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Berkersheimer Abbeltag: Obergasse war erneut Austragungsort der Deutschen Abbelrollmeisterschaften

Von Es ist eine offizielle Meisterschaft, vor allem aber ein Riesenspaß: Die Abbelrollmeisterschaften beim fünften Berkersheimer „Abbeltag“.
Gebannt verfolgen die jungen Athleten und zahlreiche Schaulustige am Straßenrand, wie die Äpfel die Obergasse hinunterrollen. Foto: Rainer Rüffer Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Gebannt verfolgen die jungen Athleten und zahlreiche Schaulustige am Straßenrand, wie die Äpfel die Obergasse hinunterrollen. Foto: Rainer Rüffer
Berkersheim. 

Kurz nach 13 Uhr werden noch schnell die letzten Heuballen in Position gebracht und die Bretter an den Einfahrten zu den alten Höfen rechts und links noch einmal zurecht gerückt. Das Startseil und die vier „Startboxen“ sind längst in Position, ganz oben, am Beginn der Berkersheimer Obergasse. Dann ist es so weit: Der Moderator Frank Kettnaker steht oben auf einem Baugerüst zwecks Überblick und eröffnet offiziell das Rennen: „Herzlich willkommen bei der fünften Internationalen Deutschen Abbelrollmeisterschaft.“

Rund 50 Meter lang ist die Strecke, die die Äpfel in der steilen Gasse „bewältigen“ müssen. Ella (7) und ihr Papa Andreas machen zum dritten Mal mit. „Die kleinen Äpfel rollen am besten“, weiß Ella. Und sie wünscht sich eine der beiden mittleren der vier Bahnen am Start. Der Papa winkt ab. „Das liegt alles im Bereich des Zufälligen“, sagt er, „man braucht einfach Glück“. Denn nur der erste Apfel, der unten ankommt, gewinnt und führt seinen „Besitzer“ in die nächste Runde – kommt kein Apfel unten an, scheiden alle aus. Ja, er sei auch schon mal in die nächste Runde eingezogen, erklärt er. „Und meine Frau Nicole stand sogar einmal im Finale.“

Zum fünften Mal schon ist an diesem Sonntag der Berkersheimer Ortskern, direkt vor der Gaststätte „Zum Lemp“, Schauplatz dieses einzigartigen Wettbewerbs. Die Idee sei als Scherz entstanden, erinnert sich Michael Kohlbecker, Erfinder und Mitorganisator. Aber wir haben sie offiziell beim Deutschen Sportbund als Meisterschaft anerkennen lassen.“

Auch der Abbel-Lauf lockt

Dann geht es los, die ersten vier Kinder in der Kategorie der unter Zwölfjährigen gehen an den Start. Kerbebursche Robon Kettnaker, genannt „Ketti“, lässt sie Karten ziehen, mit den Nummern Eins bis Vier, um die Bahnverteilung festzulegen. „Abbel roll“, ruft Michael Kettnaker. Jana (10) wartet einen Moment länger als ihre Kontrahenten, wirft aber härter, so dass ihr Apfel die anderen überholt. Doch das Ziel erreicht keiner der Äpfel, alle bleiben im Bordstein, an einem Hindernis oder einfach mitten auf der Gasse liegen. Nicht nur das Abbelrollen findet an diesem Sonntag zum fünften Mal statt, sondern auch der Abbel-Lauf des TSV Berkersheim. „Michael Kohlbecker hatte die Idee mit dem Abbelrollen und ich wollte schon immer einen Lauftag organisieren. Das passt doch wunderbar zusammen“, sagt Abbel-Lauf-Organisator Sven Piepenschneider.

Für die Kinder gibt es einen Ein- und einen 2,5-Kilometer-Lauf, die Erwachsenen sind entweder fünf oder zehn Kilometer rund um den Stadtteil unterwegs – und der Start des Rundkurses ist wie beim Abbelrollen jeweils am Oberen Ende der Obergasse. Piepenschneiders Tochter Zoé (14) ist übrigens bei beiden Wettbewerben stets ganz vorne mit dabei: Den 2,5-Kilometer-Abbel-Lauf gewann sie vier Mal, das Abbelrollen zwei Mal. „Aber das Apfelrollen macht mehr Spaß, das ist nicht so anstrengend“, sagt sie. Und man bekomme einen tollen Gutschein und eine Riesenbrezel.

Keine Verschwendung

Unterdessen hat Moderator Frank Kettnaker seinen Spaß, kommentiert jeden Lauf mit sicht- und hörbarem Vergnügen, wie er da in blau-weiß-kariertem Hemd und Lederhose auf seinem Baugerüst steht. Das Obst übrigens werde nicht verschwendet, betont er: Nach dem Rennen wird es eingesammelt und zu Saft verarbeitet. Zwischen 150 und 200 Teilnehmer kämen jedes Jahr, sagt Michael Kohlbecker. „Viel mehr sollten es auch nicht werden. So wie jetzt ist es schön familiär, Jung und Alt haben ihren Spaß.“ Genau so solle es bleiben, als Teil einer „gesunden bodenständigen Kultur in Frankfurt“.

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