Die Schriftstellerin Margaret Atwood bei der Verleihung des Friedenspreises mit Peter Feldmann (links) und  Heinrich Riethmüller. Foto: Arne Dedert (dpa) Die Schriftstellerin Margaret Atwood bei der Verleihung des Friedenspreises mit Peter Feldmann (links) und Heinrich Riethmüller.
Frankfurt. 

Was waren die Bilder der Buchmesse im Oktober? Die von den handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken? Wobei Letztere gegen das Vorhandensein der Erstgenannten als Aussteller auf dem Messegelände protestierten.

Ein anderes Bild war zwar weniger spektakulär, hatte aber durchaus auch eine gewisse Strahlkraft. Bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, an die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood, zu dem jetzt die abschließende Dokumentation erschienen ist, drängte sich bei laufenden TV-Kameras ein Mann ins Bild, den das Protokoll an dieser Stelle nicht vorgesehen hatte: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Gut zu erkennen an seiner glänzenden Amtskette.

Verwunderung ausgelöst

Das schien nach Ansicht von Beobachtern die sichtbare Fortsetzung dessen zu sein, was wenige Minuten zuvor schon im Grußwort des 59-Jährigen zu hören war – und ebenfalls Verwunderung ausgelöst hatte. Da hatte er aus dem bedeutendsten deutschen Kulturpreis kurzerhand den „Frankfurter Friedenspreis“ gemacht. Nur wenige mochten an einen Versprecher denken.

Beides zusammen sei „eine Annexion, die darauf setzt, dass niemand widerspricht“, schreibt nun Torsten Casimir, Chefredakteur des Börsenblatts, das vom Börsenverein des deutschen Buchhandels herausgegeben wird, in der abschließenden Dokumentation der Preisverleihung. Das darin abgebildete Foto zeigt den Moment der Übernahme und dazu heißt es: „Lächeln für die Presse: Margaret Atwood und Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller beim Überreichen der Friedenspreis-Urkunde. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (l.) hat sich rasch mal dazugestellt.“

Kein Preis der Stadt

Casimir stellt folglich klar: „Drum einmal dann doch fürs Protokoll: Nein, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist kein Preis der Stadt, er wird nicht vom Oberbürgermeister verliehen. Jeder ist aber froh, dass der Preis in Frankfurt gefeiert wird, in der Stadt, die für Frieden, für die Verschiedenheit der Menschen und für deren Verständigung steht.“

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Römer, Michael zu Löwenstein, ist der Rückblick auf die Buchmesse ein dankbarer Anlass, dem wahlkämpfenden Oberbürgermeister via Facebook den Spiegel vorzuhalten. Peter Feldmann schmücke sich halt gern mit fremden Federn. Das habe er schon im vorigen Jahr getan: Da habe er sich vom städtischen Presseamt als Verleiher des Friedenspreises der ,Stiftung für die Freiheit‘ feiern lassen – „nur weil er dabei anwesend war“. Dabei handele es sich bei der Stiftung um eine FDP-Organisation.

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