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Wahlkampfveranstaltung mit Gauland: Oberrad: Protest gegen die AfD bleibt meist friedlich

Rund 500 Menschen haben am Samstagabend gegen eine Wahlkampfveranstaltung der AfD in Oberrad protestiert. Bis auf kleinere Zwischenfälle blieb es ruhig. Draußen und drinnen.
Knapp 500 Menschen protestierten in Oberrad gegen die AfD. Foto: Rainer Rüffer Knapp 500 Menschen protestierten in Oberrad gegen die AfD.
Frankfurt. 

Immer wieder eilt Kai Abicht mit Getränken nach draußen. Wer auf den Gartenstühlen des Lokals „Grüne Soße und mehr“ sitzt, hat den besten Blick auf den Eingang der Saalbau Oberrad, in der gerade die letzten Vorbereitungen für eine AfD-Veranstaltung laufen. Es ist die erste dieses Wahlkampfs in Frankfurt, erwartet wird auch der Bundessprecher der Partei, Alexander Gauland. AfD-Funktionäre kommen von rechts über die gesperrte Wasserhofstraße, Zuhörer müssen sich von links zwischen Lokal und Gegendemonstranten durchquetschen.

Foto: dpa
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Mit Absicht geöffnet

Abicht hat, wie viele Geschäftsleute am Platz, mit Absicht geöffnet. „Wir weigern uns, für die unser normales Leben aufzugeben. Wir wollen Demokratie, darum feiern wir.“ Viele der knapp 500 Demonstranten auf dem Buchrainplatz sehen das ähnlich. Es gibt bunte Fahnen und Plakate, Kinder malen Kreideregenbögen auf den Boden. „Aus Protest AfD wählen ist, als ob man sein Haus abfackelt, um es vor Brandstiftern zu retten“, hat einer auf ein Pappschild geschrieben. „Wie gern hätten wir Boateng als Nachbar und euch auf dem Mond“, steht auf dem Transparent von Martin Jung. Später hält er es gut gelaunt in die Kameras und ruft: „Ein bisschen Revolution in Oberrad ist geil!“

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Kommentar

Wann ist ein Journalist glücklich? Wenn er ausgepfiffen wird? Genau, wenn er gerade aus einer Veranstaltung der AfD kommt. Ausbuhen, pfeifen, gewaltfrei protestieren, das ist unser demokratisches

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Ein paar Meter weiter verteilt Die-Partei-Landtagskandidat Falko Görres bunte Eier. „Ist ja den Leuten überlassen, was sie damit machen“, sagt er. Schlussendlich werden aber nur ein Apfel und sechs Tomaten fliegen. Nichts trifft. Auch rund 30 Gegendemonstranten, die direkt aus der Tram das Veranstaltungsgelände stürmen wollen, kommen nicht weit. Fünf von ihnen brechen durch die Absperrung, werden aber sofort festgenommen.

Je später es wird, desto lauter werden die Trillerpfeifen und desto aggressiver die Schmährufe gegen die eintreffenden AfDler. Am Gästezugang kommt es immer wieder zu kleineren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei, auch hier werden zwei Personen festgenommen. Es beginnt zu nieseln.

Drinnen wird es derweil voller. Unter den rund 120 Menschen im Saal dominieren Männer mit grauen Haaren, aber auch viele junge Leute sind da. Gauland ist durch den Hintereingang gekommen, die Stimmung schwankt zwischen Empörung über „die da draußen“, Wiedersehensfreude und gespannter Erwartung. Es gibt Apfelschorle in AfD-Dosen. „Sie sind es, die Zivilcourage zeigen, nicht die da draußen“, begrüßt Landtagskandidat Andreas Lobenstein die Zuhörer. Dann geht es um Themen wie die Notwendigkeit, Kinder zu zeugen, oder den Plan, Billigflieger an den Flughafen Hahn zu verbannen.

Aufstehen für Gauland

Gauland wird stehend begrüßt und verabschiedet, dazwischen spricht er, recht gemäßigt, über seine Gespräche mit Hilmar Hoffmann – Gauland war Büroleiter des früheren Oberbürgermeisters Walter Wallmann –, die „deutsche Demokratur“ und darüber, dass die SPD ihn entmenschliche. „Ihr entmenschlicht doch“, brüllt eine junge Frau, die dann unter Buh- und Tschüss-Rufen den Saal verlassen muss. Viele winken. „Die war doch von der Presse“, zischt eine Besucherin. Gauland geht mitten in der nachfolgenden Rede durch den Hinterausgang.

Vorne trotzen nur noch ein paar Demonstranten dem Regen. Doch die zeigen jenen, die aus dem Saal kommen, umso deutlicher, dass sie nicht erwünscht sind.

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